Schulprojekt: Wohnen in Thalheim

Wir, Matthias, Simon, Xenia und Iris haben das Thema Wohnen gewählt, weil es uns interessiert, wie die Leute zu ihrem Dorf stehen.

Wir waren überrascht, dass an Thalheim doch noch recht viel bemängelt wurde. Fünf Interviews führten wir durch. Gesprochen hatten wir mit Frau Schiess, Frau Kübler, Frau Brügger, Frau Oberholzer und Frau Häuser. Vielen Dank, dass sie sich für uns Zeit genommen haben.

Die häufigste Antwort auf die Frage: «Was ist der Vorteil von Thalheim?» war: «Die Ruhe und die schöne Landschaft.»

Ausschnitt aus dem Interview mit Frau Brügger

Was ist der Vorteil von Thalheim?

Die Landschaft. Thalheim ist auch klein und die Leute sind freundlich.

Wo sehen Sie Nachteile?

Für mich ist der Bahnhof zu weit weg.

Erfüllt Thalheim Ihre Erwartungen, die Sie hatten., als Sie hierher zogen?

Ja. Auf jeden Fall.

Wie steht ihre Familie zu Thalheim? Im Hinblick auf Arbeitsweg oder Schulweg?

Den Kindern stinkt der Weg manchmal schon ein bisschen.

Diese Interviews durchzufahren gab viel Arbeit. Wir erledigten noch viel ausserhalb der Schule in unserer Freizeit. Wir haben gelernt, dass ein Interview zu führen etwas sehr Schwieriges ist. Uns allen machte die Arbeit in der Gruppe viel Spass.

An einem warmen Dienstagnachmittag nahm sich Heinrich Ehrensberger die Zeit, uns ein paar Fragen zu beantworten. Er erzählte uns über früher, wie es damals war in Thalheim und Gütighausen. Die 5. Klasse schrieb eifrig mit. Hier das Wichtigste:

Herr Ehrensberger ist am 8. September 1924 geboren. Seine Schwester starb bei der Geburt, und er blieb somit ein Einzelkind. Die 1.-3. Klasse besuchte er in Gütighausen und wechselte dann in der 4. nach Thalheim. Damals, als Herr Ehrensberger in der 2. Klasse war, beschlossen die Dörfer Gütighausen und Thalheim, die Schule zusammen zu führen. Vorher gingen die Kinder der beiden Dörfer getrennt zur Schule. In Thalheim besuchte Herr Ehrensberger die 4.-8. Klasse. Fünf Klassen waren zusammen in einem Schulzimmer. Nur wer in die Sekundarschule ging, wechselte nach Andelfingen. In einer Klasse sassen etwa 10 – 14 Schüler. Gehorchte man dem Lehrer nicht oder konnte etwas nicht gut genug, zerrte der Lehrer an den Haaren oder verteilte Kopfnüsse. Die Fächer waren die gleichen wie heute.

Die Kirche damals hatte noch keine Instrumente. Zwei gute Sänger waren Vorsänger, und die anderen sangen ihnen nach. Herr Ehrensberger erinnert sich noch gut, wie er in der Schulzeit half, die grossen und kleinen Orgelpfeifen in die Kirche zu tragen, und wie er mächtig stolz darauf war.

Die Pöstler in Thalheim und Gütighausen hatten es schwer. Früh am Morgen, vor sechs Uhr, musste der Pöstler von Gütighausen oben beim Bahnhof die Post abholen und hinunter nach Thalheim tragen. Dort teilten die Pöstler unter sich die Post auf, und jeder brachte sie zu den Haushalten im Dorf.

Herr Ehrensberger erzählte uns auch vom Andelfinger Sturm 1982. Er beschrieb uns ausführlich, wie die Bäume auf die Strassen fielen und den Fahrweg blockierten. Ja, dass sogar Autos begraben wurden und zum Glück niemand ums Leben kam, erzählte er uns.

Auf die Frage, ob er schon viele Überschwemmungen erlebt habe, erzählte uns Herr Ehrensberger von seinen Erlebnissen in der Nähe von Feldi. 1962 regnete es so viel, dass in einem Stall das Wasser gegen die zwei Meter ging. Herr Ehrensberger rettete einen Stier vor dem Ertrinken. Niemand hatte sich sonst in die Nähe dieses Tieres getraut. Er aber, der sich mit Stieren auskannte, rettete das Tier vor dem sicheren Tod. Mit einem Kollegen zusammen fischte er auch noch zwei junge Rehe aus der überschwemmten Wiese.

Wir danken Herrn Ehrensberger, dass er uns so viel erzählt hat. Es war ein spannender Nachmittag mit ihm!

Wir alle behalten diese Arbeitszeit gut in Erinnerung und hoffen, dass es Ihnen als Leser viel Spass bereitet hat, unsere Berichte zu lesen.

Die Schülerinnen und Schüler der 4. – 6. Klasse

Der Dank der Lehrerin

Liebe Einwohnerinnen und Einwohner von Thalheim und Gütighausen

Als Lehrerin möchte ich Ihnen auf diesem Weg noch danken für Ihre spontane Bereitschaft, ein Interview zu geben. Dank Ihnen allen konnte diese Projektarbeit so gut gelingen. Es war für mich eine grosse Freude zu sehen, wie einsatzfreudig alle Kinder gearbeitet haben.

Mit freundlichen Grüssen

D. Bürgi