Wenn einer eine Reise tut…

«Wenn einer eine Reise tut» – auch wenn diese Reise nur in ein Nachbarland, nicht in die weite, weite Welt geht, lässt sich doch einiges erzählen. Ich will mich hier auf den kulinarischen Bereich beschränken. Sechs Tage Österreich – Wien – sechs Tage Spezialitäten. Manchmal ist auch von der Sprache her nicht zu erraten, was auf einen zukommt. Leberknödel oder Lungenstrudel in der Bouillon sind neu für uns. Hingegen die rätselhafte Bezeichnung Feuilledatensuppe oder heisst es Feudatensuppe und kommt von feudal? Diese Suppe entpuppt sich als die uns wohlbekannte Flädlisuppe! Genossen in Krems an der Donau.

In Grinzing wurde uns ein Schlemmerbüffet mit feinem Sauerkraut, Kartoffeln, Rippli, Würstel, Schnitzel etc. serviert. Grosse Ähnlichkeit mit einer Bernerplatte, auch was das Quantum betrifft. Einige bedauerten, dass der «Heurige» sich als «Ferndriger» erwies; ob da der «Sturm» (gärender Most) ein Ersatz gewesen wäre?

In der Himmelsstube am Parkring gab es beim letzten Souper Tafelspitz (feines, durchzogenes Siedfleisch, Brustspitz). Dazu Kartoffeln, Preiselbeeren und Apfelkren (Apfelkren = eine pikant/süsse Mischung aus Apfelmus mit Meerrettich.

Wieviele verschiedene Sorten von Strudeln und Knödeln haben wir wohl genossen? Nebst den schon erwähnten Lungenstrudel und Leberknödel die gesüssten Sorten: Apfelstrudel, Topfenstrudel, Topfenknödel, Zwetschenknödel, Marillenknödel ecetera. Und Kaiserschmarren. Dies alles, verschiedene Desserts und das, was wir Patisserie nennen, wird hier bescheiden unter dem Sammelbegriff «Mehlspeis» deklariert.

Das grösste Rätselraten bereitete uns der auf der Menukarte als Dessert aufgeführte Palatschinken mit «Ribisel». Wie staunten wir über die mit Johannisbeeren gefüllte Omelette oder Crêpes. Welche Beziehung besteht denn da zum Schinken? Hinterher habe ich gehört, dass die Bezeichnung aus dem Tschechischen oder Ungarischen stammt und dass die richtige Betonung Palatschinken lautet! Also keine Spur von einem Schinken. Wie man sich doch irren kann.

Beim letzten Mittagessen in Imst gab…s zum Tafelspitz eine feine Schnittlauch/Joghurtsauce. Und zum Dessert zum letzten Mal Knödel: Topfenknödel oder Kaiserschmarrn. Guet wars! Schön war’ s! Gut war und ist auch die Reiseleitung der Firma Knöpfel: Hier fährt der Chef!

Els Morf

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