S Pitschi und die Preis-Einlösung

Am Thalheimer Dorfmärt 2007 hat die Jüngste in der Familie unserer Gottekinder beim Ballonwettbewerb drei Eintrittsbillets fürs Puppentheater Winterthur gewonnen. Da die Familie im Toggenburg lebt, hat es mit der Einlösung des Preises bis jetzt gedauert. Ende April sind wir dann in den Genuss der Aufführung von «Pitschi» gekommen. Das ist die alte und beliebte Geschichte von Hans Fischer, die er zauberhaft illustriert hat. Eine Geschichte, die schon meine Generation in der Kindheit begeistert hat und die heute noch genau so «zieht» bei den Kindern. Jedenfalls war das Puppentheater total ausverkauft, ja es mussten noch Kinder weggeschickt werden. Wie traurig für sie – doch wir hatten Platz, da wir reserviert hatten. Die Älteste unserer drei Theaterbesucherinnen hat nachher die Geschichte von Pitschi aufgeschrieben – notabene ganz allein. Hier ist sie:

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Es war einmal eine alte Frau namens Lisette. Lisette hatte Katzen, Hühner, Enten, eine Ziege und einen Hund, der Bello hiess. Eine von den Katzen war Pitschi. Pitschi wollte keine Katze sein. Einmal als es im Körbchen lag, hörte es den Hahn krähen. Da dachte es, es wolle ein Hahn sein. Es lernte krähen. Da kam der Nachbarshahn und es gab einen Kampf zwischen den zwei Hähnen. Da dachte Pitschi, es wolle doch kein Hahn mehr sein.

Pitschi rannte davon, bis es zur grossen Wiese kam, auf der Lisette`s Ziege Käti weidete. Es dachte: «Ich will auch eine Ziege sein». Käti gab Pitschi ihre Sonntagsglocke und Pitschi fühlte sich wie eine Ziege. Da kam Lisette und molk die Ziege. Pitschi, die das noch nie gesehen hatte, rannte davon und dachte sich, es wolle doch keine Ziege sein.

Da kam Pitschi an einen See, in dem eine Ente schwamm. Da dachte Pitschi, es wolle auch eine Ente sein. Pitschi ging ins Wasser, aber oh jeeh! Pitschi ging unter. Die Ente zog Pitschi wieder hoch und zog es an Land. Da wollte Pitschi keine Ente mehr sein.

Dann hüpften die Hasen vorbei. «Ich will ein Hase sein» dachte Pitschi und hüpfte den Hasen nach. Als es Abend wurde, klatschte die Hasenmutter in die Hände, und die kleinen Häschen und Pitschi hüpften in den Stall.

Es wurde Nacht und Pitschi erwachte. Die Nachtjäger (Eulen, Füchse) kamen aus dem Wald, und Pitschi bekam Angst. Es jaulte. Bello hörte das Jaulen, und weckte Lisette. Die kam heraus und nahm Pitschi ins Haus.

Pitschi wurde krank. Es schlief lange und alle Tiere waren traurig. Pitschi träumte von dieser schrecklichen Nacht. Als Pitschi aufwachte, war es wieder gesund. Die Katzengeschwister und alle Tiere und Lisette feierten ein Fest. Von nun an wusste Pitschi, wo es hingehörte.

Obwohl ich schon elf Jahre alt bin, höre ich diese Geschichte immer noch sehr gerne. Die Aufführung im Puppentheater hat meinen beiden Schwestern und mir sehr gut gefallen.

Alexandra Siegenthaler, Unterwasser, 25.04.2009

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