Titelstory: Wasser als Heilmittel

Wasser ist für unseren Körper wichtig, aber nicht nur in Form vom Trinken, sondern auch als äusserliche Anwendungen in den Therapien von vielen Krankheiten. Die bekannteste Wassertherapie, die Kneipptherapie, ist sicher vielen ein Begriff.

Sebastian Kneipp erkrankte während seinem Theologiestudium an Lungentuberkulose und wurde für Unheilbar erklärt. Zum Glück fiel ihm ein Buch über Wasserheilkunde (die es schon vor Kneipps Zeit gab) in die Hände und er begann im Winter eiskalte Bäder in der Donau zu nehmen. Damit regte er sein Immunsystem und die Selbstheilungskräfte an. Er fühlte sich zunehmend besser und konnte sein Studium fortsetzen. Das war die Geburtsstunde der Kneipp-Therapie und mit den Jahren entwickelte er eine ganzheitliche Kur mit den 5 Säulen, Wasseranwendungen, Heilkräuter, Bewegung, gesunde Ernährung und Lebensordnung. Zusammen ist es ein ganzheitliches Programm zur Verbesserung und Erhaltung der Gesundheit von Körper, Geist und Seele. Es gibt für fast jedes Leiden eine Behandlung ohne Medikamente mit schädlichen Nebenwirkungen.

Kalte Wasseranwendungen wie zum Beispiel das Wassertreten oder ein kaltes Armbad sind durchblutungsfördernd, stärken das Immunsystem und wirken auch gut gegen Stress. Durch den Kältereiz ziehen sich die Gefässe zusammen und danach geht das Gefäss wieder auf und erzielt so eine Gefässstärkung. Wer über mehrere Monate solche Anwendungen macht, kann durch die Stärkung der Abwehrkräfte, die Häufigkeit von Erkältungen mindern.

Warme Anwendungen wie ein Vollbad mit Kräuterzusätzen wirken zum Beispiel gegen Muskelverspannungen oder sorgen für eine Linderung bei einer Erkältung. Warme Wickel wirken gut bei Verstopfungen oder allgemein bei Verspannungen.

Kneipps Vorstellung war zu seiner Zeit, dass durch solche Anwendungen Krankheitsstoffe aufgelöst und abtransportiert werden können.

Wen jetzt die Kneipplust gepackt hat, findet auf www.myswitzerland.com unter dem Suchbegriff «Barfusswege» und «Kneippanlagen» viele Orte in der Schweiz zum Kneippen.

In den Religionen spielt das Wasser eine zentrale und wichtige Rolle. Im Christentum heisst es, dass der Geist Gottes aus dem Wasser stieg und dann Meer und Land schuf. Mit der Taufe wird das neue Leben in die Gemeinschaft Gottes aufgenommen. Aber es gab auch die Bedrohung durch das Wasser, wie zum Beispiel bei der Sintflut.

Im Islam steht das Wasser auch für die Schöpfung und die Verbindung zum Göttlichen. Der Islam und das Judentum entstanden, wie viele andere Religionen in den Wüstenregionen. Somit hat das Wasser einen hohen Stellenwert und nährt den Körper und reinigt den Geist.

Das Wasser fliesst und die Flüsse, Seen und Meere symbolisieren im Buddhismus den langen meditativen Weg bis zur Erlösung. Im Hinduismus gilt das Wasser als grosse reinigende Kraft in Ritualen. Das Baden im Ganges ist für viele Hindus wichtig, um Schuld reinzuwaschen.

Wasser gibt Geborgenheit im Mutterleib, reinigt und nährt uns im Leben, aber kann in seiner wilden Form für Zerstörung sorgen. Wie jedes der Elemente kann es für Schmerz und Leid sorgen, aber auch für Wohlbefinden und Glück.

«Wasser, du bist die Quelle jeden Dinges und jeder Existenz» (indisches Sprichwort)

rr

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