Kirchenpflege unvollständig

Die Wahl am 28. Mai war in den Augen der bisherigen Mitglieder eher peinlich als erfreulich, denn wir hatten bis wenige Tage vor der Wahl gehofft, es lasse sich noch jemand gewinnen, der oder die sich für die Mitarbeit in der Kirchenpflege zur Verfügung stellt.

Leider kam es anders. Mangels Kandidaten wurden die Wählerstimmen mehr oder weniger nach Lust und Laune vergeben. Wahrscheinlich nicht nur zur Freude derjenigen, die nach diesem «Zufallsprinzip» gewählt wurden. Immerhin konnten sie in einer Frist von vier Tagen nach der offiziellen Wahlanzeige entscheiden ob sie die Wahl annehmen wollen oder nicht.

Elsbeth Helfer, Thalheim hat zum Glück zugesagt. Und so wird nun die neu gewählte Behörde ihre Arbeit, vorerst zu viert, aufnehmen.

Sobald sich ein fünfte Kirchenpflegemitglied zur Verfügung stellt, kann eine «Stille Wahl» eingeleitet werden. Für die Annahme der Kandidatur sind mindestens 15 Unterschriften von Kirchgemeindemitgliedern, die diese Wahl unterstützen, notwendig. Danach wird die Kandidatur im offiziellen Amtsblatt, der Andelfinger Zeitung veröffentlicht, und wenn innert einer Frist von sieben Tagen keine weitere Person kandidiert und auch keine Einsprache erhoben wird, kann diese Person von der Kirchenpflege, als in «Stiller Wahl» gewählt, publiziert werden.

Stellen sich mehrere Personen zur Verfügung, muss eine Urnenwahl durchgeführt werden.

Nun, wir sind nicht die einzige Behörde im Kanton Zürich, welche noch nicht vollständig ist. Daher ist es kein Drama, wenn wir noch eine Vakanz haben. Aber es ist bedauerlich und es stimmt nachdenklich, dass sich niemand fand, der dieser Aufgabe etwas abgewinnen kann. Denn, die Mitarbeit in der Kirchenpflege kostet nicht nur Zeit und Engagement, sie hat auch attraktive Seiten. Wahrscheinlich sind die Aufgaben der Kirchenpflege interessanter, kreativer und weltoffener als sich das manche Aussenstehende vorstellen.

Natürlich, die Kirchenpflege plant, organisiert und begleitet das kirchliche Leben in der Gemeinde. Aber wer etwas hinter die Kulissen schaut, sieht bald, dass sich die Kirchenpflege nicht nur mit Gottesdiensten, Sonntagschule und Konfirmationsterminen befasst, sondern dass im Rahmen der kirchlichen Themen und Aufgaben viel mehr läuft.

Es geht um Menschen, um Kinder- und Jugend- und Altersarbeit, um interkonfessionelle Fragen, um Lebensfragen, sozialpolitische und philosophische Themen um Erwachsenenbildung, Begegnungen, Gespräche und Ausflüge, Feste und Projekte.

Wir sind überzeugt, die christliche Kirche wird weiterhin eine wichtige Kraft bleiben in unserer Gesellschaft. Dies kann sie allerdings nur, wenn sich Menschen für diese Kirche, für die Gestaltung und Weiterentwicklung des kirchlichen Lebens einsetzen.

Die Mitarbeit in der Kirchenpflege ist eine Herausforderung, ein Lernfeld, ein Aufgabenbereich an dem man wachsen kann. Sie bietet auch Gelegenheit, sich in bestimmte Aufgaben einzuarbeiten, sich einzubringen, sich in Einführungsabenden und in spezifischen Kursen weiterzubilden und in Projekten und für bestimmte Aufgaben Verantwortung zu übernehmen.

Zu erwähnen ist auch, dass die Arbeit in der Kirchenpflege nicht unentgeltlich geleistet werden muss. Die Jahrespauschale und die Sitzungsgelder mit welchen der Zeitaufwand und das Engagement zumindest teilweise vergütet werden, ergeben einen kleinen Nebenverdienst.

Der langen Rede kurzer Sinn: Wir freuen uns, wenn sich in der nächsten Zeit jemand bei der Kirchenpflege oder beim Pfarrer meldet und sagt: «Mich interessiert das. Ich helfe mit, wenn ihr mich wollt.»

Kirchenpflege Thalheim
Walter Jordi

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