In Memoriam Willy Peter

Sicher ist es allgemein bekannt, dass Willy Peter im hohen Alter von 88 Jahren gestorben ist. Da Willy Peter für viele Leute aus Thalheim und Gütighausen eine geachtete Persönlichkeit war, soll auch in der «Dorfposcht» ein kurzer Rückblick erscheinen auf: «Es guet gläbts Läbe» wie es in der Andelfinger Zeitung vom 24. Juni 2011 sehr treffend heisst.

Für mich war Willy Peter vor allem ein echter Bauer, mit der Scholle verwurzelt. Und nun ist ein solcher Bauer mehr gestorben, es gibt wohl bald keine mehr, davon, es gibt nur noch Landwirte. Aber vielleicht nehmen auch diese Turbo- und Vollgas-Landwirte wieder einmal ein Buch von Willy Peter zur Hand und lassen sich inspirieren, was Bauer sein auch noch ist, sein sollte, ausser produzieren, mehr produzieren, schneller produzieren …


Natürlich kann niemand das Rad der Zeit zurück drehen, das war vor allem auch nicht im Sinn von Willy Peter. Er hat sich immer mit der Gegenwart und der Zukunft auseinander gesetzt, dazu gehörte für ihn aber immer auch der Blick in die Vergangenheit. Das Gute bewahren, auf Althergebrachtes zurück kommen, ohne falsche Nostalgie.


Am besten liest man in seinen Büchern wieder einmal nach. Er hat uns da (wieder ein Zitat aus der AndelfingerZeitung vom 24. Juni) «mit seinen unzähligen Versen und Gedichten einen Chratte voll gläbtem Läbe, ein wunderbares Geschenk, das ihn in unserer Erinnerung weiterhin lebendig erhält», zurückgelassen.


cjo

Buurdene – Bock – Bilanz

Ich bin im Holz und tröime:
Wie isch es doozmaal gsy?,
verzele mine Böime,
mis Läbe sei verby.

Mir händ enand gsee wachse
und käned öisi Wääg,
iez simer elter woorde
und nüme bäid glych zwääg.

Ich ha de Täil vom Läbe
wo miir ghöört langsam ghaa.
Iir töörfed nachli blybe.
Ich tanke, wän i gaa.

Ich ha de Geertel gschliffe
und bäcke nachli zue,
ich ha nanig begriffe:
Chuntsch abe? Oder ue?

De Hergott wiirt s scho wüsse.
Miin Raatschlaag nützt das nüüt,
ich käne, säit mis Gwüsse,
a bäidnen Oorte Lüüt.

Willy Peter, 4.5.98

Power

Ich hab’ sie gern, die Bauernfrau,
und wünsch mir keinen Powerpfau.
Und bräucht ich eine Powerfrau,
ist das die Bauernfrau ja au!

Sie freut sich, meine Bäuerin,
dass ich als Bauer power bin.
Ich habe sie, eb hüür, eb feern,
noch immer würkli oordli gern
und powere als Bauersmann
so gut wie’s jeder andre kann,
nur scheint halt Power mehr als Bauer
und ist’s doch nicht, das macht mich sauer.
Ist denn ein solches Powersyn
nicht eher doch ein Dauerspleen?

Was ist denn Power? Nur ein Wort.
Erst noch von fraglichem Import.
Ich leg’ mich gen’ ihn auf die Lauer –
wer überlebt am Schluss: Der Bauer?

Willy Peter, 12.10.96


Etliche von Willy Peters Büchern sind in der Bibliothek Thalheim zu finden.

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