Chorreise: Boden- und Vierwaldstättersee

Nebst dem Singen haben viele Sängerinnen und Sänger samt ihren Angehörigen noch andere Hobbys. Darum fragte uns ein Hobby-Bähnler an, ob er eine Chorreise organisieren dürfe. Natürlich durfte er: Und dann machte sich Hansruedi Schaer mit Begeisterung an die Arbeit, um eine wunderschöne Tagesreise zusammenzustellen.

Besammlung zur Abfahrt war frühmorgens um 6.10 Uhr in Seuzach. Es wäre übertrieben, zu behaupten, alle seien schon purlimunter gewesen: Aber niemand kam zu spät, es fehlten nur diejenigen, die später in ThaIheim zusteigen wollten. Seuzach wurde als Einsteigeort gewählt, damit wir am Abend mit der S-Bahn retour fahren konnten.

Unsere Route führte uns nach Stein am Rhein, dann weiter nach Romanshorn. Dort wollten wir in den Voralpen-Express einsteigen, der uns in gut zweieinhalb Stunden nach Luzern führen sollte. Warum war nirgends reserviert? Hansruedi platzte fast vor Freude und Stolz über die gelungene Überraschung: Im Erstklass-Wagen warteten bequeme Sitze für uns alle. So komfortabel war unser Chor noch nie gereist.

Die nun folgende Zugsfahrt war sehr abwechslungsreich. Von Romanshorn führte die Strecke nach St. Gallen, anschliessend über das imposante 99 Meter hohe Sitterviadukt nach Degersheim und weiter nach Wattwil im Toggenburg. Nach dem fast neun Kilometer langen Rickentunnel führte unsere Reise dem Obersee entlang nach Rapperswil. Die folgende Steigung nach Biberbrugg (5,2 Prozent ergibt fünf Zentimeter auf einem Meter!) erforderte das Anhängen einer Schiebelokomotive. Dies war offenbar nötig wegen dem Zusatzwagen unserer Reisegruppe!

Als nächste Überraschung wurde unserem Dirigenten während der Fahrt zu seinem fünfzigjährigen Jubiläum ein Gutschein überreicht, und zwar für eine Mitfahrt im Führerstand der Lokomotive des Voralpen-Express. Unterdessen fuhren wir über den Sattel bis Arth Goldau und erreichten schliesslich Luzern.

In Luzern wechselten wir von der Schiene aufs Wasser und bestiegen den legendären Raddampfer «Stadt Luzern». Schon General Guisan hatte dieses Schiff benutzt für die Fahrt mit dem Offizierscorps zum berühmten Rütlirapport. Die Britische Queen war vor Jahren ebenfalls Gast auf diesem geschichtsträchtigen Dampfer.

Im gediegenen, stilvollen Schiffsrestaurant wurde uns ein feines Mittagsmahl serviert. Nach dem Weggiser Chriesicoup brachten wir unseren mitreisenden «Fans» noch ein kleines Ständchen dar. Am frühen Nachmittag erreichten wir Flüelen. Dort hatten wir freie Zeit zum Bummeln am Seeufer entlang und um die Ausstellung der grössten Kristalle zu besichtigen. Ein Film zeigte uns, wie die Riesendinger ans Licht befördert worden sind. Wir waren sehr beeindruckt von diesen Naturwundern. Die Heimreise führte uns auf kürzester Strecke über Zürich nach Seuzach zurück. Dort landeten wir pünktlich um 18.52 Uhr, immer noch frisch und munter dank einer gemütlichen Reise ohne Stress. Dem Organisator und Reiseleiter sei herzlich gedankt für seinen Einsatz.

Zum Abschluss wartete in der Winkelstube ein exquisites Nachtessen, das Roli Graff in der Zwischenzeit für die Reisenden zubereitet hatte.

Christine Schleuss

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