Schloss Andelfingen

Endlich raffe ich mich einmal auf, den Schloss-park Andelfingen zu besichtigen. Um ehrlich zu sein, ich habe lange Zeit gar nicht gewusst, dass es einen solchen gibt. Aber da bin ich nicht alleine damit. Oft haben Leute mir gesagt; ach ja, gibt es da einen Park? Oder: habe schon gehört davon. Aber ist der öffentlich und kann man da einfach rein gehen? Man kann, der Park ist ganzjährig und für alle offen.

Ich parke mein Auto auf dem Marktplatz in Andelfingen. Dann stapfe ich durch den Schnee Richtung Polizeiposten, biege dann links in die Schlossgasse ein. Wo ist nun der Eingang zum Park? Ganz vorsichtig öffne ich eine Eisentür, nein sie quietscht nicht einmal. Das erste was ich wahrnehme, ist ein feines Rauschen. Mit Spannung und auch etwas Ehrfurcht betrete ich den Park, sehe mich um und bin sehr überrascht. Obwohl alles verschneit ist, spüre ich; da bin ich an einem sehr besonderen Ort. Langsam gehe ich weiter den Weg entlang. Ich schaue ins Tobel hinab, wo noch heute ein Seitenarm des Mühlibachs die Turbine der «Haldenmühle» antreibt. Als ich weitergehe bin ich bemüht, keinen Lärm zu machen und die Wege mit gebührendem Respekt zu begehen. Ich bleibe stehen und sehe mich einmal richtig um und nehme zum ersten Mal richtig die Ausmasse des Parkes wahr. Immerhin hat er eine Fläche von 1,5 Hektar. Dann entdecke ich einen kleinen abgestuften Steingarten, der vom damaligen Schlossgärtner 1934 angelegt wurde, und später mit einem Seerosenteich ergänzt wurde. Ich betrachte diesen Ort etwas genauer, denn er fasziniert mich besonders. Da müssten eigentlich Gnome und Wasserelfen anzutreffen sein. Ich bin mir sicher, wenn es sie gäbe, dann sollten sie an einem Ort wie diesem leben. Langsam wende ich mich von diesem Ort ab, denn es wird mir etwas kalt. Als ich weiter gehe, treffe ich auf Herr Rüegsegger den Parkgärtner. Ich stelle mich vor und erkläre ihm, dass ich von der Dorfposcht Thalheim Gütighausen sei und einen Bericht schreiben wolle. Er ist sehr erfreut über mein Interesse und gibt mir gerne noch weitere Informationen.

Er überreicht mir ein Büchlein über den Schlosspark, verfasst von Judith Rüegsegger und Alfred Spaltenstein und ein Prospekt über die Stiftung Schloss Andelfingen. Aus diesen Unterlagen kann man viele wertvolle Information entnehmen.

Erwähnenswert ist auch die Vielfalt von Pflanzen und Bäumen im Park: da wachsen Bäume wie Birken, Ahorn, Buchen, Eschen, Arven und auch der etwas mystische Mädchenhaarbaum (Ginko). Im Sommer stehen auch viele exotische Kübelpflanzen im Park: Chinesischer Bleiwurz, Schmucklilie, Zistrose, Korallenstrauch, Wollmistel, Banane nur um einige zu nennen. Die Liste ist sehr lang. Zum Schlosspark gehört natürlich auch ein Schloss, erbaut im Jahre 1613 als Landvogteisitz.

Im Jahre 1782 abgebrochen und neu erbaut. 1832 an Baron Johann Heinrich von Sulzer Warth verkauft. Zum Schluss wurde das Schloss der Gemeinde Andelfingen vom Ehepaar Baur vermacht, mit der Auflage (Zitat: dass der Charakter als Schlossgut nach Möglichkeit gewahrt bleiben möge und der Schloss­park dem Publikum zur Erholung geöffnet bleibe). Die Gemeinde beschloss ein Altersheim einzurichten. Am 1. August 1925 wurde es eröffnet und bot Platz für zwanzig Pensionäre. Das grosszügige Ehepaar wurde mit der Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Andelfingen bedacht.

Im Jahr 2000 wurde das Schloss samt Park an die Stiftung Schloss Andelfingen übergeben.

Heute befinden sich das Statthalteramt und eine Wohnung in der Liegenschaft. Diverse Räume können für Anlässe gemietet werden.

Von meinem Rundgang durch den Park habe ich ihnen nur einen kleinen Teil schildern können. Denn das muss man selber erleben und einige Eindrücke kann man einfach nicht in Worte fassen. Aber ich denke es lohnt sich auf jedenfall den Park zu jeder Jahreszeit mindestens einmal zu besuchen.

pr

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