Interview: Ingrid Bachmann

Steckbrief

Name Ingrid Bachmann
Wohnort Altikon
Beruf gelernte Drogistin, Hausfrau, Katechistin
Hobbys Arbeit mit Kindern

Ingrid Bachmann aus Altikon ist selber Mutter von drei teils schon erwachsenen Kindern. Vor acht Jahren schloss sie ihre Ausbildung als Katechetin der reformierten Landeskirche ab und engagiert sich seither sehr für die Kinder unserer Gemeinden. Im Rahmen des biblischen Unterrichtes der reformierten Kirchgemeinde war sie während sieben Jahren die Leiterin des Drittklass-Untis und bezeichnet es als ihr Hobby, Unti zu geben und mit Kindern zu arbeiten.

Ingrid Bachmann, wie wird man Katechetin und was ist eine Katechetin genau?

Das wusste ich früher auch nicht. Nachdem ich schon längere Zeit vorher als Sonntagschulleiterin tätig war, suchte ich damals zur Arbeit als Hausfrau einen Ausgleich. Ich besprach dies mit meiner Familie und entschloss mich zur 2-jährigen Ausbildung beim Katechetischen Institut der reformierten Landeskirche in Zürich. Wir lernten unter anderem als Leiterin aufzutreten, wie man einen Unterricht gestaltet, wie eine Lektion aufgebaut sein soll usw. Nach zwei Jahren absolvierte ich die Prüfung. Seither gebe ich den Drittklass-Unti in Thalheim und Altikon.

Was wird im Drittklass-Unti vermittelt?

Wir wollen den Kindern die wichtigen Dinge und Bräuche des Christentums weitergeben. Ein erstes Thema ist die Taufe. Warum werden die Kinder getauft? Wir befassen uns intensiv damit und wirken jährlich einmal an einer Taufe aktiv mit. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Christentums ist das Beten. Hier erkläre ich den Kindern, in welchen verschiedenen Situationen und auf welche Arten man beten kann. Ich denke, dass das Thema Beten für den Moment nicht interessant auf die Kinder wirkt, für später aber etwas hängen bleibt. Wir feiern auch zusammen das Abendmahl. Hier geht es um das Teilen. Zum Schluss befassen wir uns mit dem Thema Pfingsten.

Wie wird eine Lektion gestaltet?

Wir singen zusammen, und zwar nicht immer nur biblische Lieder. Wir machen Spiele und zwar meistens zur Vertiefung eines Themas. Dann erzähle ich natürlich Geschichten. Diese sind immer in einer eigenen Fassung erstellt. Ich suche mir eine zum Thema passende Geschichte aus und erzähle sie den Kindern wie sie für mich stimmt. So bringe ich eine persönliche Note hinein. Zum Teil ist es auch schwierig geworden, die Kinder nebst all den Aktivitäten die ihnen in der Schule und sonstwo geboten werden, für eine Geschichte zu begeistern. Eine gute Vorbereitung ist wichtig und man muss aus Überzeugung dabei sein. Ein wichtiger Bestandteil des Untis sind auch Gespräche, z.B. über Toleranz, Angst, Vertrauen, Nächstenliebe usw.

Wo besteht der Unterschied zur Sonntagschule und zum biblischen Unterricht der Schule?

Die Sonntagschule ist ein Kindergottesdienst. Hier werden ganz einfach Geschichten erzählt. Der Drittklass-Unti ist religiöse Erziehung im Rahmen der reformierten Kirche. Das Fach Biblische Geschichte in der Schule vermittelt das Kennenlernen der Bibel als Kulturgut und steht allen Religionen offen.

Besuchen nur reformierte Kinder den Drittklass-Unti?

Ich persönlich war immer offen auch für andere Kinder.

Das Unterrichten hat dir sichtlich Freude bereitet. Wie konntest du die Kinder für einen oft nicht beliebten Unterricht begeistern?

Ja, es hat mir sehr Spass gemacht und macht es noch immer. Die Drittklässler befinden sich im idealen Alter für diesen Unterricht. Natürlich kommt es auch immer auf die Klassenzusammensetzung an. Nicht jeder Jahrgang lässt sich gleich gut unterrichten. Letztes Jahr besuchten zwei Schülerinnen aus Altikon den Unterricht in Thalheim. Seit eh und je war dies ein schwieriges Unterfangen. Am Schluss freute es mich aber ganz besonders, als sich die Kinder aus Altikon zu den Kindern aus Thalheim und Gütighausen an den Tisch setzten. Auch das gehört zum Ziel des Drittklass-Untis, einander gegenseitig respektieren, Verbindungen schaffen, einander verstehen. Toleranz ist etwas sehr wichtiges, das Motto «Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.» Ich sage den Kindern immer wieder: «Geht so miteinander um, wie ihr es selber gerne hättet, wie man mit euch umgeht.»

Was bedeutet dir selber der Glaube zum Christentum?

Er hat mir immer Kraft gegeben und mich irgendwie begleitet und behütet. Er hat mir auch in verschiedenen Lebenssituationen geholfen, Schicksalsschläge zu verarbeiten. Als Kind ging ich schon gerne in die Sonntagschule, später in die CVJM. Ich habe mich dort immer wohl gefühlt.

Konntest du deinen Glauben den eigenen Kindern auch weitergeben?

Ich denke schon, so gut es eben geht. Ich versuche ihnen etwas weiterzugeben, was ihnen im späteren Leben Halt geben wird. Auch durch das eigene Vorleben kann man das den Kindern vermitteln. Aber natürlich gelingt auch mir das nicht immer.

Nun gibst du die Tätigkeit als Leiterin des Drittklass-Untis in Thalheim und Altikon auf. Hast du neue berufliche Pläne?

Manchmal braucht es im Leben Veränderungen und neue Herausforderungen. Ich brauche ab und zu neue Impulse und ein neues Umfeld, um nicht an Ort zu treten. Den Drittklass-Unti werde ich in Ellikon noch weiterführen. In Altikon werde ich eine Altersentlastung für einen Lehrer im Fach Biblische Geschichte für die Viertklässler übernehmen. Dies ist wieder eine neue Aufgabe, worauf ich mich freue. Ansonsten bin ich noch für die Jugendmusik Andelfingen tätig, wo ich vor allem Organisatorisches erledige. Ich brau-che den Kontakt mit Leuten und liebe auch das Vereinsleben.

Ingrid Bachmann, ich hoffe sehr, dass dein Engagement für die Kinder Früchte tragen und dir die neue Herausforderung ebenso Freude bereiten wird. Herzlichen Dank für dieses Gespräch.

Marlies Schwarz

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