Eidgenössischen Turnfest Frauenfeld

Die Statistik über den Anlass

Beiträge im Schweizer Fernsehen für Interessierte:
12.06.07/11.06.07/04.06.07/21.05.07

Seit Anfang Jahr wurde eifrig trainiert auf das Highlight des Jahres – das eidgenössische Turnfest, das nur alle sechs Jahre stattfindet. Viele Schweisstropfen liefen in der Vorbereitungsphase. Sogar einen intensiven Trainingssamstag führten wir durch bei wunderbarem Wetter – also ideale Trainingsbedingungen. Die Aussenanlagen wurden intensiv genutzt. Trotzdem kamen wir nur harzig voran. Die Motivation stockte immer wieder, auch war die Präsenz für die Gerätekombination manchmal sehr ernüchternd. Das «bessere» Training am Fyrabig-Cup in Fehraltorf brachte zu Tage, dass noch intensive Turnstunden nötig waren, wenn wir irgendwie wenigstens eine Acht erreichen wollten. Doch nach der Schlappe an den Regionenmeisterschaften in Bauma hiess es nochmals Vollgas geben. So etwas dürfen wir am Eidgenössischen nicht zeigen. Das gilt für die GeräteturnerInnen. Nebst der Sektion galt es aber auch, die Einzeldisziplinen zu üben, haben sich doch sage und schreibe 15 TurnerInnen für einen Einzelwettkampf am ersten Wochenende gemeldet. Das ist ein echter Rekord.


Im Vorfeld zum Eidgenössischen Turnfest strahlte das Schweizer Fernsehen im Sport Aktuell eine Serie von vier Folgen aus, wo sie verschieden Vereine filmte. Der vierte Teil drehte sich um den Unterschied Stadtverein – Landverein. Nebst dem TV Länggasse (Stadtverein) wurde unsere Bewerbung gewählt. So stand am 14. Juni das Fernsehteam vor Ort. Ein eMail und SMS bewirkten, dass so viele TurnerInnen anwesend waren wie selten. Obwohl das Echo für die Filmerei nicht gerade grossartig war…


Das Einzelwochenende steht vor der Türe: Maik Frei turnt bereits am Freitag den Junioren-Sechskampf. Debby Brügger nimmt am Gymnastikwettkampf teil. Am Samstag starten um acht Uhr die TurnerInnen, welche den Turnwettkampf (früher Festwettkampf genannt) bestreiten. Daniela Bär, Debby Brügger, Manuela Bär, Anna Tischhauser, Natascha Nievergelt, Ramona Sigg und Marc Gutknecht turnen einen Dreikampf aus drei verschiedenen Sparten. Thomas Morf und Gabi Strasser sind bereits in einer älteren Kategorie und «müssen» sich mit einem Zweikampf zufrieden geben… Alle Frauen starten beim Unihockeyslalom, der den einen eher zum Verhängnis wird. Zwei Turnerinnen absolvieren einen 80m-Lauf, wobei sie das Gefühl haben, sie seien bloss 60m gerannt. Manuela wählt als einzige Turnerin Kugelstossen aus der Sparte Leichtathletik. Nachher wechseln wir in die kleine Allmend, in die Turnhalle Auen, wo ebenfalls alle Turnerinnen ihre Übungen am Stufenbarren zum Besten geben. Die Noten lagen zwischen 9.15 und 9.6. Das ist doch schon ein Erfolg. Daniela, die eigentlich sehr streng mit uns ist, hätte sogar höhere Noten verteilt! Das heisst schon etwas.


Marc und Thomas haben kurz zuvor ihre Barrenübung geturnt, aber wir haben sie verpasst. Auch die aktiven Sechskämpfer, die in der Zwischenzeit ihren Wettkampf in der kleinen Allmend gestartet haben, können wir noch nicht begrüssen oder anfeuern. Da wetteifern Florian Epprecht, Matthias Bärtschi, Bruno Weidmann und Benjamin Vogt.


Für die einen Frauen steht noch der Weitsprung an.


Nachdem nun alle ihren Wettkampf beendigt haben, wollen einige mit dem Bus in die Kantonsschule fahren. Da ist nämlich Remo Meier ganz «alleine» im Einsatz. Schliesslich hatte er seinen Missmut schon die ganze Woche kundgetan. Na, dann wollen wir ihm doch einen weiblichen Fanclub zur seelischen Unterstützung liefern. Da der Zeitplan fast zu knapp ist, verlässt Daniela uns auf halbem Rundkursweg und geht fanen bei den Aktiven. Sie will noch die Karten für den Schweizer Abend abholen und ev. nachlösen.


Remo ist gerade beim Kugelstossen angelangt. Zufrieden ist er nicht ganz mit seiner Leistung. Auf dem Wettkampfplatz erblicken wir auch Stefan Wägeli und Marianne Rütschi beim Speer werfen. Sie absolvieren den Sie- und Er-Wettkampf Senioren für die Männerriege Thalheim. Leider hat sich Stefan beim Hochsprung verletzt. Aber er kämpft natürlich weiter. Remos nächste Disziplin ist der Weitsprung. In dieser Zeit laufen Stefan und Marianne noch 2000m amerikanisch, d.h. abwechslungsweise er, dann sie 400m. Da können wir auch noch etwas anfeuern und Stefan ist froh seine dritte Runde noch ins Ziel zu bringen. Für Remo steht noch der 1000m-Lauf an. Er muss schon bald ans Warmlaufen denken. Nun hat auch Thomas noch den Weg zu uns gefunden. Die Wartezeit wird noch etwas verkürzt, als plötzlich über unseren Köpfen die Jets der Patrouille Suisse hinwegdröhnen. Endlich der Startschuss und die Läufer versuchen sich in der glühenden Hitze einen guten Platz zu ergattern und möglichst nahe am Vordermann zu bleiben oder diesen gar noch zu überholen.


Mit Wilen-Neunforn wird gleich um die Endzeit gewettet bzw. wer von ihnen am weitesten von der gelaufenen Zeit ihres Turners entfernt ist, zahlt eine Runde und umgekehrt natürlich sie uns. Dieser läuft 3’09“. Wenn Remo länger hat, spendieren wir den «Nachbarn ennet der Thur» eine Runde. Es dauert eine Zeit bis Remo zurückkommt. Chrigel Graber meint, handgestoppt vom Start aus so etwa 3’11“. Remo kommt zurück und erklärt, dass die elektronische Zeitmessung ausgestiegen sei. Sie könnten nochmals laufen oder handgestoppt hätte er 3’09“. Das nimmt er an. Super, das passt schon ;-). Thomas schaut, dass auch Remo seinen erfolgreich beendeten Wettkampf feiern kann. Dann klingelt auch schon ein Telefon, ob wir schon auf dem Retourweg seien. Die Sechskämpfer seien auch beim 1000m-Lauf angelangt. Ein Blick auf die Uhr verrät uns denn auch, dass wir wohl wirklich bald auf den Bus müssten. Da fährt auch bereits der Arosa-Bus an die Haltestelle. Also verlassen wir Hals über Kopf das Gelände, um den Bus zu stoppen, damit auch Remo noch seine sieben Sachen packen kann und sich vielleicht noch einen Schluck genehmigen kann. Aber oha: Der Chauffeur sieht die zwei einsteigen und meint, diese zwei sollen doch in Ruhe leer trinken und den nächsten Bus nehmen…


So warten wir eben am Bahnhof auf Thomas und Remo und fahren gemeinsam in die kleine Allmend. Da treffen wir auch gleich auf die Sechskämpfer. Leider ist der Schweizer Abend ausverkauft. Zusätzliche Karten waren nicht mehr erhältlich. Schade, es waren wirklich eineinhalb Stunden Top-Unterhaltung. Da sich der Hunger auch langsam bemerkbar macht, versuchen wir gemeinsam im Dörfli in einem Beizli Platz zu finden. Fondue ist eben doch zu heiss, aber als Kopfbedeckung reicht auch ein Brotkörbchen… Die Schwingerhörnli waren schon ausverkauft und die Beiz bereits geschlossen. Also wieder umkehren – Fisch-chnusperli gibts doch noch bei den Ermatinger Turnern. Dazwischen versucht Mätthe noch einen Cicco Doro-Kaffee herunterzumärten – ohne Erfolg. In der Fischbeiz versuchen wir unser Glück. Da heisst es doch tatsächlich, es gäbe nur noch Plätzli. Und während wir anstehen, gehen auch diese noch aus. Aber Mätthe schafft es, doch noch genügend Plätzli zu ergattern, sogar Salat wird ihm noch geschöpft…


Frisch gestärkt gehts nun weiter in die Festmeile. Nun wirds ziemlich schwierig, noch zusammen zu bleiben. Bald schon sind eben mehrere Grüppchen unterwegs. Nach der einen oder anderen Bar finden wir auch den Weg zuoberst in den ETF-Tower. Wahnsinn – diese Aussicht! Gute Arbeit. So um elf Uhr finde ich, dass mich mal auf den Heimweg mache mit meinem Radel, sofern ich dieses wieder finde… Dieses Unterfangen dauerte auch eine ganze halbe Stunde. Wäre am zweiten Wochenende nicht passiert, nachdem man den Standort jeder Disziplin und jedes Zeltes bzw. Beiz kannte… Die meisten kommen mit dem «Bärenauto» irgendwann wohlbehalten nach Hause.


Der Auftakt war sehr vielversprechend. Das Wetter hat mitgespielt. Da freuen wir uns natürlich auf das zweite Wochenende.


Am Donnerstag und Freitag sind Jack und Gabi bereits als Kampfrichter im Einsatz. Trotz des grossen Regens konnte der Wettkampf praktisch ohne grosse Unannehmlichkeiten oder Verspätungen weitergeführt werden. Am Freitagabend stellt Martin bereits Traktor und Wagen auf den Zeltplatz. So kann ich nach dem 13stündigen Einsatz vom Freitag auf Samstag dort übernachten.


Am Samstagmorgen um 5.45 Uhr besammeln sich die TurnerInnen mit dem Velo und radeln gemeinsam nach Frauenfeld. Obwohl die ganzen Anlagen eigentlich nahe beieinander liegen, müssen wir für den Fussmarsch von Disziplin zu Disziplin genügend Zeit einrechnen. Bereits müssen die GeräteturnerInnen ans Einturnen denken. Hinter den Panzerhallen finden wir auch ein Plätzchen. Und schon rückt halb zehn näher. Die Barren und Stufenbarren werden gerichtet. Die Musikprobe – jetzt gilts ernst! Spannung – das A und O und bei einem Patzer nur wieder einsetzen, wenn man synchron weiterturnen kann – die letzten Tipps von Daniela. Knapp drei Minuten herrscht äusserste Konzentration.


Dem Gefühl nach war es gar nicht so schlecht… Die Geräte werden wieder abgeräumt und wir warten gespannt auf die Note. Siehe da – das Zittern wird mit 8.27 belohnt. Auch Daniela ist zufrieden mit uns – uff. Einige TurnerInnen haben den Wettkampf bereits nach diesem knapp dreiminütigen Einsatz beendet. Nun ist fanen gefragt.


Der Fussmarsch zum Laufzelt steht an. Nun kommen auch noch die Leichtathleten, die nicht am Barren turnten, zum ersten und zum Teil einzigen Einsatz bei der Pendelstaffette. Nachdem das Einmessteam Emil und Thomas ihre Arbeit erledigt hat, fällt auch schon bald der Startschuss. Da sausen unsere Thalheimer Läufer mit Debby nur so vorbei. Übergabefehler sind keine zu verzeichnen. Super. Der Zeit nach meint Florian, könnte sogar eine 9 drinliegen. Wir werden sehen…


Der nächste Wettkampfteil ist getrennt: Kugelstossen und Steinheben. An der Kugelstossanlage treffen wir auf einen Bekannten – Jack steht auch heute als Kampfrichter im Einsatz. Das Einstossen läuft gut. Da kommt Sven rechtzeitig mit der Fahne angerauscht. Die Steinheber sehen wir von weitem. Nun folgen für Florian, Andreas,


Martin und Maik die drei zählenden Durchgänge. Maik tritt beim Anlauf knapp über den Ring an der Seite. Schade um den guten Stoss. Im zweiten Durchgang geben wieder alle Vollgas und steigern sich nochmals. Nein, nochmals derselbe Übertritt, so knapp. Im dritten Durchgang muss es klappen. Das gelingt auch, aber natürlich mit Einbusse, da auf Sicherheit gestossen wurde.


Nun wechseln wir sofort zu den Steinhebern, da diese den Wettkampf noch nicht beendet haben. Da kämpfen Emil, Thomas, Reto und Marc mit dem 18 kg-Stein um wertvolle Punkte. Schweisstropfen fliessen und noch eine Hebung und – nein, nichts geht mehr. Thomas weiss sofort, dass die 9.0 erreicht ist. Für Nicht-Eingeweihte: mit dem 18 kg-Stein kann maximal eine 9 erreicht werden. Für eine zehn müsste der 22,5-kg-Stein gehoben werden.


So, das darf nun gefeiert werden. Eine Glacé wäre jetzt auch nicht schlecht… und siehe da, da kommt auch gleich ein Coop-Wägeli gefahren, das tatsächlich Mini-Magnum verteilt! Wir suchen mal wieder unsere Treffbeiz auf, begleitet von unseren zwei treuen Fans, Käthi und Hansruedi. Unser Verein ist schon ziemlich gross. Ein Bank reicht ja gar nicht mehr. Sofort zügeln wir die Bänke und Tische nach draussen – bei diesem wunderbaren Wetter. Petrus hat doch auch ein Turnerherz!


Bier gibts am Meter, Wein natürlich als Halbliter… Die gemütliche Runde muss aber bald beendet werden. Das gemeinsame Mittagessen steht an im Festzelt «Thurgau». Frisch gestärkt gehts Richtung ETF-Dörfli. Die Rodeo-Bar ist anziehend. Da trifft man auch die Andelfinger. Ein Frauengrüppchen will nicht unbedingt den restlichen Nachmittag in irgendeiner Beiz rumhängen. Ein Buurehof-Glacé ist jetzt gerade das Richtige und irgenwo unter einen Baum sitzen. Als wir zurückkehren, treffen wir einen Grossteil im Fonduezelt?! Nein, nicht beim Fondue-Essen bei 27° C im Schatten – nein, sie schwingen das Tanzbein.


Daniela versucht, unsere Turner zum nächsten «Termin» – Abendessen – zu bewegen. Leider ist unsere Essenszeit bereits auf 16.30 Uhr reserviert. Da wir erst um 14 Uhr zu Mittag gegessen haben, verspüren die meisten noch gar keinen Hunger. Ein Grüppchen macht sich trotzdem auf. Ein zweites folgt bis zum Zelteingang und beschliesst dann, da das Zelt ja fast leer ist, vorgängig nebenan in der Panzerhalle noch einige Vorführungen anzuschauen. Die Wettkämpfe dauern ja bis ca. 20 Uhr. Nach dem Essen suchen wir die andern. Natel sei Dank – wieder in der Rodeo-Bar.


Dort angekommen informiert uns Bruno, dass noch Rangverkündigung des Sie- und Er-Wettkampfes sei. Wie schon aus der Rangliste ersichtlich war, haben sich Marianne und Stefan trotz Verletzung aufs Podest gekämpft. Aber da es am ersten Wochenende Probleme gab mit der Rangierung, wurde die Rangverkündigung auf das zweite Wochenende verschoben. Er meint, da sollten die Fahne und das Horn schon anwesend sein. Das ist einfach festlicher. Die Fahnen sind sehr gut aufgehoben in den Essenszelten, da dort nur gegessen, aber nicht gefeiert wird. Das Horn ist auf dem Zeltplatz. Da heisst es bald Gas geben, damit wir nicht zu spät sind. So versammelt sich ein Fan-Grüppchen des TV’s vor dem Arosa-Zelt, wo auch Ramona wieder zu uns stösst und wir auch bald die Podestturner erblicken. Sie freuen sich über die Geste. Aber sie müssen sich noch lange gedulden. Endlich in der letzten Gruppe werden die Sie- und Er-Wettkämpfer geehrt und die Zweitplatzierten dürfen das Podest erklimmen. Ja, es sieht wirklich schöner aus umrahmt von Fahne und Horn. Ohne Begleitung stehen die TurnerInnen eher verlassen da. Danach werden Fahne und Horn wieder versorgt. Aus dem Wagen hören wir tatsächlich schon Geschnarche. Da haben tatsächlich zwei schon fertig gefeiert? Janu, wir starten jetzt erst durch!


Ein Teil ist im Tower, also bahnen wir uns einen Weg in den ersten Stock. Da es auf jedem Stock verschiedene Bars gibt und man am Natel natürlich nichts versteht, versuchen wir es mit SMS. Endlich finden wir ein Grüppchen. Als ich mir einen Drink besorgen will mit der tollen Punktekarte, was eine halbe Ewigkeit dauert, und den endlich erhalten habe, ist weit und breit niemand mehr zu sehen. Kann ja nicht sein. Aha, an der nächsten Bar. Bald kehren wir wieder an den alten Platz zurück. Da hat’s noch Tanzfläche. Da es ab und zu von oben «regnet», ist der Boden ziemlich rutschig. Aber das hält unsere Tanzlust nicht auf. Es wird geschwoft, was das Zeug hält. Kurze Zeit machen wir uns mal Sorgen um einen «Angehörigen», aber irgendwann verlässt er dann die Runde und macht sich wohl auf die Suche nach dem Schlafplatz. Auch der Präsi ist mal aufgetaucht und hat eher geschlafen am Geländer. Irgendwann ist auch er verschwunden.


Als bei mir auch langsam der Sandmann am Werk ist und ich mich verabschiede, schliessen sich Ramona und Natascha an. Wir haben Glück. Der Wagen ist schon halb voll, aber wir finden unseren Schlafplatz. Aus der hinteren Ecke schnarcht es. Von wegen Nachtruhe – wenn ein Auge zu ist, klettert wieder irgendjemand in den Wagen und muss natürlich auch noch in die hinterste Ecke kriechen. Das Gummiboot kann auch draussen übernachten. Raus damit. Irgendwann scheint der Wagen randvoll zu sein. Erstaunlich, «was» alles Platz hat in so einem Wagen… Am Morgen kommts zum Vorschein.


«Tagwache!» – Familie Frei steht frühmorgens so gegen sechs wieder auf und klettert mal über sämtliche nicht mehr lange dösenden Kollegen und Kolleginnen hinweg. Unser Polizist, der gleich am «Abgrund» gelegen hat, meint nach einem Rundgang an der frischen Luft, im Wagen herrsche ein seltsames Düftchen. «Wo ist eigentlich Beni??», will jemand wissen. «Der liegt direkt unter dir!» – «Das wüsste ich aber!» Natürlich unter dem Wagen, ebenso der Präsi. Immer mehr räkeln sich und klettern schlaftrunken herunter. Da ist ja auch unser «Chrampfi» – hat gleich das Gummiboot in einen Schlafplatz umgewandelt. Die Bettflasche fehlt auch nicht ;-). Familie Frei kehrt von ihrer Frühmorgenerkundungsvelotour zurück und macht Berichterstattung. Sie wissen unter anderem, wo am besten mit den Gummibooten eingewassert werden kann und wozu Brücken auch noch dienen können.


Beni verlässt uns bald, da er noch Familienpflichten nachzukommen hat. Aber einen vermissen wir trotzdem. Da hat er sich doch am Abend noch entschieden, hier zu bleiben; doch das einzige, was hier geblieben ist und erst noch im Wagen übernachtet hat, ist sein Bike!!! Doch dieser wird am Nachmittag mit dem voll gepackten Wagen nach Üsslingen fahren, wo eingewassert wird und auch die Fahrräder noch verladen werden.


Daniela und Raphi tischen nun ein richtiges Sonntagsfrühstück auf. Wir können nach Herzenslust schlemmen. Sie haben an alles gedacht. Nebst Zopf, Erdbeerkonfitüre und Butter, die den ganzen heissen Samstag überlebt hat, brutzeln die beiden auchSpeck und Eier. Das Kaffeewasser kocht auch noch, als schon alle fertig sind (eine Kochplatte wollte nicht, wie sie sollte). Die Milch ist schon getrunken. Wer trotzdem einen Kaffee braucht, trinkt ihn schwarz. Kaltes Wasser kann vor Verbrennungen schützen… Der Kaffeeduft zieht auch andere Turner an. Daniela überlässt ihnen die Resten unseres feinen «Zmorge» und braut ihnen auch noch Kaffee.


Die ersten haben sich bereits aufgemacht ins Stadion um den Schlussvorführungen beizuwohnen und natürlich Raphi und Natascha beim Fahnenlauf zu sehen. Ein zweites Grüppchen macht sich ebenfalls auf, während beim Wagen noch fertig aufgeräumt und gepackt wird. Leider finden Marc, Emil und ich keinen Platz mehr. Es ist ausverkauft. Dafür sieht Emil noch seine Tochter, bevor sie ihren grossen Auftritt hat. Ja, Emil hat es geschafft, mit seinem ganzen Nachwuchs an einem Eidgenössischen Turnfest zu turnen. Beide Söhne haben bei der Sektion teilgenommen. Da darf man als Vater schon «ein bisschen» stolz sein.


So treffen wir uns wieder mit Daniela. Reto und Emil gehen schon mal in die Rodeo-Bar. Daniela will noch das Täfeli an der Resultatewand suchen. Wir staunen nicht schlecht: Wir haben sogar unsere Bestleistung von Wiesendangen übertroffen. Anschliessend holen wir auch gleich noch unser Riegencouvert ab und schlendern zurück zu Emil und Marc. Die anderen gesellen sich auch wieder zu uns und geniessen das herrliche Wetter. Souvenirs werden noch eingekauft. Auch ein Andelfinger hat sich wieder zu uns verirrt. Ob er wohl bald für Thalheim starten will? Seit unserem Sport aktuell-Auftritt sind wir ja richtig bekannt.


Langsam müssen wir ans Abschiednehmen denken. Schliesslich wird die Bootsfahrt schon etwa drei Stunden dauern. Nun werden die Gummiboote nachgepumpt und überall fleissig Sonnencrème eingeschmiert. Der krönende Abschluss soll ja nicht nicht noch durch schlaflose Nächte einen trüben Nachgeschmack haben. Die einzige «Pessimistin» nimmt die ganze Heimfahrt unter die Räder, obwohl sie eigentlich eine passionierte Böötlerin ist … Doch eine Velofahrt auf dem Damm ist auch angenehm. Keine unnötigen Steigungen 😉 an so einem heissen Nachmittag. Die Gruppe radelt nach Üsslingen und steigt auf die Schlauchboote um. Und eben – so eine Bootsfahrt, die ist lustig. Die Sonne scheint.


An der Blache begrüssen einige Schützen und weitere Sympathisanten die Turnerschar, die wohlbehalten aus ihren Booten steigt, mit einem Apéro. Damit wir nicht den ganzen Weg von der Blache bis ins Dorf zu Fuss machen müssen – wie das vom Bahnhof her üblich ist mit Sang und Klang –, lädt Chrigel gleich alle in den Pickup.


Von der Thurtalstrasse her marschieren wir Richtung Brückenwaage.


Dort lassen wir den Abend mit oder ohne Abendessen ausklingen, wo den einen oder anderen auch schon kurz mal der Schlaf des Gerechten einholt. Die Jungmannschaft räumt noch den Wagen leer.


Es war ein tolles Eidgenössisches Turnfest – vielleicht sogar das Beste, das wir besucht hatten. Und allen Schnödern und Schlechtrednern zum Trotz (es gab diverse negative Berichte in den Medien nebst zahlreichen positiven): Die ganze Zeit, während wir in Frauenfeld weilten, erlebten wir keine Schlägereien, keine mutwilligen Zerstörungen und die Toiletten waren auch immer sauber. Ausserdem brauchte niemand auf einem miefenden Toitoi sein Geschäft zu erledigen. Ganz klar, dass am frühen Morgen die Güselequippe noch nicht in jeder Ecke alles aufgeräumt hat… Die Organisatoren haben ganze Arbeit geleistet. Die Anlagen waren fast alle zu Fuss erreichbar.


Herzlichen Dank an .


… unsere Chauffeure Martin und Florian sowie dem Anhängerbesitzer Roland.


… Christina Bär für den Gepäcktransport und weitere Unterstützung…


… Daniela, Anna und Raphi für den Zmorge. Der hat so manchen Kater gar nicht richtig aufkommen lassen. Alle waren topfit!! Kann vorgemerkt werden ;-).


… an unsere Leiter Florian, Mätthe und Daniela.


Ohne ihren unermüdlichen Einsatz und ihre Motivation wäre eine solche Leistung kaum möglich. Mätthe und Florian sind vor allem für die Leichtathletik zuständig. Daniela hat den einen manchmal fast den letzten Nerv geraubt (und wir ihr wahrscheinlich auch), wenn sie die Gerätekombination nochmals durchgeturnt haben wollte. Aber nur üben, üben, üben führt zum Ziel und die Übungen durchturnen, nicht denken, an einem neuen Barren gehts ja schon…


… an Susi Weidmann. Was würden wir machen ohne ihr Geschick im Hornschmücken? Sogar im Nachbardorf ging sie auf Blumensuche. Es war wunderschön – wahrscheinlich das schönste Horn auf dem Gelände!


Zu guter Letzt: Am folgenden Dienstagabend durften wir noch ein Speckessen durchführen. Wieso? Vereine, die mit mehr TurnerInnen als in Basel teilnahmen, erhielten einen Speck. Margrit Huser schnitt den Speck hauchdünn mit der Maschine. Andi spendiert eine Riesenbüchse Essiggurken dazu. Besten Dank.


für den TurnvereinGabriela Strasser

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