Eingesandt: Nachhaltigkeit in Thalheim

Gemüse habe ich schon immer gerne gegessen, aber eigentlich nie so richtig darauf geachtet welches Gemüse gerade Saison hatte. Der Supermarkt bietet halt einfach alles an, zu jeder Jahreszeit. Doch als die Familie Jordi in Thalheim mir berichtete, dass sie Biogemüse anbauen und ein «Gemüse Abo» anbieten, war ich dann doch neugierig. Ich habe ein Abo bestellt, das es in drei verschiedenen Grössen gibt. Nun war ich erstaunt darüber, wie wenig ich wusste von saisongerechtem und biologischem Gemüseanbau. Ich wollte mehr darüber wissen. Zum Abo gehören auch die sehr interessanten Arbeitseinsätze, im gesamten 12 Stunden.

Ich habe sehr nette Menschen kenngelernt und viel erfahren über den Bio-Anbau. Bei manchen Arbeiten wie Bohnen fädeln, zum dörren oder Kräuterbünde zu machen usw. sitzt man am Tisch draussen und hat so auch immer noch die Musse für ein interessantes Gespräch. Aber vor allem habe ich erlebt, wie viel Arbeit und Idealismus dahintersteckt, bis das Gemüse so vorbereitet ist, um es in die Abo-Körbe zu packen.


Nebst all den Arbeiten wie säen, jäten, Wasser geben, ausdünnen der Setzlinge muss das reife Gemüse ja auch noch geerntet werden. Dann wird es wenn nötig gewaschen, geputzt und in abogerechte Portionen verpackt. Inzwischen sind es etwa hundert Körbe die gefüllt werden müssen. Dann müssen die Körbe noch an die verschiedenen Standorte gebracht werden. Dort holt der Kunde seinen persönlichen Korb ab und stellt den leeren wieder hin. Wenn man mal was nicht so gerne hat, steht auch ein Tauschkorb bereit. Aber auch im Selbstbedienungsladen auf dem Hof kann man das frische Gemüse einkaufen. Oder jeden zweiten Samstag von neun bis zwölf Uhr auf dem Ossinger Buuremärt.


Das etwa zwei Hektar grosse Land der Biobauern wird auf natürliche Weise bewirtschaftet, mit Pferden und Eseln. Schafe, Wollschweine und Enten sind ebenso anzutreffen. Es werden auch alte Pflanzensorten wieder aufgezüchtet. Für mich war es erstaunlich zu erleben, dass es Tomaten in den verschiedensten Formen und Farben gibt, und sonstige Gemüsesorten die ich gar nicht kenne, oder in Vergessenheit geraten sind zu entdecken.


Ich werde in diesem Jahr vermehrt auf dem Bio Hof anzutreffen sein, um einmal den Jahresablauf etwas mitzuerleben, und in der Dorfposcht erzählen, was ich alles erlebt habe. Ich freue mich auf ein spannendes «Gemüsejahr».


pr

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