Gedankenflug: Zeit

…soll scheints Geld sein – haben die meisten Leute nie – müssen andere wiederum totschlagen – heisst auch eine grosse deutsche Zeitung – und ist ein Thema, das für mich um die Jahreswende jeweils wichtiger ist als das Jahr über.

In den Tagen zwischen «Stefanstag» und «Drei Könige» gilt es, die neue Agenda einzuweihen. Die Geburtstage aller lieben Mitmenschen müssen dick rot angestrichen sein. Jahrestage und andere Erinnerungstage werden notiert. Die Todestage von Menschen, die wichtig waren. In meiner Agenda steht auch, wann meine Katze beschlossen hat, bei uns einzuziehen: quatorze juillet – 14. Juli 2000. Und nicht zu vergessen: die Redaktionsschluss-Termine für die «Dorfposcht».

Wenn ich die weissen Seiten meines neuen Kalenders beschreibe, gehen mir Gedanken rund um die Zeit durch den Kopf. Sie sind im Lauf des Lebens gewichtiger geworden. Hat man einmal die statistisch errechnete Lebensmitte überschritten, wird einem klar, dass nicht mehr so viel Zeit bleibt, wie man bereits gelebt hat. Es bleibt nicht mehr Raum für alles, was man noch machen, sehen, erleben möchte. Als mir das zum ersten Mal klar wurde, bin ich ziemlich erschrocken. Jetzt nehme ich es gelassener, es ist ja nicht zu ändern. Die angenehme Kehrseite der Medaille ist, dass ich manches auch nicht mehr muss – und nicht mehr will. Ich bin geiziger mit meiner Zeit, überlege besser, wofür und für wen ich sie hergebe.

In der «Watch», der Uhrenzeitung der «IWC Schaffhausen», habe ich von den Armbanduhren mit ewigem Kalender gelesen. Das brachte meine Zeitbegriffe einen Moment lang völlig durcheinander. Stand doch da, dass einige Uhrenmodelle über eine Kalenderanzeige mit Tag, Monat und Jahreszahl bis ins Jahr 2499 verfügen. Wer ein solches kleines Wunderwerk der Uhrmacherkunst am Handgelenk trägt, trägt ein Stück Ewigkeit mit sich. Etwas das weiter tickt, wenn sein eigenes Herz nicht mehr schlägt. Ein schöner, auch ein schwieriger Gedanke.

Besser verstehe ich den stetigen Fluss der «Klepsydra», der Wasseruhr, welche die Sekunden und Minuten tropfen lässt.

Ursy Trösch

Aus der Natur 2: Huflattich

Im Vorfrühling Februar/März blüht der Huflattich lange bevor die Blätter erscheinen. Der Wurzelstock entsendet die schon im Herbst angelegten Blütentriebe. Auf schuppigen, behaarten Stengel leuchten die gelben Blüten. Später werden die herzförmigen Blätter gebildet. Oben sind sie dunkelgrün unten stark behaart, weissfilzig. Der Huflattich bevorzugt lehmigen tonigen Boden. Man findet ihn meist auf Ödland, in der nähe von Ziegeleien, auf Schuttplätzen, an Böschungen und Eisenbahndämmen, aber auch an Acker- und Wegrändern. Die Blüten werden selten verwendet. Die Blätter sammelt man in den Monaten Mai und Juni. Man nimmt junge, meist Handteller grosse Blätter, die sauber und nicht von Erde beschmutzt sind. Untersuchungen haben ergeben, dass Huflattichblätter, die in der Sonne wachsen, inhaltsstoffreicher, also besser sind, als Schattenblätter. Es ist empfehlenswert, die frischen Blätter schon zu zerchneiden, um das trocknen zu beschleunigen. Nur gut trockene Blätter sind haltbar und gut.


Huflattich ist ein bewährtes Hustenmittel. Huflattich kann Verschleimung lösen bei Bronchitis und auch bei einer Staublunge Linderung bringen. Aber auch als Gurgelmittel bei Reizerscheinungen im Mund und Rachen verwendet werden.


Quelle: Pflanzenbuch M. Pahlow
Kräuterheilbuch Pf. Künzli

Aus der Natur 1: Fische

«Munter wie ein Fisch im Wasser» dieses geflügelte Wort trifft den Nagel sicher nicht auf den Kopf. Die Fische in unseren Gewässern haben es gar nicht leicht. Der Normalbürger sieht sie selten einmal, und so nimmt er auch wenig von deren Leben wahr. Das bringt es mit sich, dass man auch nicht viel von den Problemen dieser stummen Geschöpfe wahr nimmt. Dass es ausgerechnet die Fischer sind, die immer wieder Alarm schlagen, wenn Probleme auftauchen, mag manchen erstaunen. Denn schliesslich wollen diese den Schuppentieren nachstellen. Aber was ein echter Fischer ist, dem steht zuvorderst die Hege und dann erst die Beute. Einen «Fischschutzverein» gibt es nicht. Eben, weil man sie ja nicht sieht, sind sie vielen Leuten egal.

«Hand aufs Herz» – wie viele der bei uns vorkommenden Arten kennen Sie?

Die Forelle ja, die kennt wohl jeder, auch den Karpfen, der Hecht, das Egli (Flussbarsch), den Aal, (der sieht ja aus wie eine Schlange), vielleicht noch die Rotfeder, dann hat sichs aber wohl bald. Dem Namen nach gibt’s dann nochmals einige. Aber würden Sie eine Barbe kennen, wenn ich Ihnen eine hinhalten würde, oder eine Äsche? Der Gourmet wohl, weil er diesen ausgesprochen guten Fisch manchmal auf dem Teller hat.

Bedenklich wirds dann bei der Trüsche, beim Schneider, oder gar die Schmerle, obschon sie alle in der nahen Thur vorkommen, kennt sie kaum einer. Auch die Nase tummelt sich in der Thur und fast keiner kennt sie. Um den nichtfischenden Mitbürgern diese Tiere etwas näher zu bringen hat der Fischereiverband des Kantons Zürich (FKZ) vor einigen Jahren an diversen Gewässern Fischtafeln aufgestellt. Verschiedene Arten, die alle in unserem Kanton vorkommen, sind darauf abgebildet. Dazu ist vermerkt, ob sie in dem betreffenden Gewässer vorkommen. Eine solche Tafel steht bei der Gütighauserbrücke (Ossingerseite) und eine bei der Altikonerbrücke (Altikerseite)

Probleme mit dem Wasser

Die Probleme, mit denen die Fische in unseren Gewässern zu kämpfen haben, sind massiv. Dass die Qualität des Wassers rund um uns zu wünschen übrig lässt, wissen wir ja alle. Wohl haben gesetzliche Bestimmungen und die Aufrüstung mit Kläranlagen einiges gebracht. Leider sind diese Einrichtungen aber nicht in der Lage, sämtliche Schadstoffe auszuscheiden. So kann heute niemand mit Bestimmtheit sagen, wie sich die chemischen Stoffe und Hormone aus unseren Medikamenten auf Fauna und Flora in unseren Gewässern auswirken. Sicher ist aber zum Beispiel, dass Fische heute weniger fruchtbar sind als früher. In den kantonalen Fischzuchtanstalten fällt jedenfalls auf, dass wesentlich mehr Elterntiere benötigt werden, um die gleiche Menge Nachwuchs zu produzieren. Dass solche Fischzuchtanlagen überhaupt nötig sind, ist ja schon bedenklich. Aber in unseren belasteten Seen, Bächen und Flüssen ist die natürliche Vermehrung nur noch in beschränktem Ausmass gewährleistet.

Neben den Schadstoffen gibt es auch Probleme mit dem Grund. Der Rhein zum Beispiel ist infolge der vielen Stauhaltungen nicht mehr in der Lage, das natürliche Geschiebe zu transportieren. Das bringt eine Kolmatierung mit sich, das heisst der Grund wird mit Schmutz und Schlamm verdichtet. Die Kieslaicher, beispielsweise Forelle und Äsche haben deshalb nur noch beschränkte Möglichkeiten ihr Brutgeschäft erfolgreich zu verrichten.

Ein weiteres Problem bedeutet für die Fische die Belastung durch die Freizeitaktivitäten der Menschen. Neben dem Stress der durch die Beunruhigung der Ufer von Badenden ausgeht, haben sie auch Sorgen mit den Temperaturen. So suchen viele Fische in den heissen Tagen die kühlen Grundwasserregionen auf. Die Forelle hat zum Beispiel bei über 25° ernsthafte Probleme, weil der Sauerstoffgehalt zu gering ist. Wenn sie nun durch Badende oder durch Bootsfahrende erschreckt werden, so fliehen sie aus diesen Regionen ins warme Wasser, was immer wieder Fischsterben zur Folge hat.

jro

Datenkalender

Februar 2003

Sa 1. Skiweekend: Turnverein, Männerriege, Frauenturnverein und Schützenverein
So 2. Skiweekend, zweiter Tag
Mo 3. «Gospel-Singabend», 20 Uhr Begegnungsraum Altikon
Fr 7. Generalversammlung, Turnverein
Fr 7. Generalversammlung, Dorfverein
Sa 8. Winter-Bezirksschiessen in Berg am Irchel, Schützenverein
Sa 8. Generalversammlung, Gemischter Chor
So 9. Winter-Bezirksschiessen in Berg am Irchel, Schützenverein
Mo 10.  Generalversammlung, Frauenturnverein
Mi 12. 9-11 Uhr, Morgentreff, Kinderhütedienst, Chiletreff Thalheim
Vortrag von Marie José Meister, Hebamme
Fr 14. Generalversammlung, Männerriege
Sa 22. Beginn der Sportferien, Schule
So 23. Musikalisches Abendgebet, um 20 Uhr, mit Musik und Gesang, Stille und Dia-Bildmetidation, Kirche Thalheim
Fr 28. Mittagstisch, 12 Uhr, in der Schürlibeiz Thalheim,
bitte anmelden, Tel. 052 336 25 96
Fr 28. Vortrag: Indianer in Costa Rica, 20 Uhr, Chiletreff Thalheim

März 2003

So 9. Ende der Sportferien, Schule
Di 11. Spielfilm «Chocolat» um 14 Uhr im Begegnungsraum Altikon
Mi 12. Redaktionsschluss, Dorfposcht
So 16. Brot für alle – Tag, in der Aula des Schulhauses, 10.30 Uhr
oekum. Familiengottesdienst, anschliessend Mittagessen
Di 18. Häkseltour, Gemeinde
Do 20.  Schulbesuchstag, Schule
Fr 21. Modeschau: Frühlings- und Sommermode im Alters- und Pflegeheim Stammertal
Fr 28. Erscheinungsdatum der Dorfposcht Nr. 68
Mo 31. Vortrag, Schweiz. Bibelgesellschaft, Pfr. Urs Joerg

April 2003

Di 1.  Stadtführung in Zürich mit Frau E. Marti, Treffpunkt Bahnhof Thalheim um 13.20 Uhr (kein Aprilscherz!)

Jedermannsturnen

Das Jedermann/frau-Turnen, jeweils 20.15 Uhr in der Turnhalle Thalheim findet an folgenden Daten (immer am Montag) statt:

3. Februar 2003
17. Februar 2003
10. März 2003
24. März 2003
31. März 2003

Das Jedermann-Turnen, Bodyforming, wird von Sabrina Spühler (Wellness-Trainerin) geleitet. Nach kurzem Aufwärmen mit Aerobic-Schritten, straffen wir mit intensivem und gezieltem Training unsere Problemzonen, unter anderem mit Therabändern und Hanteln. Mitmachen kann jeder, jung und älter!

Kosten fünf Franken pro Abend.

Mädchenriege

Wie wäre es mit einer aktiven Mithilfe am Dorfgeschehen in Thalheim?

Zur Entlastung unserer Mädchenriegenleiterinnen suchen wir eine Hilfsturnleiterin.

Unserer Riege gehören zwanzig Mädchen der ersten bis sechsten Klasse an. Zur Einführung könnten, nach Wunsch, Kurse des KTV Zürich besucht werden.

Die Turnstunden sind jeweils mittwochs von 18 bis 19.15 Uhr.

Gerne erwartet unsere Leiterin, Daniela Bär, Telefon 078 740 22 06 oder 052 336 22 06, Deinen Anruf

Adventsfenster

24 hell erleuchtete «Adventsfenster» konnten in der Weihnachtszeit bewundert werden. Ich hoffe, auch Sie haben einige der Kunstwerke gesehen und bestaunt. Wunderschöne Krippen mit allem was dazugehört, liebevoll aufgebaut, Engel, die drei Könige, Kerzen, ganze Himmel voller Sterne, Samichlaus als Skispringer und viele andere Sujets waren bei einem Spaziergang durchs Dorf zu sehen.

Allen die ein «Fenster» gestaltet haben, ganz herzlichen Dank. Besonders gefreut hat uns, dass auch dieses Jahr wieder einige das erste Mal mit dabei waren, wobei auch jene die im letzten Moment zusagen, ganz wichtig sind, damit am Schluss wirklich ein vollständiger Kalender zustande kommt. Wir hoffen auch, die Abende mit «offener Tür» seien rege benützt worden und es konnten viele neue Kontakte geknüpft oder alte aufgefrischt werden.

Manuela Keller hat Fotos gemacht von den Fenstern. Es ist ganz schwierig etwas vom besondern Charme den diese Fenster ausstrahlen aufs Papier zu bringen, hier zwei Beispiele. Eines davon war an der Breitistrasse, die mit gleich drei Fenstern besonders geglänzt hat, zu sehen. Das andere schmückte das Fenster der Bibliothek.

Nochmals vielen Dank allen, die mitgeholfen haben diesen schönen Brauch in unserem Dorf lebendig zu behalten.

für den Dorfverein Thalheim-Gütighausen
Christine Jordi-Morf

Weihnachtsdorfmärt 2002

Nun gehört unser schöner Weihnachtsdorfmärt schon längst wieder der Vergangenheit an. Ein Anlass an den wir uns gerne zurückerinnern.

Der Aufwand, der mit der Organisation verbunden ist, ist immer sehr gross. Schön wenn am Schluss auch noch die nicht-beeinflussbaren Komponenten, wie das Wetter und die Stimmung der Marktbesucher, zum Gelingen beitragen.

An dieser Stelle möchten wir nun all denen herzlich danken, die in irgendeiner Weise beim Auf und Abbau, bei der Gesamtorganisation, der Gestaltung der Werbung, dem Transport der Stände sowie dem Montieren der Beleuchtung beigetragen haben! Ein herzlicher Dank gilt natürlich auch der Nachbarschaft, die grosszügig Räume und Vorplätze zur Verfügung gestellt, und den Lärm und Umtrieb wieder einmal in Kauf genommen hat.

Ein Dank auch dem Gemeinderat, der den Anlass mit 500 Franken unterstützt hat.

Entschuldigen möchten wir uns noch bei denjenigen Teilnehmern, die von der Preisanpassung nicht rechtzeitig in Kenntnis gesetzt wurden, dies ist ein Fehler der uns in der Vorbereitung unterlaufen ist, und den wir sehr bedauern!

Leider mussten wir nach dem gelungenen Anlass erfahren, dass es auch bei uns «Trittbrettfahrer» gibt. Dies hat uns sehr geärgert, zeugt es nicht nur von schlechtem Geschmack, sondern ist schlicht unfair all denen gegenüber, die mit viel Aufwand einen solchen Anlass vorbereiten, all den Dorfbewohnern die mit Engagement mithelfen, und nicht zuletzt allen Marktfahrern gegenüber die mit Ihrem Marktbeitrag die Werbung und Flugblätter finanzieren, um Besucher in unser Dorf zu locken.

Bereits in Sicht: Markt vom November

Auf den nächsten Dorfweihnachtsmärt freuen wir uns. Er findet am 22. Nov 2003 statt.

Um die Organisation zu optimieren und «Feuerwehraktionen» im letzten Moment zu vermeiden, haben wie den Anmeldeschluss auf Ende September festgelegt.

Wer schon weiss, dass er mitmacht kann dies gerne schon vorher bei Elsbeth Helfer anmelden.

Nun noch ein Überblick auf die Kosten, um erneuerten Missverständnissen vorzubeugen:

  • Marktgebühr 40 Franken. Die Marktgebühr wird pro Stand erhoben. Daraus werden die Unkosten für Werbung, Beleuchtung usw bezahlt.
    Zusätzliche Leistungen des OK je nach Bedarf.
  • Marktstand im Freien: 40 Franken
    Marktstände können auch bei der Gemeinde Andelfingen gemietet werden. Kontaktperson: Peter Bänteli
  • Standplatz in einer Scheune und unter dem grossen Vordach: 20 Franken
    Diesen Betrag erhalten die Besitzer der jeweiligen Räume, für ihren Aufwand! (Zum Teil werden Scheunen extra ausgeräumt)
  • Standplatz unter kleinem Vordach: 10 Franken
  • Tisch vom OK: 10 Franken

Nun wünschen wir allen Lesern ein gutes Erfolgreiches Jahr 2003

Auf Wiedersehen am
Weihnachtsdorfmärt 2003
Das Winkel Team

Abendunterhaltung des Chors

Am Samstag, 4. Januar hat der Gemischte Chor Thalheim zu seiner traditionellen Abendunterhaltung eingeladen. Im abwechslungsreichen Konzertteil wurden dem zahlreich erschienenen Publikum «Tipps und Ratschläge fürs Leben» musikalisch und mit viel Humor gewürzt serviert. Im zweiten Teil des Abends gelang es der Theatergruppe des Turnvereins vorzüglich, mit ihrem Schwank «D Tante Jutta vo…» die Lachmuskeln der Zuschauerinnen und Zuschauer aufs Heftigste zu strapazieren. Eine gut geführte Festwirtschaft, herrliche Tombolapreise und moderne Tanzmusik von Franz Pumpler rundeten den unterhaltenden Abend ab.

An diesem Abend hat sich die Turnhalle Thalheim in einen gemütlichen Festsaal verwandelt. Unter gelben Bändern, die geschwungen von der Decke hängen, lassen sich die Sängerfreunde an den einladenden Tischen fröhlich nieder. Hier gilt die Aufmerksamkeit den eigens für diesen Anlass geschaffenen gelben Tischsets, auf denen neben dem bekannten Lied «Freut euch des Lebens» humorvolle Lebensweisheiten abgedruckt sind. Nach einem freundlichen Sängergruss öffnet sich kurz nach acht Uhr der Vorhang: Das Konzert kann beginnen!

Liebesleid und Liebesfreud

Mit dem englischen Kanon «Singing all together» eröffnet der in Schwarz und leuchtend Gelb gekleidete Chor unter der Leitung von Barbara Keller das Konzertprogramm. Das zuerst unisono vorgetragene Lied entwickelt sich schliesslich zu einer vielstimmigen Einladung, miteinander fröhlich zu singen.

Nun ergreift der langjährige Dirigent Thomas Gutermann den Taktstock, und schon erklingt die neckische Weise «Zum Tanze, da geht ein Mädel» im beschwingten ¾‑Takt. Ja, so sind sie, die Burschen. Kaum hat man mit ihnen angebandelt, hauen sie gleich wieder ab und lassen die armen Mädel sitzen!

Da scheinen die Österreicher viel charmanter und treuer zu sein, denn das nächste ganz innig gesungene Lied heisst «Fein sein, beinander bleibn!» Und die letzte Strophe lautet: «Treu sein, nid aussigrasn! Denn die Lieb is so zoart, wie a Soafnblosn!» Wer hätte da noch etwas dagegen einzuwenden.

Zu den Schlagermelodien «Rote Lippen soll man küssen» und «Beiss nicht gleich in jeden Apfel», die von Franz Pumpler elektronisch begleitet werden, versuchen drei männliche Chormitglieder drei herausgeputzten elegant «behuteten» Damen den Hof zu machen, doch schlussendlich erleiden sie – wie hätte es anders sein können – rabiaten Schiffbruch.

Dass das Leben nicht immer so ernst zu nehmen sei, beweisen die gut zwei Dutzend Sängerinnen und Sänger mit dem «Idiotenmarsch», der unter der Leitung von Barbara Keller in einem rassigen Tempo vorgetragen wird. Das Besondere an diesem aus drei Teilen aufgebauten Marsch ist, dass der Chor nur ein paar wenige Silben «Darira dum dum dum» singt und dadurch ein heiterer, blaskapellenartiger Klang entsteht.

Freut euch des Lebens

Beim altbekannten «Freut euch des Lebens» fordert Dirigent Gutermann das Publikum auf, aus voller Kehle mitzusingen. Angespornt durch die bisherigen Lieddarbietungen erhält der Chor durch die Zuhörerschar sangeskräftige Unterstützung, zumal der Liedtext gut leserlich auf den Tischsets abgedruckt ist.

Leichtfüssig und erfrischend klar erklingt darauf die «Warnung» von Mozart. Hier wird auf typisch «mozärtliche» Weise den Vätern erklärt, dass sie ihre jungen Mädchen und die süssen Zuckerplätzchen nur durch konsequentes Einsperren vor den naschenden Männern bewahren könnten.

Im fröhlichen Schweizerlied «Aber ja nu nid z gli» wird schmunzelnd zur Kenntnis genommen, dass der Mensch zwar immer wieder gute Vorsätze fasst, doch diese lieber morgen als heute ausführt.

Der letzte musikalische Tipp «Mensch ärgere dich nicht» wird in einem flotten Marschtempo vorgetragen und durch erfrischende Pfiffe ergänzt. Der Mensch solle den Humor nie verlieren und Ruhe bewahren «Denn in der Ruhe liegt die Kraft, die Freude schafft beim Gerstensaft!»

Mit einem begeisterten Applaus bedankt sich das Publikum für die anregenden musikalischen Lebensweisheiten, die der Chor – gespickt mit humoristischen Einlagen der Sängerinnen und Sänger – vorzüglich präsentiert hat. Der Applaus verbindet sich mit dem herzlichen Dank an die Dirigenten Barbara Keller und Thomas Gutermann, die mit Geschick und Umsicht hervorragende Chorarbeit geleistet haben.

Als Zugabe wird das letzte Lied nochmals wiederholt.

125 Jahre Gesang

Nun können drei Jubilarinnen für ihre Vereinstreue geehrt werden. Lilli Roggensinger und Erika Zeller haben dem Gesangsverein schon fünfzig Jahre die Treue bewiesen und Emmi Strasser singt seit 25 Jahren im Chor. Als kleines Zeichen der Anerkennung erhalten die drei Damen einen schmucken mit Noten bedruckten Regenschirm. In einer humorvollen Rede lässt die Jubilarin Lilli Roggensinger nochmals vergangene Zeiten kurz aufleben. Obwohl sie schon seit dreissig Jahren in Winterthur wohnt, ist sie dem Gemischten Chor Thalheim bis heute treu geblieben. Dabei weist sie mit Dankbarkeit auf das Wohlwollen ihres Neffen und seiner Familie hin, bei der sie jederzeit ein herzliches Gastrecht geniesse. Mit Schmunzeln erklärt sie ihr Ledigsein damit, dass der Nachbarsbursch, mit dem sie einst im Leiterwagen Hochzeit gefeiert habe, später nicht sie sondern eine andere geheiratet habe. Sie freut sich schliesslich, dass der Chor mit den Dirigenten Thomas Gutermann und Barbara Keller in besten Händen sei.

Spontan wird die Jubilarin zur Festrednerin des Gemischten Chors Thalheim für die nächsten fünfzig Jahre erkoren. Das bekannte, wehmütig anmutende Lied «Bajazzo» beschliesst den ehrenvollen Teil des Abends.

In der Pause finden die Lösli reissenden Absatz. Auch die Festwirtschaft läuft auf Hochbetrieb, denn Zuhören gibt ja bekanntlich Hunger.

Köstliche Verwirrungen

Mit dem Schwank «D Tante Jutta vo…» landet die Theatergruppe des Turnvereins einen Volltreffer. Die meist jugendlichen Schauspieler spielen ihre Rolle in diesem ja so verwirrenden Stück ausgezeichnet und echt überzeugend. Die Lachmuskeln des Publikums werden dabei arg strapaziert. Es ist einfach herrlich wie ein unerwarteter Besuch der reichen Tante Jutta plötzlich ein Familienidyll entstehen lässt, das sich schliesslich wieder im Nichts auflöst. «Di ganz Familie Nägeli isch ja nur es Theater gsii». Mit einem tosenden Applaus gibt die bestens unterhaltene Zuschauerschar ihrem Gefallen Ausdruck. Ein besonderes Kränzchen sei der Regisseurin Elsbeth Bärtschi gewunden, ist es ihr doch vorzüglich gelungen, die Laienschauspieler in überzeugende Charakterdarstellern zu verwandeln.

Nach diesem herzerfrischenden Unterhaltungsabend spielt Franz Pumpler bis in die frühen Morgenstunden zum Tanz auf.

Beat Rajchman

Abendunterhaltung des TV

Wie jedes Jahr starteten die Turnvereine das neue Jahr bereits mit einem Höhepunkt. Die Abendunterhaltung am ersten Januar war einmal mehr ein grosser Erfolg. Die Mehrzweckhalle war zum Bersten voll und die Stimmung grossartig.

Die Kinderturnergruppe machte den Anfang und erfreute das gutgelaunte Publikum mit einem Tanz. Wohl war da noch nicht alles perfekt. Aber die Mädchen und Buben machten ihre Sache recht gut und ernteten viel Applaus. Dann folgte das Theaterstück: «Tante Jutta aus Kalkutta». Mit dem dreiteiligen Schwank brillierte die Theatergruppe einmal mehr. Ununterbrochen folgte Lachsalve auf Lachsalve. Rechtsanwalt Dr. Nägeli (Reto Frei) war nicht gerade der Fleissigste. Deshalb war er auf die Zustupfe seiner vermögenden Tante aus Kalkutta (Brigitte Hild) angewiesen. Damit sie das Geld noch lockerer fliessen liess, machte er ihr vor, dass er geheiratet habe. Prompt ging eine Zahlung ein. Als er dann noch vorgab, dass Nachwuchs eingetroffen sei, brachte das nochmals je 20’000 Franken ein. Probleme gab es dann aber, als Jutta ihren sauberen Neffen überraschen wollte. Ohne Vorankündigung kam sie am Geburtstag zu Besuch. Die Überraschung war denn auch komplett.

Als Familienangehörige mussten des Herrn Doktors Freund, der Schauspieler Emil Brückner (Marc Gutknecht), der zwielichtige Klient Henri Tuchschmied (Thomas Morf), der Butler Ferdinand (Lukas Roggensinger), dessen Frau Marie (Barbara Bärtschi) und sogar deren Kleinkind herhalten. Das ganze Verwirrspiel nahm zusehends skurrile Formen an und gipfelte darin, dass sich Doktor Nägeli in die Adoptivtochter Sonja seiner Tante (Gabi Fehr) verliebte. Kein Wunder, dass Doktor Nägeli einen Zusammenbruch erlitt, den die eilends herbeigerufene Ärztin Trudi Brüllisauer (Elisabeth Bärtschi) mit komischen Methoden behandelte (in der allgemeinen Verwirrung hatte man eine Tierärztin gerufen). Schlussendlich ging dann aber alles wieder in Ordnung, und die Geschichte endete mit einem Happy End. Unter der Regie von Elisabeth Bärtschi zeigten die Schauspielerinnen und Schauspieler durchaus reife Leistungen.

Nach dem lustigen Theater herrschte Hochstimmung in der Halle. Gerade richtig, um sich in der Pause frisch zu verpflegen und in die Schachtel mit den Losen zu greifen. Es war wohl der attraktive Gabentisch, der zum Loskauf animierte. Schon nach kurzer Zeit waren alle weg.

Mit gewagten Vorführungen am Barren eröffneten die Herren des TV den zweiten Teil des Programmes. Bis zu sechs Turner zeigten an drei Geräten gleichzeitig ihre Akrobatikstücke. Mit übergrossen Ketchup Flaschen trat anschliessend die Meitliriege auf die Bühne. Der Reigen, den sie vorführte, brachte den jungen Turnerinnen viel Applaus ein. Mit von der Partie war auch nochmals die Kinderturngruppe. Auch die Jugi erntete mit ihren tollen Sprüngen am Trampolin begeisterten Beifall. Einen wahren Leckerbissen präsentierte dann der Frauenturnverein. Zusammen mit dem TV legten sie einen Reigen hin, der das Publikum voll begeisterte. Der Applaus liess nicht nach, bis eine Zugabe angesagt wurde

jro