Interview: Andrea Felix und Roger Gehrig

In der letzten Ausgabe der Dorfposcht wurden wiederum neue Leute in unserer Gemeinde begrüsst. Ich habe dies zum Anlass genommen, mit einem jungen Paar aus Gütighausen über die ersten Eindrücke am neuen Wohnort zu reden. Im Februar sind Frau Felix und Herr Gehrig hierher gezogen. Es liegt auf der Hand, dass man nach so kurzer Zeit in der Gemeinde noch eher unbekannt ist. Meine erste Frage lautete darum:

Wollen Sie unseren LeserInnen etwas mehr über sich erzählen? Wer ist Andrea Felix?

Ich bin am 6. Februar 70 geboren, aufgewachsen im Thurgau bei Eschlikon, hierher gezogen aus dem Kanton Aargau, wo wir vorher vier Jahre gewohnt haben. Ursprünglich habe ich Kinderpflegerin gelernt. Nach zweijähriger Berufstätigkeit am Kantonsspital in Frauenfeld war ich drei Monate in Kanada. Danach absolvierte ich die Arztsekretärinnenschule, Labor- und Röntgenkurse und arbeite nun in einer Arztpraxis in Winterthur-Wülflingen. Meine Hobbies sind: Im Winter Skitouren, Velofahren, neuerdings der DTV Andelfingen, Step und Aerobic.

Und was erzählt uns Roger Gehrig über sich?

Ich bin als Wassermann am 21. Januar 68 geboren. Meine Kindheit verbrachte ich im Hinterthurgau – im sogenannten Tannzapfenland – in Wiezikon, einem kleinen Dorf, etwa so gross wie Gütighausen. Mein Beruf ist Carrosseriespengler. Im Kanton Aargau, meinem früheren Wohnort, habe ich eine vierjährige Ausbildung mit Abschluss der Meisterprüfung soeben beendet. Im Februar trat ich in Kleinandelfingen meine neue Arbeitsstelle als Betriebsleiter an. Meine Hobbies (sofern mir dafür Zeit bleibt) sind: Biken, Joggen, Skifahren und vor allem Skitouren.

Hautnah an der Natur

Sie haben Gütighausen als neuen Wohnort gewählt. Warum?

Ausschlaggebend war in erster Linie die Arbeitsstelle von Roger. Danach haben wir uns auf die Suche nach einer Wohnung hier in der Region gemacht. Gütighausen war uns vorher nicht bekannt. Wichtig war uns eine ruhige und ländliche Wohnlage. Wir beide sind in kleinen Dörfern aufgewachsen. Schlussendlich haben wir uns in diese Wohnung am Dorfrand von Gütighausen verliebt. Hier ist es ausgesprochen ruhig. Wir erleben hautnah die Natur. Als Ersatz für den Strassenlärm vorher in Kölliken, hören wir hier einen Hund, einen Uhu, einen Specht und einen Frosch.

Gibt es nebst der Ruhe und der Natur andere Umstellungen gegenüber Ihrem früheren Wohnort, vielleicht auch negative?

Sicher bietet ein kleines Dorf auch Nachteile. Wir spüren diese vielleicht nicht so, weil wir beide berufstätig sind. Nach Möglichkeit nutzen wir auch den Volg in Gütighausen. Wenn man jedoch ausserhalb der Wohngemeinde arbeitet, ist das oft nicht gut machbar. Das Problem eines kleinen Dorfladens ist uns aus der eigenen Jugendzeit bekannt. Es haben ja nicht alle Dorfbewohner die Möglichkeit, auswärts einzukaufen und eigentlich sollte man die gute Führung unseres kleinen «Lädelis» noch mehr berücksichtigen.

Nachteile stellen wir uns auch mit Kindern vor. In Gütighausen ist man da ohne Auto schon etwas aufgeschmissen. Im Moment betrifft uns das aber noch nicht. Für uns gibt es bis jetzt nur Positives und Vorteile.

Offener Empfang durch die Nachbarn

War es für Sie nicht schwierig, sich hier einzuleben, weil Sie beide berufstätig sind? Haben Sie den Kontakt zu Nachbarn und der Dorfbevölkerung gefunden?

Die Nachbarn haben uns sehr offen empfangen. Man muss eben auch selber etwas dazu beitragen, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Haben Sie sich auch schon überlegt, in einem Verein aktiv mitzumachen?

Eigentlich liegt uns schon viel an Geselligkeit und Kontakten. Für mich (Roger) war die Feuerwehr mal ein Thema. Bei uns im Thurgau war das die Gelegenheit, die Dorfbevölkerung kennenzulernen. In der Zwischenzeit hat sich aber diese Möglichkeit etwas geändert. Die Feuerwehr ist professioneller geworden, und ich hätte hier zuerst einen Kurs absolvieren müssen.

Und Sie, Frau Felix, weshalb haben Sie sich in Andelfingen dem Damenturnverein angeschlossen?

Wir haben später einmal vor, ein eigenes Haus zu erwerben. Dies wird voraussichtlich eher im Raum Andelfingen oder Richtung Schaffhausen sein. Ich habe mich deshalb für die zentral gelegene Gemeinde Andelfingen entschieden, um auch dort etwas Leute kennenzulernen.

Haben Sie in den ersten Monaten in der neuen Wohngemeinde schon etwas überaus Positives oder Negatives erlebt?

Überrascht waren wir durch die spezielle Dienstleistung der Thalheimer Post. Nachdem Andreas Suche nach einem Briefkasten im Dorf erfolglos blieb, hat sie sich bei der Post erkundigt. Dort wurde uns dann das Angebot gemacht, unsere abgehende Post durch die Briefträgerinnen weiterleiten zu lassen. Das haben wir beide bisher nicht gekannt und schätzen es sehr. Gefreut hat uns auch, dass wir in der Dorfposcht als Neuzuzüger begrüsst wurden.

Bevorstehende Heirat

Wie sehen Ihre Zukunftspläne aus?

Als nächstes werden wir am 12. Juli heiraten. Wir wünschen uns eine Familie, möchten uns den Traum eines Eigenheims verwirklichen und hoffen, dass es beruflich wunschgemäss weitergeht.

Also haben Sie in nächster Zeit einiges vor. Ich möchte mich im Namen der Redaktion herzlich bedanken, dass Sie sich trotz Hochzeitsvorbereitungen die Zeit für dieses Gespräch genommen haben. Ich hoffe, dass Sie sich in Gütighausen weiterhin wohl fühlen und Ihre Zukunftspläne verwirklichen können.

Marlies Schwarz

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