Erstaugustfeier: Musik statt Raketen

In aller Eile wurden sieben Musiker organisiert, damit konnte der Bevölkerung Unterhaltung geboten werden.

Keine Feuer, kein Feuerwerk und auch keine Holzkohlengrills! Die Weisung aus Zürich war klar und die Regierung liess auch keinen Zweifel aufkommen. Unmissverständlich wurde darauf verwiesen, dass das Verbot durchzusetzen sei. Holzkohlengrillgeräte wurden dann allerdings in letzter Minute doch noch erlaubt, aber viele haben das nicht mitbekommen.

Ob es das Wetter war, oder die Behörden, die mit ihrem Feuerwerksverbot den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung gemacht haben, liess Gemeinderätin Doris Morf offen – «Wir können die Höhefeuer und das Feuerwerk ja ennet der Thur geniessen» –. Wie richtig oder wie falsch das Verdikt aus Zürich war, bleibe dahingestellt. Jedenfalls hat es viel Arbeit gebracht. Diese Arbeit hat man in Thalheim nicht gescheut. Die 1. August Feier wurde auf das Schulhaus Areal verlegt und anstelle des grossen Feuerwerks wurde eine Musikband organisiert. Dank der Beziehungen der Agentur «Theater BÜ» aus Gütighausen konnten sieben Musiker organisiert werden, die beste Unterhaltung geboten haben. So wurde in Thalheim trotz allem eine gelungene Feier abgehalten.

In Ihren Gedanken zum 1. August gestand die Schauspielerin Agnes Bühlmann ihre Liebe zu dieser schönen Gegend. «D’Lüüt säged sich na fründli Grüezi und me hät s’Gfühl, da heig d’Natur no e Chance» Die Nähe zu Winterthur und auch zu Zürich schätze sie sehr. Sie sprach vom Wunschtraum einmal jemand Anders zu sein und davon, dass Schauspieler ja oft in die Rolle eines Anderen schlüpfen müssen. Es sei aber oft schwer fremde Charakter darzustellen erklärte sie. Die Künstlerin sprach auch vom Wunsch die Welt zu verändern. Man müsse aber einsehen, dass das auch auf der Bühne nicht möglich sei. Aber es sei schon wunderbarer, wenn man dem Publikum eine andere Gesinnung geben könne – eine bessere vielleicht? – oder wenn man einem Menschen der Sorgen hat, wenigstens für zwei Stunden den Kummer vergessen machen könne, vielleicht sogar zum Lachen zu bringen. Doch im Kleinen, erklärte Bühlmann, können wir doch etwas tun, mit Rücksicht und Achtung vor den Mitmenschen oder vor der Tierwelt. «Hebed mer doch öisem chline Fläcke a der Thur Soorg und freued mer öis a der Natur.»

Mit einem Apéro der Gemeinde und den rassigen Klängen der «Rapidos» konnte in Thalheim doch noch eine würdige Feier abgehalten werden. Die Höhenfeuer und das Feuerwerk konnte man noch ennet der Thur (Kt. Thurgau) sehen. Sogar vom Feuerwerk am Rheinfall (SH) war einiges zu sehen. «Da hat es aber auch nicht mehr geregnet» vermerkte einer lakonisch.

jro

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