Fechten wie einsmals Zorro

«Die drei Musketiere» und «Zorro» sind seine Vorbilder. Bereits als kleiner Junge interessierte sich Gianluca Andreato für Schwerter und verschiedene Kampfsportarten. Seit Herbst 2008 ist er nun aktives Mitglied bei der Fechtgesellschaft Schaffhausen (FGS). Das Training findet für den Zehnjährigen jeden Freitagabend statt. Das Aufwärmen ist auch beim Fechten sehr wichtig. Somit wird das Training mit Fussballspielen oder anderen Ballspiele gestartet. Danach werden verschiede Figuren, mit und ohne Degen, und die richtige Körperhaltung trainiert. Anschliessend kleiden sich die Kinder für den Kampf an.

Die Fechtbekleidung besteht aus einer Hose, das Plastron (eine Unterziehweste zum Schutz des Oberkörpers), einer Jacke, einem Handschuh, der an der Waffenhand getragen wird, einem Degen und einer Maske aus Drahtgeflecht. Die Kleidung ist weiss. Mit dieser guten Ausrüstung und bei Beachtung der massgeblichen Vorschriften kann das Unfallrisiko auf ein Minimum beschränkt werden. Unfälle sind beim Fechten nicht häufiger als bei anderen üblichen Sportarten und zum Beispiel wesentlich seltener als beim Skifahren.


Auf den Kampf freut sich Gianluca immer am Meisten. Mit der Maske unter dem Arm bedankt der Viertklässler sich zuerst bei seinem Gegner mit der handschuhfreien Hand und zieht dann die Maske an. Danach stellen sich die Fechter an der Startlinie auf und grüssen den Kampfrichter indem der Degen mit der Spitze schräg nach oben gehalten wird. Der Kampfrichter eröffnet das Gefecht mit der Frage «Êtes vous prêts?» («Sind sie bereit?»), und nachdem die Kontrahenten dies bejaht haben, erfolgt das Kommando «allez» («los» oder in dem Fall auch «auf in den Kampf»). Der Kampf wird mit «halte» («stopp») unterbrochen, wenn ein Fechter die Bahn verlässt, eine Waffe verliert oder eine gefährliche Aktion unternommen hat. Das Vokabular des Fechtens besteht hauptsächlich aus französischen Worten. Beim Degen ist der gesamte Körper von Kopf bis Fuss Trefffläche. Die Waffen sind mit einer elektrischen Trefferanzeige verbunden. Dabei leuchtet eine farbige Lampe auf, und es ertönt ein Signal, wenn die Spitze der Waffe auf der Trefffläche landet. Ein Treffer wird gewertet, wenn die zulässige Trefferfläche berührt wird. Die Fechter sind mit einem Körperkabel angeschlossen und schliessen so den Stromkreis.Ein Kampf dauert höchstens fünf Minuten oder fünf Treffpunkte. Gesucht werden der kürzeste Weg der Waffe, der kleinste Winkel und die unauffälligste Bewegung. Gianluca erklärt, dass er in diesen fünf Minuten immer alles gibt. In seiner Alterskategorie ist der Gütighausener einer der besten. Ein ständiger Wechsel zwischen Angriff, Verteidigung, Paraden und Finten erfordert Konzentration, Kraft, Ausdauer, Taktik, Reaktionsvermögen, Risikobereitschaft, Logik, Geduld, Entschlusskraft und Willensstärke. Somit ist es nicht verwunderlich, dass Gianluca nach dem Training ziemlich erschöpft und verschwitzt ist. Auch verspürt er danach immer einen riesigen Hunger. Zufrieden mit sich selbst lässt er sich von seinen Eltern dann nach Hause fahren.


Es ist Gianluca anzusehen, dass er glücklich ist, den Fechtsport ausüben zu können. Er fühlt sich sehr gut in der Fechtgesellschaft Schaffhausen aufgehoben. Alle sind nett, die Trainer sehr engagiert und man legt Wert auf guten Umgang und Fairness untereinander.


Ich wünsche dir, lieber Gianluca, viel Erfolg und vor allem weiterhin eine solche Begeisterung für deinen Degen. Danke, dass du bereit warst, mir deine Informationen für diesen Artikel zu geben.


cm

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