In eigener Sache: Die letzte Dorfposcht

Nein, lassen Sie sich von diesem Unheil verkündenden Titel bloss nicht einschüchtern! Die Dorfposcht bleibt vom Schicksal verschont, das in diesen Monaten so manche Zeitschrift ereilt – eingestellt, verkauft, fusioniert zu werden. Es ist die letzte Dorfposcht für mich. Zumindest als Macher; als Leser werde ich selbstverständlich weiterhin zur Verfügung stehen.

Seit 1991 mit dabei

Ich bin seit 1991 mit dabei und habe seither unser Mitteilungsblatt vor allem gestalterisch geprägt. Das aktuelle Layout der Dorfposcht ist auf meinem Mist gewachsen. Die Layouterei am Computer habe ich nach Erika Fischs Abgang Ende 1994 lange Zeit als One-man-show inszeniert. Seit 1998 wechsle ich mich beim Desktop-Publishing mit Erich Bucher ab.

Dorfposcht-Know-how

Die Dorfposcht war für mich eine grosse Chance – was ich in Sachen DTP und Zeitschriftenmachen quasi auf der grünen Wiese erproben und am lebenden Objekt lernen konnte, hat mir in den letzten Jahren eine Menge genützt. Dank meiner Dorfposcht-Erfahrung kann mich in meinem Job als Redaktor einer Fachzeitschrift für elektronisches Publizieren kaum eine Software-Macke aus der Ruhe bringen. Auch wie man Zeitschriften gliedert, Beiträge und Inserate platziert und einen interessanten und abwechslungsreichen Ablauf in ein Magazin bringt, kann man bei der Dorfposcht hervorragend lernen. Davon habe ich im letzten Jahr eine Menge profitiert, als ich fürs (inzwischen eingestellte) Schweizer Computermagazin «M+K Computermarkt» die Redaktionsleitung besorgte. Wobei ich sagen kann, dass die Produktion von 24 Seiten Dorfposcht oft mindestens so anspruchsvoll war wie die von 94 «M+K»-Seiten – die vielen kleinen Beiträge erfolgreich unterzubringen, ist mitunter ein schwieriges Puzzlespiel.

Seit ich jedoch beruflich das gleiche mache, wie mit der Dorfposcht als Hobby, ist meine Motivation nicht mehr ganz so gross. Es hat sich im letzten Jahr mehr als einmal ergeben, dass ich während der Woche einen «Publisher» oder ein «M+K» druckfertig gemacht habe und am Wochenende die Dorfposcht layoutete. Was Wunder, wenn ich des Nachts von PageMaker- und InDesign-Werkzeugpaletten träume!

Neues Mitglied fürs Redaktionsteam

Ich mache deshalb Platz für ein neues Mitglied im Dorfposcht-Redaktionsteam. Dabei ist eins ganz klar: Mit einem neuen Kopf dürfen und sollen neue Ideen Einzug halten. Die Dorfposcht darf sich verändern und ein neues Gesicht bekommen. Das tut ihr gut – denn nach der Konsolidierungsphase, die nach dem turbulenten Start das Richtige war, stehen die Zeichen im neuen Jahrhundert wieder auf Veränderung.

Ein Job bei der Dorfposcht ist eine spannende Sache – ob man mit Computern nun etwas am Hut hat oder nicht. Ich möchte aber an dieser Stelle die Chancen für PC-Fans herausstreichen. Gerade für erste Gehversuche im Bereich DTP oder auch Internet und Web-Publishing ist diese Dorfposcht eine tolle Möglichkeit. Die Schwelle, um einzusteigen, ist niedrig. Man braucht keine Vorkenntnisse oder gar eine abgeschlossene grafische Berufslehre – Begeisterung fürs Zeitschriftenmachen, Experimentierfreude und die Neugierde eines Autodidakten zählen viel mehr. Und dennoch arbeiten wir mit den Mitteln, die auch bei der professionellen Zeitschriftenproduktion zum Einsatz kommen. Du machst als Mitglied der Dorfposchtredaktion ein Heft, das gedruckt und gelesen wird.

Ganz ehrlich – es macht eine Menge Spass!
Weitere Auskünfte gibt Erich Bucher.

Matthias Schüssler

Nachgedacht: «Heute ist heute, also trinken wir den Wein…»

Die Partys zum neuen Jahrtausend sind verklungen und verrauscht. Die guten Wünsche sollen weiter wirken.

Dass 1999 sich auf so dramatische Art, mit einem zerstörerischen Orkan verabschieden würde, hat wohl niemand geahnt. Wie klein, wie ausgeliefert sind wir diesen Kräften!

Auch sonstige Verunsicherungen gibt es mehr als genug: Zusammenschlüsse, Personalabbau, Umstrukturierungen am laufenden Band. Am laufenden Band auch die Paketsortierung … bald dürfen wir unsere Briefe und Pakete höher frankieren – wieder einmal. Die Post ist da – trara … Dafür sind Telefon, vor allem Handys günstig, günstig wie noch nie. Alle, alle sollen damit beglückt werden, als Benützer oder als unfreiwilliger Zuhörer von interessanten Gesprächen. Wahrscheinlich kann darum die Telefonkabine am Bahnhof getrost aufgehoben werden.

Eigentlich möchte ich lieber über Positives, Erfreuliches nachdenken, statt ein Lamento loszulassen. Wie sagt unser neuer Bundespräsident: «Freude herrscht!» Ja, wie sollte sie nicht herrschen, die Freude? Uns Alten geht es so gut wie noch nie! Steht in der Zeitung. Und es stimmt. Unsere AHV wird uns Monat für Monat pünktlich überwiesen. Ohne Millenniumspanne.

Wir können uns einiges leisten, wovon unsere Eltern (wenn sie nicht von Haus aus gut betucht waren) kaum zu denken wagten.

Hoffen wir, dass auch unsere Nachkommen noch in den Genuss der AHV kommen. Kürzlich las ich den Vers:
Heut ist eben heut,
also trinken wir den Wein
bis zur Neige aus:
ob das Morgen Sorgen bringt,
soll des Morgen Sorge sein!

Els Morf

Internetlinks: www.weissnichtwas.irgendwo

Es gibt ja mittlerweile Milliarden von Internetlinks. Solche mit sinnvollem Inhalt, andere mit weniger sinnvollem. An dieser Stelle möchten wir interessante Adressen weitergeben.

Kennen Sie auch Seiten, welche andere Leute interessieren könnten? Senden Sie diese an: erich.bucher@ebusoft.ch

www.swr3.de/dialoge: Der Radiosender aus dem Süden unserer Nachbarn hat eine Seite mit lustigen Computer-Fehlermeldungen

www.witze.ch: Eine Schweizer-Seite mit etlichen Witzen

www.ulistein.de: Alles für die Fans von Uli Stein, seinen Mäusen, Pinguinen, Katzen etc.

www.statistik.admin.ch: Die Hauptseite des Bundesamt für Statistik

www.ktzh.ch: Die Hauptseite des Kantons Zürich

www.zh.ch: Die Hauptseite des Kantons Zürich
Warum es zwei Seiten gibt, ist mir noch nicht klar …

www.landbote.ch: Die Hauptseite des Landboten. Da kann man z.B. die Zeitung für die Ferien umleiten oder zurückhalten lassen.

www.disney.com: Alles von und über Walt Disney und seine Figuren. Unter TV Shows – Games gibt es diverse Comic-Spiele, z.B. «Goofy in der Halfpipe». Achtung: Sound erforderlich, da viele Schaltflächen und Games mit Musik unterlegt sind.

Erich Bucher

Der Füller: Limericks zum Zeitgeschehen

Da war eine Frau aus Dorlikon …
Da war eine Frau aus Dorlikon
Die schnarchte des Nachts, es war ein Hohn
Ohne mit der Wimper zu zucken
Taten die Flöhe davonjucken.

Bei einigen Oberstüflern in Andelfingen
Will die Erziehung nicht optimal gelingen
Die Eltern von ihnen können ein Liedlein davon singen
Nichts desto Trotz, sie müssen über die Klippe springen.

Ohne Kummer und Sorgen
Tu ich mir weiterhin Geld borgen
Denn ich hatte in der Landeslotterie eine Niete
Und muss weiterzahlen die Miete
Vielleicht gewinne ich morgen.

Kulinarium: Beiz für gelungen ausklingende Abende

Um den hektischen Arbeitsalltag mit einem guten Abendessen ausklingen zu lassen, haben wir uns das Restaurant Wyländerstübli ausgesucht. Die zentrale Lage im Dorfkern von Andelfingen, auf dem Marktplatz ist ideal. Etwas erstaunt waren wir, als wir sahen, dass die Gaststube um sechs Uhr praktisch nicht frequentiert wurde. Das Restaurant ist gross und mit einem angrenzenden Spielraum versehen. Das Ambiente ist trotz des vielen Holzinterieurs etwas nüchtern. Dies alles wurde jedoch durch den freundlichen Empfang wett gemacht.

Die Karte war sehr reichhaltig. Nebst den altbekannten Köstlichkeiten wie Schnitzel Pommes Frites und Zürcher Geschnetzeltes wies die Menukarte noch einige Spezialitäten auf. Am Anfang waren Kantonen Gerichte zugeteilt, z.B. Älplermakronen, Walliser Käseschnitte, verschiedene Rösti uvm. Wir haben uns für Riz Casimir und einem Kalbs-Cordonbleu mit gemischtem Salat entschieden.

Hübsch angerichtet

Die Portionen waren ausreichend und sehr hübsch und mit viel Phantasie angerichtet. Der Preis war nicht günstig, entsprach aber voll und ganz dem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Wertung: Vier Sterne

Alles in allem ist zu sagen, dass das Essen hervorragend, der Preis angemessen und die Bedienung sehr freundlich und aufmerksam war. Lediglich das Ambiente wäre noch etwas zu verbessern (vielleicht lag es aber auch daran, dass das Restaurant leer und somit sehr ruhig war).

Rahel N. Zürcher

Leserbrief: Mutwillige Zerstörung

In Vorbereitung auf die Herausgabe dieser Dorfpost-Nummer hielten wir die Redaktionssitzung in Thalheim ab. Wie meistens in diesem Fall parkte ich mein Auto, da ich von Gütighausen komme, beim Restaurant Brückenwaage ganz links aussen, neben der Waage beim Hydranten.

Kofferraumdeckel zerkratzt

Als ich gegen 23.30 Uhr von der Sitzung zuürckkam, musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass in der Zeit, in der mein Auto dort parkte, jemand meinen Kofferraumdeckel mutwillig zerkratzt hatte.

Ich bin tief enttäuscht, dass es Menschen gibt, denen das Eigentum anderer Menschen so wenig wert ist. Ich (Jahrgang 75) habe durch meine Erziehung noch gelernt, dass man seinen Mitmenschen gegenüber respektvoll und deren Eigentum gegenüber sorgfältig zu sein hat.

Schade, dass es auch in ländlichen Gegenden nun zu einem Abbau dieser wesentlichen Werte, wie ich finde, gekommen ist.

Rahel N. Zürcher

Interview mit Anita Egg: Wer bügelt den Managern die Hemden?

Anita Egg wurde vor zwei Jahren als Vertreterin unsere Gemeinde in die Oberstufenschulpflege Andelfingen gewählt. Sie hat das Ressort Fortbildungsschule unter sich.

Weshalb der Name Fortbildung? Es handelt sich bei den Kursen doch mehrheitlich um solche im Bereich Handarbeit und Hauswirtschaft.

Fortbildung ist gerade auf diesem Gebiet enorm wichtig. Beispielsweise in der Ernährungslehre hat sich im Laufe der Zeit vieles gewandelt, neue Erkenntnisse wurden ergründet oder in der Handarbeit kennt man neue Arbeitstechniken. Wir wollen aber künftig vermehrt auch in andere Bereiche einsteigen. Ich denke an EDV oder Internet. Die Infrastruktur an der Oberstufe in Andelfingen ist vorhanden, das sollte genutzt werden. Auch ein Fotokurs wäre mal eine Idee oder vielleicht ein Silberschmuckkurs.

Von Bund und Kanton subventioniert

Die Fortbildungskommission ist direkt der Oberstufe Andelfingen unterstellt?

Ja. Die drei Hauptelemente Handarbeit, Hauswirtschaft und Gartenbereich werden vom Kanton und Bund subventioniert. Wir können so günstige Tarife anbieten, wovon profitiert werden könnte.

Wie setzt sich das Gremium zusammen?

Aus den Kreisgemeinden, je einer Person aus der Hauswirtschaft und der Handarbeit an der Oberstufe Andelfingen sowie einer Vertreterin der Kursleiter. Ich führe das Präsidium.

Wussten Sie bei den Wahlen, welches Ressort Ihnen zugeteilt wird?

Nein. Es gab ja viele Wechsel und verschiedene Ressorts standen zur Auswahl. Mich hat die Fortbildungsschule sofort begeistert, auch weil ich in meiner Freizeit gerne Handarbeiten mache. Ich finde es sehr schlecht, dass in der Schule die Fächer Hauswirtschaft und Handarbeit gekürzt werden. Unsere Gesellschaft legt leider nur Wert auf kopflastige Fächer, nur das zählt und bringt Geld. Dabei gäbe es doch begleitend dazu so viel zu tun. Auch Eltern könnten gegen diesen Trend etwas unternehmen. Nicht jeder wird ein Top-Manager und kann sich als Grossverdiener immer auswärts verpflegen. Es braucht auch in Zukunft viele Leute, die kochen und haushalten können. Fragen wir uns mal: Wer bügelt unseren künftigen Managern denn die Hemden? Oder denken wir an die Textilkunde. Auch hier gibt es viel zu vermitteln. Oder es wäre wichtig, Budgetplanung oder saisongerechtes Einkaufen zu lernen. Solche Dinge lernt man aber nicht in Mathe. Deshalb finde ich die Hauswirtschaft und Handarbeit so nötig. Es ist mir ein grosses Anliegen, auf diesem Gebiet Kurse anzubieten, gerade weil die Schule hier gekürzt hat.

Wichtig sind saisongerechte Kurse

Wie wird das Bedürfnis nach gewissen Kursen abgeklärt?

Nach jedem besuchten Kurs wird von den Teilnehmern ein Bewertungsbogen ausgefüllt. Dort werden Wünsche und Anregungen für neue Kurse entgegengenommen. Nur geht die Rechnung nicht immer auf. Das Weidenflechten haben wir auf Anregung aus der Bevölkerung in unser Programm aufgenommen. Leider meldeten sich nur wenige Teilnehmer, so dass der Kurs nicht stattfinden konnte. Ich setze mich auch dafür ein, dass wir einzelne Kurse in Thalheim oder anderen Kreisgemeinden und nicht nur in Andelfingen durchführen. Wichtig ist mir auch, dass wir saisongerechte Kurse anbieten. Gewünscht werden vor allem Kurse, in denen mit möglichst kleinem Aufwand in kurzer Zeit ein grosses Produkt angefertigt werden kann.

Wieviele Teilnehmer müssen denn angemeldet sein?

Weil die Kurse subventioniert sind, werden mindestens zehn Teilnehmer vorausgesetzt. Bei weniger Anmeldungen müssen wir ein Gesuch schreiben, was mit einem Mehraufwand verbunden ist.

Wie sieht es mit dem Interesse bei Männern aus?

Ich stelle immer wieder fest, dass viele Männer für die Fortbildungsschule nur ein Lächeln übrig haben. Ich finde das völlig falsch, denn eigentlich profitieren die Männer auch von der Fortbildung der Frauen. Es gibt aber schon Männer, die sich für den einen oder anderen Kurs anmelden. Kürzlich fand ein Kurs statt, in dem aus Metall ein Kerzen- und Blumenständer angefertigt wurde. Hier waren ein paar Männer dabei. Gemischte Gruppen begrüsse ich sehr, denn die Atmosphäre im Kurs ändert sofort. Ein sehr gutes Echo finden auch die Seniorenkochkurse, die wir regelmässig anbieten. Ein alleinstehender Teilnehmer hat mir erzählt, dass er, seit er kochen gelernt habe, nun wieder Besuch einladen könne und darum weniger allein sei.

Gesamthaft gesehen, sind Sie zufrieden mit dem Interesse oder könnte das Angebot besser genutzt werden?

Ja, es könnte viel besser genutzt werden. Wenn man bedenkt, dass wir in nächster Nähe zu günstigen Preisen ein Angebot an Kursen bieten, verstehe ich nicht, weshalb man Kurse in Winterthur oder Schaffhausen besuchen muss. Wir alle sind doch auch Steuerzahler und leisten so unseren Beitrag zur Infrastruktur. Die Hauswirtschaftsschule und die Handarbeitszimmer sind übrigens mit sehr guten Geräten ausgerüstet.

Woran liegt Ihrer Meinung nach das Desinteresse?

Vielleicht wollen die Leute lieber in der Anonymität der Stadt Kurse besuchen, als im Dorf zu bleiben. Ich denke jedoch, dass auch für Neuzuzüger unsere Kurse eine Chance bieten, neue Leute kennenzulernen. Sicher besteht ein grosses Angebot weit und breit. Doch gerade deshalb finde ich, der Konsument sollte viel kritischer die Preise vergleichen.

Enormer Zeitaufwand

Wie gross ist der Zeitaufwand für Ihr Ressort?

Er ist enorm. Ich kann mich jedoch voll hinter die Sache stellen und mache das alles sehr gerne. Es braucht aber schon viel Vorarbeit, bis ein neues Kursprogramm steht und die Kurse dann durchgeführt werden können.

Besuchen Sie selber auch den einen oder anderen Kurs?

Ja. Einen Nähkurs besuche ich und ein Keramikkurs hat es mir angetan. Eigentlich möchte ich noch vieles mehr ausprobieren, doch das verschiebe ich auf später. Ich will ja noch etwas Zeit für mein Hobby, das Malen haben und die Tätigkeit für die Oberstufenschulpflege nebst meinem Ressort ist auch nicht zu unterschätzen. Ich bin übrigens immer bereit, mich für die Schülerinnen und Schüler unserer Gemeinde an der Oberstufe Andelfingen einzusetzen und trete auch als Kontaktperson auf, wenn Probleme anstehen. Die Schüler dürfen gerne mit Fragen direkt an mich gelangen. Weil wir aber unsere Ressortverteilung haben, kann ich vieles wohl entgegennehmen, muss es jedoch dem zuständigen Vertreter der Oberstufe Andelfingen weiterleiten oder abklären lassen.

«Hoffentlich gibt es ein reges Interesse für das neue Kursprogramm!»

Nun darf man also auf das neue Kursprogramm der Fortbildungsschule gespannt sein?

Ja, es wird im Februar herauskommen und ich hoffe auf ein reges Interesse.

Anita Egg, ich bedanke mich auch im Namen der Dorfposcht herzlich für dieses Gespräch und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und Freude bei Ihrer Tätigkeit für die Fortbildungsschule.

Marlies Schwarz

Chor: Vierzig Jahre Dirigent

Es war ein Glücksfall, dass Thomas Gutermann im Frühling 1958 als junger Lehrer – er hatte soeben das Fähigkeitszeugnis für Primarlehrer erhalten – nach Thalheim kam. Es war damals üblich, dass der Lehrer im Dorf auch Chordirigent war. Weil er Freude am Singen hatte, wurde man sich einig. Im Sommer 1959 wurde Gutermann zum Dirigenten gewählt. Ein Glückstreffer für den Frauenchor.

Treu trotz Karriere

Als Thomas Gutermann nach drei Jahren die Ausbildung zum Sekundarlehrer anfing, blieb er den Thalheimern erhalten. Obschon der beliebte Lehrer Karriere machte – Stationen sind ein Doktortitel und 1993 die Berufung zum Direktor der Schweizerischen Meteorologischen Anstalt – blieb er Thalheim treu.

Die Qualitäten des jungen Dirigenten blieben nicht verborgen. Als der Männerchor auch einen neuen Dirigenten suchen musste, wurde ebenfalls bei Dr. Gutermann angeklopft. Plötzlich hatte dieser zwei Chöre zu dirigieren. Nachdem einige Jahre zusammengeübt wurde, schloss man sich zum gemischten Chor zusammen.

Die Erfolge der Thalheimer Sänger haben sie zu einem grossen Teil dem begabten Dirigenten zu verdanken. «Er ist streng mit uns» erklärt die Präsidentin Ursi Epprecht. «Aber er hat eine feine Art, uns zu motivieren und unsere Möglichkeiten auszuschöpfen». Man ist sich auch persönlich näher gekommen in den vierzig Jahren. Zwischen Dirigent und Chor ist eine gute Freundschaft entstanden. Thomas Gutermann ist vor kurzem in Pension gegangen. Sein Alter würde ihm aber keiner geben, denn mit Schwung und Elan führt er heute noch den Chor im schönen Weinlanddorf.

Dass viel Idealismus dabei ist, wissen die Chormitglieder genau, denn das Honorar vermag vermutlich nicht einmal die Spesen zu decken. Natürlich hoffen alle, dass man dereinst das Fünfzigjährige zusammen feiern kann.

Der Schwank: Blaublüter

«Blaus Bluet und Erbslisuppe» ist ein Schwank in drei Akten von Dieter Adam. Da die Familie Neureich durch Erbschaft neuerdings zu den Millionären gehört, setzt Ottilie die Frau (Brigitte Hild), alles daran, um zu den «Besseren» zu gehören. Otto, ihr Mann (Reto Frei) und Bettina, die Tochter (Gabi Fehr) machen sich nicht viel aus dem Reichtum und wollen bescheiden bleiben. Schliesslich sind sie vorher mit einer Imbissbude umher gereist. Frau Neureichs Bemühungen gipfeln darin, dass sie ihre Tochter mit einem Grafen verheiraten will. Um Gräfin und Sohn gebührend empfangen zu können, muss ein Butler (Marc Gutknecht) her. Nun sind also drei Angestellte im Haus: Berta die Köchin (Elsbeth Bertschi), Susi, das Hausmädchen (Jacqueline Gutknecht) und eben der Butler, Jean. Dieser muss die Aufgabe übernehmen, den Herrschaften Manieren beizubringen. So entstehen komische Situationen.

Keine Lust auf Kuppelei

Bettina zeigt überhaupt keine Lust «verkuppelt» zu werden. So tauscht sie die Rolle mit dem Hausmädchen. Um noch mehr Eindruck zu machen, wird Berta zur Baronin gemacht, die zugleich Erbtante sein soll. Nun ist man für die Gräfin Adele (Barbara Wägeh) und den Sohn Hugo (Thomas Morf) gerüstet. Hugo ist ungezogen und will immer nur Schwarzpeter spielen. So ist man bei Neureichs froh, Susi zur Tochter gemacht zu haben. Diese hat mit dem geistig zurückgebliebenen Hugo allerlei zu erdulden, wird dann zu guter Letzt doch noch mit dem Grafen aufs Schloss ziehen. Bettina Neureich ihrerseits verliebt sich in den Butler und will die Familientradition mit dem Imbisswagen weiterführen. Das humorvolle Stück wurde sehr gut gespielt und löste Lachsalven aus. Unter der Regie von Elsbeth Bärtschi haben die Darsteller eine sehr gute Leistung gezeigt.

jro

Abendunterhaltung des Chors: Ferienträume

«Ferienträume» hiess das Motto der Abendunterhaltung des gemischten Chores Thalheim. Wie gewohnt ernteten die Sängerinnen und Sänger viel Applaus.

Wie sich das in den letzten Jahren eingebürgert hat, führte der gemischte Chor Thalheim kurz nach dem Turnverein seine Abendunterhaltung durch. So beginnen denn die Thalheimer das neue Jahr mit Festen. Für einmal bestritt der Chor den ersten Teil ohne Mitwirkung anderer Vereine. Insgesamt zwölf, zum Teil recht anspruchsvolle Lieder, standen auf dem Programm.

Stilvoller Auftakt

«Ferienträume» hiess das Thema, welchem sich die Lieder widmeten. Stilvoll war der Auftakt. Zu Glockengeläut zogen die Sängerinnen und Sänger, das Lied «Der Dom» singend auf die Bühne. Nach der Begrüssung durch Erich Oberholzer gings dann los. «Gute Reise» hiess das zweite Lied das mit viel Schwung die Freude am Reisen aufkommen liess. Nächste Station war Australien mit dem Titel «Känguruh». Mit den Liedern «Bongo Bongo» und «Der Löwe schläft heut Nacht» entführte der Chor sein Publikum nach Afrika. Cowboy Werner Schleuss träumte von Amerika und sagte das Lied «Ein lustiges Leben» an.

Gedichte von Erich Kästner

Die kurze Pause benutzte dann Erich Oberholzer für einen Gedichtvortrag. «Im Auto über Land» von Erich Kästner hiess das humorvolle Gedicht, das natürlich zum Thema Reisen ausgezeichnet passte. Bereits stand wieder der Chor bereit um die musikalischen Ferienträume weiter zu spinnen. Zum Wandern wurde mit dem «Rennsteig Lied» eingeladen. Offensichtlich war man jetzt im Traum in der Heimat angelangt. Dass auch davon geträumt werden kann schilderte der Chor mit dem «Rigi Lied» und dem Stück «Daheim». «Niene isch mer wöhler gsi als diehei» heisst es darin so treffend. Schon führte der Chor aber wieder ins Ausland «Santa Lucia» war der nächste Titel. Den Höhepunkt des Gesangsvortrages bildete der «Ungarische Tanz», der mit viel Schwung und Rasse einen Beifallssturm auslöste. Mit «La Golondrina» glaubte der Chor seinen Auftritt zu beenden. Das Publikum wollte aber noch eine Zugabe, was mit der Wiederholung des «Ungarischen Tanzes» gerne gewährt wurde. Originell waren die Einlagen, mit welchen durch Chormitglieder jeweilen das nächste Lied angesagt wurde, teilweise in gelungenen Gedichten.

Unterstützung durch Co-Dirigentin

Neu war, dass neben Thomas Gutermann mit Barbara Keller eine Dirigentin einige Lieder dirigierte. «Wenn das nur nicht die Ablösung vom allseits beliebten Dirigenten bedeutet», ereiferte sich eine Zuhörerin. Barbara Keller wohnt seit einiger Zeit in Thalheim und amtet als Ersatzdirigentin. Das hat sich gut eingespielt. Aber im Chor hofft man, dass Thomas Gutermann den Thalheimern noch einige Zeit treu bleibt.

jro