Grüezi ist ein schöner Gruss…

Im Wallis reden die Einheimischen von den «Grüezine», damit sind die «Üsseschwyzer», die Auswärtigen, gemeint. «Grüess Gott» konnte man vor fünfzig Jahren noch oft hören. Damals gab es auch eine Operette: «Grüezi». «Grüezi, das ist ein schöner Gruss, Grüezi, so sagt man nur bei uns…», hiess es in einem Lied aus besagter Operette. – Sali, Salü, Hallo, Hoi, eine Zeitlang konnte man auch «Servus» hören, das sich von ennet der Grenze eingeschlichen hatte.

Grussformen, die kommen und gehen. Mit Adieu oder Bhüet Gott, Adio hat man sich verabschiedet. Die Jungen damals fingen an, ciao – tschau – zu sagen. Tschüss kommt erst in den letzten Jahren auf, auch von «draussen» importiert. Das englische bye-bye wird eher selten gebraucht. Neuerdings wünscht man sich «en Schööne», tönt eher nichtssagend, trotz dem «Schönen».

In unserem Bezirkshauptort Andelfingen wurden am CH-Fest von den Schulkindern hergestellte «Grüezi-Täfeli zum Umhängen verteilt, mit der Aufforderung «Z Andelfinge säit me (wider) Grüezi». In unserer schnellebigen Zeit in der auch immer mehr Leute zu- und wieder wegziehen, wird es schwieriger, jeden zu kennen – trotzdem – Grüezi, das ist ein schöner Gruss… und er kostet nichts.

Els Morf

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