Gedankenflug: Dieser Schnee!

Das war wieder einmal ein richtiger Winter mit Schnee und Kälte. Genug der weissen Pracht zum Schlitteln und Skifahren. Das Gejammer «was hatten wir doch als Kinder für tolle, schneereiche Winter, anders als heute!» können wir ad acta legen.

Jetzt, da diese Dorfposcht zu den Leserinnen und Lesern gelangt, ist Frühling. Jedenfalls nach dem Kalender. Wie er sich wirklich präsentiert, weiss ich noch nicht beim Schreiben – denn da ist erst der 8. März, Frauentag, mit etwas Sonne und vielen Wolken. Und mit einer Wetterprognose, die Schnee ansagt.Muss das jetzt nochmals sein?


Aber bald ist sicher alles ganz anders. Frühlingsblauer Himmel, Sonne, die Schneeglöckchen schon fast verblüht, die goldgelben Osterglocken am Spriessen – und vor allem: rundum ein saftiges Grün. Da fühlt man sich doch gleich zehn Jahre jünger, vergisst so manche Sorgen und freut sich des Lebens.


Und wenn es ganz anders wäre Ende März? Kühl, nass, der Himmel wolkenverhangen? Dann würden wir uns müde und leicht deprimiert fühlen, oder nicht?


Nicht alle Menschen sind wirklich vom Wetter abhängig, aber die meisten sicher ein bisschen. Wir würden ganz gern manchmal Petrus spielen und das Wetter nach unserm Gusto einrichten. Ich stelle mir das bildlich vor: Die Bauern möchten über dem frisch angesäten Acker einen leichten Landregen, damit die Saat aufgeht. Auf der Wiese nebenan, wo die Kühe weiden, wäre Regen zwar nicht arg, denn Kühe haben ihn nicht ungern. Doch damit der Boden nicht zum Sumpf verkommt, wäre dort leicht sonniges Wetter erwünscht. Die Kinder auf der Schulreise hätten’s gern sonnig, aber nicht zu heiss, die Rastplätze trocken, damit das Feuer für die Würste leicht brennt. Sportlerinnen und Sportler würden ihren Marathon am liebsten bei angenehm warmem Wetter laufen. Und ich in meinem Garten hätte gerne bei den Töpfen und Beeten, die trocken sind, leichten warmen Regen, jedoch auf dem Erdbeerbeet und bei den Himbeeren blauen Himmel und Sonnenschein. Auf jedem Quadratmeter Boden ein anderes Wetter. Das Chaos wäre perfekt – und Kriege gäbe es deswegen auch. Lassen wir weiterhin Petrus den Petrus spielen.


Ursy Trösch

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