Nachgedacht: «Die Kehrseite des Technik-Segens»

Vor ein paar Tagen ist mir zufällig die Broschüre: «Hundert Jahre Eisenbahnlinie Winterthur–Etzwilen–Singen», die aus Anlass dieses Jubiläums herausgegeben wurde, in die Hände gekommen. Das war 1975, also auch schon fast wieder ein Vierteljahrhundert seither. Diese Broschüre gibt Auskunft über die Anfänge des Eisenbahnbaus, über das Auf und Ab des Unternehmens, die Beteiligung der einzelnen Gemeinden, über zu grosse Hoffnungen die Einnahmen betreffend, bis zum schliesslichen Konkurs der Nationalbahn. Die Bauzeit von nur zwei Jahren für die ganze Strecke dünkt uns auch heute noch erstaunlich. An die Schulden allerdings hatten die einzelnen Gemeinden bis fast in die Mitte unseres Jahrhunderts zu bezahlen. Seither (1875) ist schon viel Wasser die Thur hinuntergeflossen. 1878 erfolgte, auch im Zuge des Bahnbaus, die Umbenennung von Dorlikon in Thalheim. Die Station selbst wurde Thalheim-Altikon, und nicht etwa Altikon-Thalheim benannt. Die Entwicklung der Bahnen (und des Strassenverkehrs) brachte in unserem Jahrhundert grosse Veränderungen. Bis zum heutigen Stundentakt war ein weiter Weg. 1946 wurde die Strecke elektrifiziert.

In den letzten Jahren wurde einiges unternommen, um die Leute von der Strasse zurück zur Bahn zu bringen. Tageskarten, Halbtaxabo, sonstige Sonderangebote etc.

Was den Güterverkehr betrifft, wurde die Milch bis Ende der fünfziger Jahre per Bahn befördert. Lange Zeit dachten wird auch, unsere Getreidesammelstelle behüte uns davor, zur «personallosen» Station zu werden. Und nun ist es doch soweit gekommen. Seit Anfang dieses Jahrhunderts ist unsere Bahnstation nicht mehr bedient. Billettautomaten, (die einem für einen ausserhalb der Tabelle gelegenen Ort kein Billett ausspeien), «menschenlose» Stationen, niemand, der einem Auskunft gibt, all das kann man schon als Schikane empfinden… Für die obige Station kannst du dir selbst etwas einfallen lassen, z.B. an einer Umsteigestation an den Automaten rennen und nachlösen, auf die Gefahr hin, den Zug zu verpassen… eine andere Variante wäre, Schwarzfahrer zu spielen. Mit dem Risiko, in deinen alten Tagen als «Pschyysser» dazuhocken…

Der Segen der Technik zeigt uns hier seine Kehrseite. Sicher, wir sind verwöhnt, nur, auf einige Errungenschaften, die man uns schmackhaft machen will, würden wir gerne verzichten, z. B. auch auf die elektronischen Telefonbücher in den Kabinen.

Doch, das ist ein zu weites Feld…

Els Morf

Lesergeschichte

Liebe Leserin, Lieber Leser

Die nachfolgende Geschichte kann durch Sie weitergeführt werden. Ebenso ist der Titel und der Name von R. frei wählbar. Die fertiggestellte Geschichte senden Sie bitte an die Redaktion. Die besten Geschichten werden veröffentlicht. rnz

R. war froh, dass die Festtage endlich vorbei waren. Die vielen Geschäftsessen und gesellschaftlichen Verpflichtungen waren an die Substanz gegangen. Und dann die Familie … Natürlich hätte auch er Heiligabend lieber zu Hause verbracht, als bei einem Geschäftstreffen in Rom, aber die Arbeit ging nun mal vor. Ausserdem verstand R. nicht, weshalb die Kinder so enttäuscht waren, dass er für sie keine Geschenke hatte. Schliesslich kaufte er ihnen das ganze Jahr über alles, was sie haben wollten.

Es herrschte dichtes Schneegestöber und Nebel, als sich R. an diesem Morgen, wie immer etwas zu spät, über die Autobahn auf den Weg ins Büro machte. Gleich beim Einbiegen fuhr er auf die Überholspur und gab Gas. Schon bald hatte er den ersten Wagen eingeholt. Nervös stellte er den Blinker und fing zu hupen an, als sich der Lenker nicht gleich zur Seite begab. R. fluchte. Durch das langsame Fahren des anderen Lenkers hatte es ihm nicht mehr gereicht selbst auf die Innere Spur zu kommen und er verpasste die Ausfahrt. Als er sich geistig eine neue Fahrroute zurechtlegte, leuchtete es plötzlich rot auf. Reifen quietschten, Glas zerbarst, Metall schob sich ineinander. R. sass da in seinem Wagen. Vor ihm eine Massenkollision, hinter ihm das selbe Bild. Doch ihm und seinem Wagen schien nichts passiert zu sein. Wie kann so etwas sein?, fragte er sich.

So nun sind Sie dran, für die Fortsetzung!

Interview: Hans Strasser, neuer Milcheinnehmer, Thalheim

Ende letzten Jahres gaben Sigi und Dori Schüssler nach langjähriger Tätigkeit ihr Amt als Milcheinnehmer auf, und die Milchgenossenschaft suchte krampfhaft einen Nachfolger. Keine leichte Aufgabe, wie sich herausstellen sollte! Seit die Milchhütte in den 40er Jahren durch die Milchgenossenschaft ins Leben gerufen wurde, hat sich einiges verändert. Die Milch wird nicht mehr mit Ross und Wagen zum Bahnhof geführt, obschon noch heute der Wagen im hinteren Raum der Milchhütte steht. Auch die Zahl der Bauern in Thalheim hat sich verändert.

Nur noch Acht Milchproduzenten

Von einst etwa dreissig Milchproduzenten sind heute noch acht übriggeblieben. Galt man damals mit einer Kuh im Stall und einer Hektare eigenem Land als Bauer, sind die Zahlen hier um einiges höher. Die Probleme mit der Milchhütte und die Bewältigung der zeitaufwendigen Arbeit als Milcheinnehmer sind nicht zu unterschätzen. Trotzdem wurde man fündig.

Hans Strasser, wie kamst Du zu Deinem neuen Job?

Verschiedene Bauern fragten mich diverse Male an und schlussendlich sagte ich ja.

Wie ist die Sache für Dich angelaufen?

Gut. Die Arbeit gefällt mir sehr. Am Anfang holte ich mir zwar gleich eine zünftige Erkältung, denn in der Milchhütte ist es immer feucht und wegen der laufenden Kühlung kalt. Man muss schon eine gesunde, kräftige und ausdauernde Person sein für diese Aufgabe.

Gegenüber früher sind jedoch ein paar technische Erleichterungen installiert worden. Früher leerte man die Milchkannen ja noch von Hand.

Das stimmt. Heute kann der Bauer die Milch draussen hinstellen und sie mit der Vakuumanlage in ein bestimmtes Gefäss drinnen in der Milchhütte pumpen lassen. Von dort muss sie nur noch genau abgewogen und in den Milchkessel weitergepumpt werden.

Kontrolle mit dem Schnapptest

Wie läuft das mit den Milchproben? Wer kontrolliert die Milch und wie oft?

Mindestens einmal pro Monat kommen unsere zwei Kontrolleure aus der Gemeinde und nehmen Proben. Zusätzlich werden Proben durch einen Milchinspektor genommen. Aber damit ist es nicht getan. Als Milcheinnehmer bin ich verpflichtet, jeden Tag, nachdem die Gesamtmilchmenge aller Bauern abgeliefert worden ist, einen speziellen Test (Schnapptest) zu machen.

(Hans Strasser erklärt mir genau den präzisen Ablauf dieses Tests, ein Vorgehen das konzentriertes Arbeiten erfordert.)

Dieser Test dauert etwa 15 Minuten und dient der Nachweisung von Penicillinrückständen in der Milch. Die Landwirte wissen, dass ihre Milch kontrolliert wird und können keine Risiken eingehen. Sollte dennoch einmal Penicillin in der Milch nachgewiesen werden, müsste alle Milch weggeschüttet werden. Das wären jetzt etwa 1500 Liter. Der fehlbare Landwirt wäre verpflichtet, für den Schaden aufzukommen. Zudem nimmt auch der Chauffeur des Lastwagens, der die Milch hier abholt und zum Milchverband führt, bei jeder Sammelstelle nochmals eine Probe. Wenn aber erst dann Penicillin nachgewiesen wird, haftet der Verursacher für den ganzen Lastenzug, das wären dann etwa 10’000 Liter, was schlimme finanzielle Folgen haben könnte.

Wie muss sich denn ein Landwirt verhalten, der einer Kuh Penicillin verabreichen muss?

Diese Milch darf so lange wie vorgeschrieben ist nicht in die Milchhütte abgeliefert werden.

Der Chauffeur holt die Milch um drei Uhr nachts

Wie häufig wird die Milch in Thalheim durch den Chauffeur abgeholt?

Vorläufig noch täglich. Der Chauffeur kommt immer nachts etwa um drei Uhr. Die Milch könnte 48 Stunden bei uns im Tank bleiben. Deshalb wäre es möglich, dass sie in Zukunft nur noch alle zwei Tage geholt wird, wie dies bei der Hofabfuhr auch der Fall ist.

Die Einführung der Hofabfuhr hätte grosse finanzielle Folgen

Hofabfuhr: Gütighausen hat vor ein paar Jahren auf dieses System umgestellt. Kommt die Hofabfuhr auch in Thalheim?

Das Thema ist tatsächlich sehr aktuell und ich habe grosse Bedenken. Jetzt gibt man den Bauern ein Zückerchen, nachher kommt der Hammer. Das war in der Landwirtschaft schon oft so. Ich nehme an, dass der Milchverband darauf drängt, die Hofabfuhr einzuführen. Aber die Kosten sind doch schliesslich höher, wenn der Chauffeur 8 Bauernhöfen nachfahren muss, anstatt bei einer Milchhütte alle Milch abzuholen. Die Landwirte müssten neu investieren und eigene Milchräume mit Kühltanks bauen. Diese Installationen müssen auch unterhalten und repariert werden. Der eine oder andere wird da wohl nicht mehr mitmachen. Das Einkommen der Bauern wird in Zukunft ohnehin schmäler werden. Es trifft in erster Linie wieder die Kleinen.

Man liest von Milchpreissenkungen. Wieviel bekommt der Bauer jetzt noch für einen Liter Milch?

Jetzt sind es ungefähr 80 Rappen. Eine neue Reduktion um weitere zehn Rappen ist aber bereits angesagt und später sollte der Preis noch weiter sinken. Ohne Direktzahlungen geht das nicht mehr.

Bald günstigere Milch?

Wie teuer ist ein Liter Milch in der Milchhütte für den Konsumenten?

Der Verkaufspreis ist jetzt bei 1.40 Franken. Ich werde aber einen Vorstoss nehmen, den Preis zu senken, sobald die Bauern auch weniger erhalten.

Verkaufst Du nebst Offenmilch keine weiteren Milchprodukte mehr?

Nein, ich will nichts Neues mehr anfangen. Wegen der neuen Lebensmittelvorschriften müsste ich eine zusätzliche Wand einbauen lassen. Das würde heissen, eine Hilfe für den Verkauf anzustellen. Ich glaube kaum, dass sich das lohnen würde.

Betreust Du die Milchhütte eigentlich allein?

Ja. Ich arbeite gern allein. Eine Vertretung habe ich aber schon. Susi Weidmann hat sich bereit erklärt, weiterhin als Aushilfe einzuspringen. Darüber bin ich sehr dankbar, denn die Milchhütte ist jeden Tag am Morgen und am Abend offen, und obschon ich mit meinen eigenen Tieren auch angebunden bin, möchte ich die Möglichkeit zu einem freien Tag auch ab und zu nutzen.

Frühaufstehender Hausmann

Erzähle doch zum Schluss noch, was Du zwischen den Arbeiten in der Milchhütte sonst noch machst.

Am Morgen stehe ich um fünf Uhr auf und füttere zuerst zwei Ställe Schafe. Dann mache ich meiner Familie den «Zmorge» und nachher geht es ab in die Milchhütte. Dort putze ich zuerst den Tank, die Plättli und richte alles und warte auf die ersten Bauern, die bis jetzt in der Regel pünktlich kamen. Nachher, wenn alles aufgeräumt und erledigt ist, kommt der Hausmann zum Zug. Im Haushalt gibt es auch immer eine Menge zu tun: putzen, abwaschen, posten, kochen usw. Nach dem Mittagessen erlaube ich mir ein kurzes «Nickerchen». Dann schneide ich zum Beispiel Bäume oder habe irgend etwas in unserem Haus zu reparieren. Gegen Abend müssen wieder meine Schafe besorgt werden, bevor ich schliesslich wieder in die Milchhütte an die Arbeit gehe. Täglich sind es etwa 3 Stunden Arbeit in der Milchhütte. Zwischendurch habe ich recht viel Zeit für anderes.

Hans, ich hoffe für Dich, dass die Milchhütte noch eine Weile weiter bestehen kann. Wagst Du eine Prognose?

Ich hoffe, auf weitere ein bis eineinhalb Jahre. Man muss bedenken, dass in unserer Milchhütte einiges sanierungsbedürftig ist. Die Milchgenossenschaft wird sich in nächster Zukunft sehr mit dem Thema befassen müssen.

Zum Schluss danke ich Dir vielmals für das Gespräch. Vielleicht dringt aus diesem Bericht etwas davon an unsere Leserinnen und Leser durch, dass auch in der Landwirtschaft zur Zeit grosse Probleme anstehen.

Marlies Schwarz

Abendunterhaltung des Chors

Bereits am 9. Januar rückte sich auch der Chor ins beste Licht. Natürlich waren an diesem Abend schöne Lieder trumpf. Schon nach dem Lied «Spruch», das zur Einstimmung eines schönen Abends gesungen wurde, zeigte das Publikum mit vollem Applaus, wie beliebt der einheimische Chor ist.

Die Stimmung stieg schnell

Nach der launischen Begrüssung durch Emmi Strasser, der Präsidentin des Thurtaler Sängerverbandes ging’s dann gleich weiter mit «Wohl auf in Gottes schöne Welt», dem beliebten «Kufsteiner Lied» und «Träume aus der Kinderzeit» hiessen die nachfolgenden Lieder. Die Stimmung in der sehr gut besetzen Halle liess keine Wünsche offen.

Wander-, Schiffer- und Westernlieder

Nach einer kurzen Verschnaufpause erklangen das «Wanderlied» und das wunderbare «Schifferlied»: «Es löscht das Meer die Sonne aus. «An den Ufern des Missouri» heisst das Medley von Western-Songs, das anschliessend geboten wurde und besonders gut ankam. Mit «Dank an die Freunde» wollte sich der Chor verabschieden. Aber das ging natürlich nicht.

Da Capo

Das Publikum wollte noch mehr, und zeigte das mit begeistertem Applaus. Mit «Bajazzo» wurde ein sehr schönes Lied als Zugabe geboten. Aber das Publikum wollte nochmals das Western-Medley hören. Darauf verabschiedeten sich die Sängerinnen und Sänger aber endgültig. Die Chormitglieder mussten auf ihre Posten in Festwirtschaft und Tombola.

Nachhilfestunden für Paolo

In ihrer Ansprache erzählte Emmi Strasser, dass sie den Pianisten Paolo d’Angelo gefragt hätte, was er machen würde, wenn er so schön singen könnte wie die Thalheimer Sänger. «Ich würde Nachhilfestunden nehmen» habe dieser angeblich geantwortet. Nach den gekonnten Liedervorträgen war aber jedem klar, dass da Nachhilfestunden nicht nötig sind. Mit Thomas Gutermann haben die Thalheimer auch einen excellenten Dirigenten, der sicher Nachhilfestunden verordnen würde, wenn das nötig wäre.

Die Jugend war auch dabei

Nach der Pause folgten dann Darbietungen von Jugi und Mädchenriege. Mit einer Kombination von Barren und Bodenübungen zeigte die Mädchenriege ihr Können. Die Jugi wartete nochmals ihren «Tanz der Roboter» auf. Den Schluss des turnerischen Programmes machte dann die Mädchenriege mit dem Barbie-Reigen.

Theater heisst auch Proben

So gut wie die Unterhaltungen zum Jahresbeginn Tradition geworden sind, so gut gehört es auch dazu dass an der Chor-Unterhaltung das Theater wiederholt wird. Nocheinmal zeigten die einheimischen Schauspieler dass auch in einer kleinen Gemeinde immer wieder Leute sind, die schauspielerisches Talent haben und auch gewillt sind viele Probestunden in Kauf zu nehmen. Wiederum erntete die Theatergruppe viel Beifall und die Lachsalve zeigten auch, wie gut das Theater angekommen ist.

Das Tanzbein wurde geschwungen

Den Abschluss der Unterhaltung machten dann die «Nüfemer Adhöckler» mit schmissiger Tanzmusik bis in die frühen Morgenstunden. jro

Abendunterhaltung des TV

Wie üblich machten Damenriege und Turnverein den Start ins neue Jahr mit einer gelungenen Unterhaltung. Am Abend des Neujahrstages traf man sich in der Mehrzweckhalle um die Darbietungen zu bestaunen.

Bäckerei Dreyfuess

Mit einem lustigen Theaterstück «Bäckerei Dreyfuess» wurde schon zu Beginn für gute Stimmung gesorgt. Die Theatergruppe hatte einmal mehr gute Arbeit geleistet. Die vielen Lachsalven zeigten dass der Dreiakter gut angekommen ist

Fit mit Turnen und Charleston

Den Anfang der turnerischen Darbietungen machte die Mädchenriege mit einer Kombination von Barren und Bodenturnen. Mit ihren gekonnten Übungen zeigten die Mädchen, dass an talentiertem Nachwuchs kein Mangel besteht. Einen rassigen Charleston legte dann die Damenriege aufs Parkett und demonstrierte dabei, wie man in Schwung bleibt, wenn man sich mit Turnen fit hält.

Roboter und Bauarbeiter

Originell war auch der «Tanz der Roboter» der Jugendriege. Obschon nicht alle immer im Takt waren, in den Kostümen war das ja auch nicht einfach, der Tanz kam so gut an dass die Jugi herausgeklatscht wurde. Mit dem Thema «Bauarbeiter» glänzte der Turnverein. Die gekonnten und zum Teil gewagten Sprünge vom Minitramp zeigten, dass auch im Turnverein eifrig geübt wird.

Die Puppen tanzten

Als Barbie-Girls kam dann die Mädchenriege nochmals auf die Bühne und die Mädchen ernteten nocheinmal grosses Applaus. Zum Abschluss folgte dann der eigentliche Höhepunkt: der Reigen von Damenriege und Turnverein, kein Wunder, das Publikum wollte die Darbietung nochmals sehen. Viel zur guten Stimmung beigetragen haben auch die Sketche, die zwischendurch geboten wurden.

Das Tanzbein wurde geschwungen

Den letzten Teil der gelungenen Veranstaltung bestritt dann die «Buggy-Tanzband» Bereits zum zehnten Mal engagierten die Thalheimer Turnvereine diese beliebte Band. Es gelang den Musikern mit Leichtigkeit die gute Stimmung, welche schon im Saal herrschte weiter zu führen. jro

Rund um die Kirche

Es liegt ein besonderes Jahr hinter uns. Ein Jahr das uns ungefragt mit einem Jubiläum bescherte: «350 Jahre Pfarrunion». Das heisst: Vor 350 Jahren wurde beschlossen, für beide Gemeinden, Thalheim und Altikon, ein gemeinsames Pfarramt zu errichten.

Dieses Jubiläum, auf das wir im Verlaufe des Jahres, mit einer ganzen Reihe von kirchlichen Veranstaltungen eingegangen sind, zeigte uns wieder einmal, wie tief unsere Kirchgemeinden in der Vergangenheit verwurzelt sind, und wie stark sie die Geschichte unserer Dörfer und das Zusammenleben unserer Ortsgemeinschaften mitprägten.

Hochstrebende Ideen

Vor bald zwei Jahren haben wir in den Kirchenpflegen von Thalheim und Altikon überlegt, wie dieses Jubiläum gebührend gefeiert werden könnte. An Ideen hat es nicht gefehlt: Der Bau eines Aussichtsturmes spukte durch unsere Köpfe. Er sollte auf einer Anhöhe zwischen Altikon und Thalheim aufgebaut werden, einen Standort, von dem mit wunderbarem Ausblick auf die beiden Gemeinden, Tal auf und Tal ab, hatten wir schon im Auge. Neben dem Turm sollte ein Festzelt mit Festwirtschaft aufgebaut, und rundum attraktive Programme angeboten werden: Kinderfest, Musikprogramm, Festgottesdienst, Postenlauf und Rösslifahrten zwischen den beiden Gemeinden und noch einiges mehr.

Wir sahen jedoch bald, dass unsere Ideen zu weit in den Himmel wuchsen und dass wir uns diesen Aufwand gar nicht leisten könnten.

Mit reduziertem Aufwand ein gelungenes Jubiläum

Von all den grossen Plänen abzurücken, zurückbuchstabieren, und die Festivitäten auf ein erträgliches Mass zu reduzieren, kostete dann doch etwas Kopfzerbrechen. Aber ich denke es ist uns recht gut gelungen.

Nun ist dieses Jubiläumsjahr bereits wieder zu Ende und wir können auf eine ganze Reihe gelungene Anlässe zurückblicken. Ohne allezusehr ins Detail zu gehen, seien hier einige erwähnt:

Wer den Kirchenboten liest, ist im Laufe des Jahres sicher hin und wieder an der Rubrik «Damals in alter Zeit» hängen geblieben.

«Die Gelben Seiten»

Alle 14 Tage waren auf der gelben Seite mit unseren Thalheimer und Altiker-Mitteilungen, kurze Geschichten zu lesen, die illustrieren, wie das früher zu und her ging mit unseren Pfarrherren, die seit 350 Jahren in Altikon und in Dorlikon ihr Amt wahrnahmen. Ausgesucht und zusammengestellt wurden diese Geschichten von einer kleinen Arbeitsgruppe.

«Macht vor dem Herrn einen fröhlichen Lärm»

Ein Höhepunkt in der Reihe der Jubiläumsanlässe war der Festgottesdienst am Bettag, in der – bis zum letzten Platz besetzten Altiker-Kirche. Der Gottesdienst stand unter dem Motto: «Macht vor dem Herrn einen fröhlichen Lärm». Und dies ist tatsächlich gelungen. Ein bunt gemischter ad-hoc Gospelchor mit Sängerinnen und Sängern aus Thalheim und Altikon haben, mit Unterstützung einiger Musiker und einem Profi-Sänger, einen fulminanten musikalischen Rahmen geboten für diesen Gottesdienst.

Nach den Begrüssungsworten durch die neue Kirchgemeindepräsidentin aus Altikon und des Kirchenpräsidenten Thalheims, führten Pfr. Daniel Morand, und unser Ehrengast, Kirchenratspräsident Pfr. Ruedi Reich durch den Gottesdienst.

Pfr. Ruedi Reich ging in seiner Festpredigt auf die Bedeutung von guten Beziehungen zwischen Menschen ein, das friedvolle Zusammenleben in Völkergemeinschaften und auf die solidarische Verantwortung «füreinander» in Freud und in Leid.

Applaus in der Kirche

Zum Abschluss des Gottesdienstes spendete die Festgemeinde dem Gospelchor und allen, die zum Gelingen beitrugen, einen begeisterten Applaus. Nach dem Gottesdienst standen zwei Postautos bereit, welche die Festgemeinde zu einem Aussichtspunkt oberhalb den Rebbergen nach Oberneunforn führten. Dort waren alle zu einem Apéro eingeladen. Wir freuten uns am schönen Wetter und alle genossen die prächtige Aussicht auf das Thurtal und auf unsere beiden Dörfer. Der dritte Teil und Abschluss dieses Festtages war dann, nach der Weiterfahrt mit den Postautos, das grosse von unserer Kirchgemeinde spendierte Spaghetti-Essen auf dem Platz hinter der Turnhalle in Thalheim. Teilgenommen haben mehr als 150 Personen.

Aktionen für die Kinder

An diesem Festgottesdienst am Bettag gab es auch noch einige Begleitaktivitäten für die Kinder, Päckli-Fischen und Ponyreiten und auch ein Quiz für die Erwachsenen, mit Fragen rund um unsere Kirchgemeinden. – Auf einige dieser Fragen und Anworten möchte ich hier eingehen, weil sie doch auf einige erstaunliche Fakten hinweisen: – Die Pfarrunion mit Altikon besteht seit 1648. Was denken Sie, wieviele Pfarrer waren während diesen 350 Jahren im Amt ? – Es waren 21. Und seit Anfang dieses Jahrhunderts bis heute waren es fünf.

  • Pfr. Karl Wartmann war 37 Jahre,
  • Pfr. Herbert Blum 8 Jahre,
  • Pfr. Robert Hanselmann war 35 Jahre,
  • Pfr. Karl Hasler 12 Jahre im Amt,
  • Pfr. Daniel Morand ist seit 4 1/2 Jahren bei uns, seit 1994.

Und – wie hoch schätzen Sie die Zahl der Konfirmandinnen und Konfirmanden die in den vergangenen hundert Jahren in Thalheim und Altikon konfirmiert wurden? – Es wurden insgesamt 1’510 Konfirmandinnen und Konfirmanden konfirmiert.

Zahlen und Fakten

Nun noch einige Zahlen zum vergangenen Jahr: Was meinen Sie, wie oft kirchlich geheiratet wurde und wie viele Taufen und wie viele Trauergottesdienste in diesem Jahr stattfanden? Kirchlich getraut wurden in diesem Jahr 6 Paare, und zwar alle 6 in Altikon – keines in Thalheim. Getauft wurden in diesem Jahr 26 Kinder, 11 in Altikon und 15 in Thalheim. Daneben hatten wir in beiden Gemeinden je 2 Trauergottesdienste.

Was hier an Zahlen vielleicht auch noch interessant ist: In Altikon wohnen insgesamt 494 reformierte Kinder und Erwachsene, in Thalheim sind es 498 (Angaben von Mitte September 1998).

Verschiedene Gottesdienstformen

Nun, Sie haben inzwischen vielleicht gemerkt, dass das, was ich ihnen bis hierher erzählt habe, zwar ziemlich viel mit unserer Kirchgemeinde zu tun hat, dass ich aber über unsere Tätigkeit in diesem Jahr noch nicht viel berichtet habe. Ich will deshalb noch auf einige andere Aspekte eingehen, denn die Arbeit der Kirchenpflege dreht sich nicht nur um Zahlen, Festtage und Jubiläumsfeiern.

Hier z.B. die verschiedenen Gottesdienstformen, die bei uns im Laufe des Jahres durchgeführt wurden.

Reguläre Gottesdienste in der Kirche, Familiengottesdienste, Gemeindeausflug am Auffahrtstag, Taufgottesdienste, Erntedankgottesdienst, Trauergottesdienst, Jugendgottesdienste, musikalisches Abendgebet, Gemeinsamer Singgottesdienst, Gottesdienste mit Abendmahl an Kirchlichen Feiertagen.

Planung durch «Vollprofis»

Wie Sie sich denken können, müssen alle diese Gottesdienste geplant und rechtzeitig ausgeschrieben werden, und sie müssen bis ins Detail vorbereitet und möglichst ansprechend durchgeführt werden.

Natürlich bestreitet unser «Vollprofi»- Pfarrer Daniel Morand den grössten Teil der Arbeit. Im Einsatz ist oft auch seine Frau Susanne Morand, sei es nun mit Geschichten, die sie im Rahmen der Gottesdienste vorträgt, mit ihrem Flötenspiel oder anderen unterstützenden Hilfeleistungen.

Die Sigristin ist für die Dekoration, die Heizung zuständig und die Organistin oder der Organist für die musikalische Begleitung. Die Kirchenpflege tritt in diesem Bereich nur selten ins Rampenlicht, z.B. wenn sie bei der Austeilung des Abendmahls mithilft, oder wenn jemand einen Text liest, oder ein Grusswort an die Gemeinde richtet.

Neben den Gottesdiensten gibt es auch noch eine andere Art von Angeboten:

Elternabende, Frauenzmorge, Frauennachmittage, Altersnachmittage, Altersausflug, Bibelabende, Mittagstische, Besuch des Freilichtspieles «No e Wiili» in Stein am Rhein, Konzerte in der Kirche, Kerzenziehen usw.

Aktiv auch ausserhalb der Kirche

Ein beachtlicher Teil unserer Veranstaltungen finden nicht in der Kirche statt. Sie dienen der Begegnung, der Unterhaltung, der Beziehungspflege und der Weiterbildung. Auch diese Angebote müssen geplant und ausgeschrieben werden, verlangen Vorbereitungszeit und den Einsatz von Pfarrer und Kirchenpflege und Unterstützung von einer ganzen Reihe weiterer Personen die im Hintergrund mitwirken. Auch auf diesen Personenkreis sei hingewiesen:

Pfarrer und Pfarrfrau, Sonntagschullehrerinnen, Katechetin, die Mitglieder der Kirchenpflege, Organisten, ad hoc zugezogene Musiker, Referentinnen und Referenten, freiwillige Helferinnen und Helfer die am Rande von Veranstaltungen mithelfen, Chauffeure, die Transporte übernehmen, Frauen die Kuchen backen oder spontan beim Aufräumen und Abwaschen mithelfen.

Dank an alle Helfer

Sie sehen, es sind nicht wenige, die mitwirken. Es sind einige professionelle dabei, aber fast ebenso viele leisten freiwillige, unbezahlt Arbeit. Immer wieder finden wir Frauen und Männer die bereit sind, bei Vorbereitungen und beim Gestalten von Anlässen, aktiv mitzuhelfen. Sei dies nun, indem jemand einen Kuchen beisteuert, einen Transport oder ein Taxidienst übernimmt – oder dass ganz konkret Hand anlegt wird beim Einrichten eines Festplatzes, beim dekorieren oder beim Abwaschen und Aufräumen.

Allen die da und dort mit Hand anlegen, sei einmal ganz offiziell gedankt. Ohne ihre Mithilfe wäre vieles gar nicht möglich.

Angebote für Kinder und Jugendliche

Zum Abschluss sei auf die Angebote in der Kinder- und Jugendarbeit hingewiesen: Sonntagschule, Schlitteltag der Sonntagschulen, Dominotreff, Konfirmation am 14. Juni, Konfirmandenreise nach Mailand, Konfirmanden-Tag im Bezirk Andelfingen, Sonntagschulweihnacht, Treffen ehemaliger Konfirmanden, Spieltag der Sonntagschule usw.

Mit unserem Engagement für Kinder und Jugendliche versuchen wir die Beziehung zu unseren christlichen Grundlagen und Traditionen zu vermitteln. Dabei geht es nicht nur um den Unterricht, sondern auch um die altergemässe Bearbeitung von Lebensfragen, aber auch um den Ausdruck von Lebensfreude, und das sinnvolle Gestalten von Freizeit, des Zusammenlebens unter Gleichaltrigen, aber auch die Pflege der Beziehungen zwischen Jung und Alt. Auch in die Jugendarbeit wird viel Zeit und Kraft investiert. Natürlich gelingt nicht immer alles optimal, aber wir sind immer wieder bestrebt, unsere Angebote weiterzuentwickeln und da und dort etwas Neues zu wagen.

Unsere Kirchenpflege

Nun möchte ich noch kurz auf die neue Zusammensetzung der Kirchenpflege eingehen. Nach dem Abschied von Hermine Wüst im Herbst 1997 und dem Rücktritt von Christine Schleuss auf Ende der Amtszeit, im Frühjahr 1998, haben sich nach der Wahl im Frühling, drei bisherige und zwei neue Kirchenpflegemitglieder zusammengefunden und wir haben uns in dieser Zusammensetzung schon recht gut eingearbeitet. Die Aufgaben haben wir folgendermassen verteilt:

  • Barbara Keller, Mission, Musik, Erwachsenenbildung
  • Christina Bär, Sonntagschule und Unterrichtsfragen, Veranstaltungen, Altersarbeit
  • Corinne Kübler, Aktuariat, Öffentlichkeitsarbeit
  • Eugen Morf, Gutsverwaltung, Mobiliar und baulicher Unterhalt, Vizepräsident
  • Walter Jordi, Präsident

Ablösung durch fünf Neue

Noch ein Seitenblick nach Altikon: Es wurden alle 5 Sitze der Kirchenpflege neu besetzt. Die Ablösung hat zwar nach einigem «hin und her» gut funktioniert, aber der Wechsel hat doch seinen Preis. Wir haben mit den Zurückgetretenen ein gut eingespieltes Team verloren, mit dem wir sehr gut und partnerschaftlich zusammengearbeitet haben, und nun sind wir daran, die neuen Partner aus Altikon kennen zu lernen und uns neu aufeinander einzuspielen. Mit dem Festgottesdienst und Jubiläumsfest haben wir zwar schon erste organisatorische Erfolgserlebnisse hinter uns. Aber trotzdem, es kostet einiges, bis man sich wieder kennt und bis die Absprachen und die Zusammenarbeit wieder rund laufen.

Gedanken zur Zukunft

Abschliessend noch einige Gedanken zur Zukunft: Die Kirchgemeinde ist zwar in der Tradition verbunden. Sie ist historisch gewachsen und ist tief in unserer Geschichte verwurzelt. – Aber lebendig bleiben wird die Kirche wohl kaum, wenn sie sich nicht immer wieder neu bestätigt und in der Lage bleibt sich auch in der heutigen Zeit weiter zu entwickeln, sich zu verändern und zu erneuern.

Eine Neuerung, die wir 1999 vor haben, ist die Umgestaltung des Platzes auf der Südseite der Kirche. Wir möchten (wie sie im Zusammenhang mit dem Budget 99 schon gehört haben) den Platz neu gestalten; so, dass er z.B. nach einem Gottesdienst zum Bleiben einlädt und vor allem auch bei grösseren Anlässen, wie Taufgottesdiensten, Konfirmationen und kirchlichen Feiertagen besser genutzt werden kann.

Die Planung und den Kostenvoranschlag werden wir ihnen im Frühjahr vorlegen und, wenn Sie dem Vorhaben zustimmen, kann dieses Projekt vielleicht schon im nächsten Jahr realisiert werden.

Grosszügige Gemeinde

Ermöglicht wird diese Umgestaltung durch das grosszügige Entgegenkommen der politischen Gemeinde, der Überschreibung des Grundstückes in den Besitz der Kirchgemeinde und die Zusicherung eines finanziellen Beitrages. Dem Gemeinderat möchte ich für dieses Entgegenkommen im Namen der Kirchgemeinde bestens danken.

Gedankt sei aber auch dem Team auf der Gemeindekanzlei. Sie sind sowohl dem Pfarrer wie auch unserer Behörde gegenüber immer sehr kooperativ und hilfsbereit.

Ehrlich gesagt, wenn es sich um bauliche Massnahmen handelt, sind Erneuerungen relativ einfach zu realisierten – sofern man sie finanzieren kann. Aber als Kirche in der heutigen Zeit glaubhaft, traditionsverbunden und doch zeitgemäss innovativ zu sein, als Dorfkirche den Platz in unserer Gesellschaft zu behaupten, und von Jung und Alt ernst genommen und gehört zu werden, ist schon etwas schwieriger. Und trotzdem, wir werden als Kirchenpflege, zusammen mit dem Pfarrer und allen denen, welchen eine lebendige Kirche ein Anliegen ist, weiter am Ball bleiben und versuchen das kirchlich Leben – so gut wir können und zu Gunsten der Gemeinde, zu Gunsten unserer Nachkommen sinnvoll, innovativ und lebendig zu gestalten.

Walter Jordi

Der Jahresbericht 1998 wurde an der Kirchgemeindeversammlung am 11. Dezember 1998 vom Präsidenten verlesen. Er wird hier in leicht gekürzter Form wiedergegeben.

Primarschul-Infos

An der Budget-Gemeindeversammlung vom 11. Dezember 1998 wurde angekündigt, dass für das Schuljahr 1999/2000 an der Unterstufe wegen der hohen Schülerzahl ein akutes Platzproblem besteht. Die Schulpflege schlägt vor, die zukünftige dritte Klasse separat im Schulhaus Thalheim zu unterrichten.

Im nächsten Schulblatt wird ein Inserat erscheinen, in dem eine geeignete Lehrperson für ein Jahr gesucht wird.

Ruhiger Schulsilvester

Der Schulsilvester 1998 ist ruhig verlaufen, es wurden keine Reklamationen bekannt.

Sprechstunde für geplanten Schulhausbau

Am 15. Februar 1999 wird die Schulpflege zusammen mit der Baukommission und dem Architekten, eine Sprechstunde für die Bevölkerung zum geplanten Schulhausbau durchführen. Alle Interessierten sind ab 20.00 Uhr bis ca. 21.30 Uhr im Mehrzweckraum Thalheim eingeladen.

Handarbeitsausstellung

Am Samstag, 24. April 1999 von 11.00 Uhr bis 15.00 Uhr findet die Handarbeits-ausstellung im Mehrzweckraum Thalheim statt.

Klassenlager in Thusis

Die Mittelstufe (4. – 6. Klasse) führt vom 12. – 16. April 1999 unter der Leitung von M. Harb ein Klassenlager auf der Burg Ehrenfels in Thusis durch. Dazu wird am 23. Februar 1999, 20.00 Uhr im Mehrzweckraum Thalheim ein Elternabend mit Videovorführung organisiert.

Die Schulpflege

«Aus dem Gemeindehaus»

Auf Antrag der Redaktion Dorfposcht hat der Gemeinderat mit Wirkung ab dem Jahr 1999 die Anzahlerhöhung der Ausgaben der Dorfposcht von 5 auf 6 Ausgaben bewilligt.

Finanzen und Steuern

Seit der letzten Berichterstattung konnten im Zusammenhang mit Grundstückveräusserungen Grundstück-Gewinnsteuer-Einnahmen im Betrag von 89’280 Franken veranlagt werden.

Seit der letzten Berichterstattung wurden Kanalisationsanschlussgebühren im Gesamtbetrag von Fr. 403.20 veranlagt.

Der Gemeinderat genehmigte die Abrechnung über den Landkauf für den Vorplatz des Feuerwehrgebäudes Gütighausen im Gesamtbetrag von Fr. 42’914.05. Der Staatsbeitrag der Gebäudeversicherung wurde bereits ausgerichtet.

Der Gemeinderat hat die Gemeindestundenlöhne für 1999 auf dem Stand von 1998 belassen. Da der Kanton keinen Teuerungsausgleich gewährt, blieben diese Ansätze unverändert.

Der Gemeinderat genehmigte die Abrechnung über die Malerarbeiten im Restaurant Brückenwaage über Fr. 3’762.50.

Am 9. Oktober 1998 hat die Direktion des Innern bei der Gemeindegutsverwaltung eine Revision der Kassen- und Buchführung vorgenommen. Der Revisionsbericht gibt zu keinen besonderen Bemerkungen Anlass und wird vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen.

In der Dorfposcht, Ausgabe September 1998, hat der Gemeinderat Sie über die Gründe für den Ersatz des bestehenden EDV-Systems der Gemeindeverwaltung informiert. Nach Prüfung der Offerten wird mit den Arbeiten für den Ersatz des bestehenden EDV-Systems die Firma Dialog Verwaltungs-Data AG in Zürich beauftragt. Für die gesamten Erneuerungskosten inkl. Änderung auf ISDN und Internetanschluss wird ein Kredit über 105’000 Franken bewilligt. Die Installation der Anlage hat unterdessen begonnen.

Der Landi Dägerlen-Thalheim wird für die Volg-Läden in Thalheim und Gütighausen unter Auflagen ein Investitionsbeitrag von je 4’000 Franken für die Anschaffung von Scanning-Kassen bewilligt.

Die Wasserversorgung Thalheim wird mit Wirkung ab 1. Januar 1999 der Mehrwertsteuer unterstellt. Die Gebühren für den Wasserbezug und die Wasseranschlussgebühr bleiben vorerst unverändert bestehen. Die Wasserversorgung kann somit für zukünftige Investitionen den Vorsteuerabzug bei der Mehrwertsteuer geltend machen.

Einwohnerkontrolle

Die Einwohnerkontrolle teilt mit, dass per Ende 1998 613 Einwohner (1997: 622) in unserer Gemeinde wohnhaft sind. 348 Einwohner sind im Ortsteil Thalheim wohnhaft, 260 im Ortsteil Gütighausen. 5 Einwohner halten sich ausserhalb der Gemeinde auf (Altersheim, Wohnheim etc.). 145 Einwohner unserer Gemeinde sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. 466 Einwohner gehören der evangelisch-reformierten Kirche und 69 der römisch-katholischen Kirche an. 580 Einwohner sind Schweizerbürger. 33 Einwohner sind ausländische Staatsangehörige. Unsere Gemeinde zählt 295 weibliche und 318 männliche Einwohner. Im Jahre 1998 wurden insgesamt 40 Neuzuzüger und 54 Wegzüge registriert.

Feuerpolizei

In der Berichtsperiode musste der Gemeinderat drei Verweise aussprechen. Die betroffenen Personen haben ihre Heizungsinstallationen ohne Bewilligung der Feuerpolizei erstellt. Inzwischen wurden alle Gesuche nachträglich eingereicht und die erforderlichen Bewilligungen erteilt.

Forsttraktor

Der Gemeinderat genehmigte die Abrechnung über die Anschaffung des Forsttraktors im Bruttobetrag von Fr. 106’066. Nach Abzug für den Eintausch des alten Traktors betrugen die Nettokosten Fr. 93’000. Für diesen Betrag wurde beim Kantonalen Amt für Landschaft und Natur, Abteilung Wald eine Entnahme von Fr. 37’200 (40 % der Nettokosten) aus dem Forstreservefonds beantragt. Erfreulicherweise bewilligte die Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich die Entnahme von Fr. 37’200 aus dem Forstreservefonds.

Gemeindeversammlung vom 11. Dezember 1998

Am 11. Dezember 1998 hat die Gemeindeversammlung der Politischen Gemeinde folgende Beschlüsse erlassen:

Genehmigung des Voranschlages für das Jahr 1999 und Festsetzung des Steuerfusses für das Politische Gut auf 42%.

Es wurden keine Anfragen gemäss § 51 des Gemeindegesetzes dem Gemeinderat eingereicht.

Gemeindeversammlungstermine 1999

Der Gemeinderat hat die Gemeindeversammlungstermine für 1999 festgelegt. Diese finden am Freitag, 18. Juni 1999 und Freitag, 10. Dezember 1999 statt.

Gesundheitswesen / Neuregelung Mahlzeitendienst

Seit Januar 1998 wurden die Essen für den Mahlzeitendienst im Alters- und Pflegeheim Adlergarten vorbereitet. Durch einen Kurier wurden jeweils die Kunden in unserer Gemeinde dreimal pro Woche beliefert. Neu wird auf den 1. Februar 1999 der Mahlzeitendienst durch die Pro Senectute Winterthur besorgt und auch vertrieben. Die Essen werden neu nur noch einmal pro Woche durch die Pro Senectute verteilt. Die Mahlzeiten sind aber länger haltbar, müssen jedoch im Wasserbad aufgewärmt werden. Ein Vorteil für den Kunden ist bei dieser neuen Variante, dass die Menues zum voraus ausgewählt werden können.

Die Kosten für eine Mahlzeit beträgt Fr. 15.80 und werden direkt von der Pro Senectute Winterthur dem Kunden in Rechnung gestellt.

Der Mahlzeitendienst richtet sich vor allem an Personen, welche nicht selbständig eine eigene Mahlzeit zubereiten können, sei es aufgrund von Krankheit oder Alter.

Für weitere Auskünfte steht Ihnen gerne Gemeinderätin, Brigitta Müller, zur Verfügung.

Krankenkassen-Prämienverbilligung

Die Meldung an die Sozialversicherungsanstalt ergab, dass 211 (Vorjahr 201) Personen in unserer Gemeinde eine Prämienverbilligung ihrer Krankenkasse für 1999 erwarten dürfen. Alleinstehende Personen dürfen ein Prämienverbilligung erwarten, wenn ihr steuerbares Einkommen Fr. 30’000 unterschreitet. Bei den übrigen Personen liegt die Einkommensgrenze bei Fr. 33’000. Das steuerbare Vermögen darf jedoch die Grenze von Fr. 300’000 nicht überschreiten. 1999 beträgt die Prämienverbilligung für Erwachsene zwischen Fr. 420 bis Fr. 1’200 und für Kinder zwischen Fr. 240 bis Fr. 540.

Wer bis zum 30. November 1999 keine Mitteilung über den Prämienverbilligungsbeitrag erhält, jedoch glaubt, die Voraussetzungen, gestützt auf die massgeblichen Steuerfaktoren erfüllt zu haben, meldet sich auf unserer Gemeindeverwaltung. Wir werden die Anspruchsvoraussetzungen überprüfen und eine Nachmeldung an die SVA Zürich veranlassen.

Neues Logo für die Gemeindeverwaltung

In der Dorfposchtausgabe vom September 98 haben wir die Bevölkerung zu einem Kreativ-Wettbewerb aufgerufen. Die Wahl war durch die zahlreich eingereichten Vorschläge nicht einfach. Die Vorschläge wurden anonym ausgewertet. Der Gemeinderat hat sich letztendlich für das Logo von Brigitta Müller entschieden. Der Gewinnerin des Wettbewerbs wurde das versprochene Honorar ausbezahlt.

Sammeln von Ganzglasflaschen

Das Sammeln von Ganzglasflaschen ist ab sofort auch in unserer Gemeinde möglich. Der Kehrichtzweckverband Wyland hat der Einführung zugestimmt, so dass alle Gemeinden des Zweckverbandes ab diesem Jahr Ganzglasflaschen sammeln. Die Sammelstelle in unserer Gemeinde wird beim Werkgebäude Püntenrain in Thalheim eingerichtet. Es können sämtliche Weinflaschen abgegeben werden. Die Weinflaschen sollten, wenn möglich mit Verschluss (Deckel) deponiert werden. Im Moment ist ein Informationsblatt in Bearbeitung, das an alle Haushalte verteilt wird.

Strassenwesen

Die Flurstrasse zwischen der Bergstrasse und der Hofstattstrasse soll mit einem Fahrverbot für Motorfahrzeuge belegt werden. Aus diesem Grund hat der Gemeinderat ein entsprechendes Gesuch bei der Kantonspolizei eingereicht. Für den landwirtschaftlichen Verkehr soll diese Flurstrasse weiterhin zugänglich sein. Die anderen Motorfahrzeuge können die Bergstrasse bzw. die Hofstattstrasse via Hasensprung ohne Probleme erreichen.

Der Gemeinderat hat das Anliegen von Verkehrsberuhigungsmassnahmen in den dichter besiedelten Wohnquartieren geprüft und kommt zur Überzeugung, dass mit acht Hinweistafeln «Freiwillig 30 km/h … wegen uns (Kinder)!!!», die erwünschten Auswirkungen in den Wohnquartieren vorerst am besten erreicht werden können. Die Schilder mahnen die motorisierten Verkehrsteilnehmer zur Verringerung der Geschwindigkeit und appellieren damit an die Selbstverantwortung. Die Tafeln werden in den nächsten Wochen an folgenden Orten montiert werden:

Im Ortsteil Thalheim:

  1. Eingangs Oberdorfstrasse (Ausfahrt aus Thurtalstrasse)
  2. Mitte Oberdorfstrasse (Einmündung Stationsstrasse)
  3. Eingangs Bergstrasse
  4. Ende Bergstrasse (bei Verlängerung der Hofstattstrasse)

Im Ortsteil Gütighausen:

  1. Eingangs Beim Schulhaus (Einmündung Thurtalstrasse)
  2. Ausgangs Beim Schulhaus (Ausfahrt aus der Ossingerstrasse)
  3. Eingangs Mitteldorfstrasse (Einmündung aus der Thurtalstrasse)
  4. Ausgangs Mitteldorfstrasse (Ausfahrt aus der Ossingerstrasse)

In der Berichtsperiode wurde eine neue Kanalisationsanschlussbewilligung an der Oberdorfstrasse erteilt.

Vereine / Veranstaltungen

Der Dorfverein Thalheim-Gütighausen veranstaltet am Samstag, 9. Oktober 1999 zwei kulturelle Programme mit Linard Bardill. Für die Kinder ist am Nachmittag ein einstündiges Programm mit dem Titel «Luege, was dr Mond so macht» vorgesehen. Am Abend wird eine Vorpremiere für die Erwachsenen angeboten. Das Programm heisst «GIBRALTAR ein Traum und 12 Lieder». Der Gemeinderat hat für diese zwei Aufführungen eine Defizitgarantie von max. Fr. 3’000 Franken bewilligt.

1964 war die Gemeinde Thalheim an der Thur letztmals Gastgeberin der alljährlich stattfindenden T(h)alheimer-Treffen. Der Gemeinderat hat sich nach Rücksprache mit den Dorfvereinen entschlossen, das 41. T(h)alheimer-Treffen im Jahre 2001 in unserer Gemeinde durchzuführen. Die 16 Teilnehmergemeinden stammen aus Deutschland, Österreich und Thalheim aus dem Kanton Aargau.

Verkehr / Buslinie

Die Buslinie Seuzach – Gütighausen wird mit dem neuen Fahrplanwechsel am 31. Mai 1999 via Adlikon nach Andelfingen verlängert. Durch diese Verlängerung musste sich der Gemeinderat auf eine neue Linienführung in Gütighausen festlegen sowie die zwei Haltestellenstandorte in Thalheim und Gütighausen bezeichnen.

Vormundschaftswesen

In der Berichtsperiode genehmigte der Gemeinderat in seiner Eigenschaft als Vormundschaftsbehörde ein Kindesvermögensinventar und ein Beistandsschaftsbericht.

Wahlbüro

Da Heidi Mettler ihren Wohnsitz verlegt hat, ist für das Wahlbüro eine Ersatzwahl notwendig. Die Ersatzwahl wird an der nächsten Gemeindeversammlung durchgeführt. Personen die sich für dieses Amt interessieren, können sich bei Gemeindepräsident Peter Wettstein, Tel. 338 10 20, oder auf der Gemeindekanzlei, Tel. 336 15 57, melden.

Steuererklärung 1999

In der Steuerperiode 1999 erfolgt bei den Staats- und Gemeindesteuern und bei der direkten Bundessteuer der Übergang zur einjährigen Gegenwartsbemessung bei den natürlichen Personen. Bei den juristischen Personen, bei denen die direkte Bundessteuer bereits nach dem System der einjährigen Gegenwartsbemessung erhoben wird, findet in der Steuerperiode 1999 auch für die Staatssteuer der Wechsel zu diesem System statt. Der Übergang zur Gegenwartsbemessung bringt es mit sich, dass für die Steuerperiode 1999 grundsätzlich zwei Steuererklärungen einzureichen sind, nämlich im Kalenderjahr 1999 die Steuererklärung 1999 A und im Jahre 2000 die Steuererklärung 1999 B.

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

1999 wird die Welt untergehen. Darin ist sich eine kleine, aber dennoch lautstarke Minderheit von Weltuntergangspropheten absolut einig. Weniger Übereinstimmung herrscht unter diesen Endzeitverkündern jedoch bereits bei der Frage, in welcher Form das Ende über uns kommen wird. Hoch im Kurs stehen sowohl der Einschlag eines Meteors als auch der Einfall bösartiger Ausserirdischer via UFO-Geschwader. Andere, vielleicht etwas weniger versponnene Kassandren vermuten, dass das Ende der Menschheit auf unserem eigenen Mist wachsen, sprich im Ausbruch eines vernichtenden Weltkriegs bestehen wird. Es könnten aber durchaus auch Naturkatastrophen sein, welche den Homo sapiens inklusive seiner zivilisatorischen Errungenschaften vom Angesicht unseres Planeten spülen, wehen oder sengen.

Nun, man kann sich natürlich fragen, welche Gründe einen Meteor draussen im kalten Weltraum dazu bewegen könnte, pünktlich zur Jahrtausendwende auf unsere Erde herabzustürzen. Auch die Ausserirdischen werden wohl ihre eigene Zeitrechnung haben und all den kollektiv lebensmüden Unken kaum den Gefallen machen, just noch im letzten Jahr dieses Jahrtausends über uns herzufallen. Dennoch zeigt sich angesichts dieser Unmenge an düsteren Prognosen, wie sehr uns diese Jahreszahl fasziniert, die sich da gross, mächtig und geheimnisvoll am Ende dieses Jahreskalenders abzuzeichnen beginnt. Klar, angesichts des Tempos, mit dem sich die Welt um uns verändert, ist es kein Wunder, dass die Schwarzseher mit dem grössten Publikum rechnen dürfen. Der rasante Wandel im technologischen und wirtschaftlichen Bereich weckt viele Ängste. Es gibt wirklich nicht viel Grund, Existenz und Wohlstand als sicher anzusehen…

Ich denke allerdings, dass der Jahrtausendwechsel, wenn er denn ohne apokalyptische Begleiterscheinungen über die Bühne gegangen sein wird, auch positive Energien freisetzen wird. Wenn wir uns erst einmal die Jahreszahl 2000 gewöhnt haben, dann wird sie sicherlich sehr befreiend, inspirierend und anregend wirken. Ein neues Jahrtausend! Eine neue Chance! Das zwanzigste Jahrhundert, auf das stolz zu sein die Menschheit nun wirklich nicht allzuviel Grund hat, liegt hinter uns. Die Uhr wurde auf 00 zurückgestellt und zumindest die zweistellige Jahreszählung beginnt neu zu zählen. Es wird nicht so sein, dass uns das neue Jahrtausend im Sinne einer Generalamnestie alle Sünden vergeben wird und wir sollten wohl auch nicht der Versuchung nachgeben, Gras über die Geschichte wachsen zu lassen. Aber es spricht nichts dagegen, die Gelegenheit wahrzunehmen, nach vorne zu blicken und der positive Kraft des neuen Jahrtausends allen Raum einzuräumen… Mit dem ersten Januar 2000 werden die Untergangspropheten ausgedient haben.

Matthias Schüssler