Gedankenflug: Wasser, zuviel oder zu wenig

Wasser ist ein faszinierendes Element. Durchsichtig und von blosser Hand nicht zu halten. Gesammelt aber eine wuchtige Masse, sei es im Brunnen, im Fluss, im See oder im Meer. Am Wasser zu wohnen ist nicht nur sehr schön, sondern auch ein Privileg. Schaue ich bei uns aus dem Fenster, dann sehe ich auf die Thur. Jeden Morgen nach dem Aufstehen muss ich wissen, wie hoch sie ist – oder wie wenig Wasser sie führt. Das kann bekanntlich rasch wechseln. Wo wir gestern noch die grossen Kiesbänke am andern Ufer sahen, wo die Enten auf der kleinen Kiesbank an der Sonne lagen, fliesst heute nach einem Regen in der Nacht viel Wasser mit Ästen und Baumstämmen rheinwärts. Oder die Thur füllt gar schon das Vorland.

Manchmal darf ich ein paar Tage an einem See verbringen. Am Hang über dem Lago Maggiore. Ich sehe auf den nördlichen Teil des Gewässers bis nach Italien, mitten drin die beiden Brissago-Inseln. Ein wunderbarer Ausblick! Wenn sich die Wellen kräuseln und südwärts gehen, bläst der Nordföhn – dann ist in der Regel schönes Wetter. Ob Thur oder Langensee: Aufs Wasser zu sehen, ist wohltuend und belebend.


Aber das Wasser kann auch gefährlich sein. Wenn bei uns zu viel davon vom Toggenburg her das Tal hinunter kommt, wenn die Thur über die Ufer tritt, kann es ungemütlich werden. Seit ich hier wohne, habe ich eine happige Überschwemmung erlebt, das war 1999. Das ganze Thur-Vorland war unter Wasser, auch die Felder daneben. Mit einem Mal wohnten wir an einem grossen See. Er war zwar nicht tief, aber Wasservögel schwammen darauf. Unsere Zufahrt war unter Wasser. Da bekamen wir eine Ahnung davon, wie rasch Wasser ganz unaufhaltsam ansteigen und vieles zerstören kann.


Mindestens so gefährlich ist kein sauberes Wasser – oder gar kein Wasser. Die Hilfsorganisation Helvetas fordert seit zwei Jahren ganz vehement «Wasser für alle». Das Süsswasser, das wir Menschen brauchen zum Trinken, für die Ernährung, für unsere Pflanzen und Tiere ist sehr ungleich verteilt auf der Welt. Viele Menschen haben zu wenig Wasser. Viele haben nur schmutzige Wassertümpel, werden krank davon – und sterben gar. Vor allem Kinder.


Nun sind meine Gedanken übers Wasser von der Faszination weitergegangen zu den grossen Sorgen vieler Menschen. Doch ich möchte mich weiter über das Wasser vor unserm Haus freuen können. Zum Glück gibt es Hilfswerke, die sich für Wasserprojekte einsetzen. Und diese kann man unterstützen – nicht mit Wasser, aber mit Geld.


Ursy Trösch

Dorfposcht-Nachwuchs gesucht!

Wir vom Dorfposcht-Team suchen Leute, die Lust haben, die Dorfposcht mitzugestalten.

Dringend gesucht ist jemand, der beim Layout mithilft. Erich Bucher, wäre sehr froh, wenn er nicht für jede Dorfposcht-Ausgabe allein dafür zuständig wäre. Falls Sie Übung haben im Layouten, oder auch wenn Sie sehr interessiert sind und sich einführen lassen möchten, melden Sie sich bei uns. Wir freuen uns, wenn interessierte, engagierte junge oder auch ältere Leute (zum Beispiel Pensionierte, die eine neue Aufgabe in Angriff nehmen möchten) zu uns stossen und uns unterstützen.


Unsere Arbeit macht Spass, es gibt sogar eine kleine Entschädigung dafür (keinen Lohn). Einen Teil davon brauchen wir jeweils um einmal im Jahr zusammen essen zu gehen. Auch an unseren Sitzungen, die jedes mal bei jemandem aus dem Team stattfinden, gibt es jeweils etwas für den Durst und den kleinen Hunger. Es ist also nicht nur harte Arbeit, wir vebinden sie immer mit etwas Angenehmem und haben es oft auch lustig miteinander.


Wer hat Lust mitzuarbeiten? Melden Sie sich bei jemandem vom Redaktionsteam oder bei redaktion@dorfposcht.ch


Für das Redaktions-Team
Christine Jordi

Daten von Juli bis September

Juli 2009

Mo 13. Beginn der Sommerferien, Schule
Fr 17. Dorfposcht Nr. 106, Erscheinungsdatum
Sa 25. 28. Freiburger Kantonalschützenfest (Samstag und Sonntag), Schützenfest

August 2009

Sa 01. Nationalfeiertag, 1. Augustfeier beim Schützenhaus, Festwirtschaft, Gemischter Chor
Di 04. Blutdruckmessen (Spitex), 14 bis 15 Uhr im Chileträff, im Soussol des Gemeindehauses Thalheim
Do 13. Familienausflug, Anmeldung bis 6. August (nähere Angaben in der Rubrik Kirche)
Fr 14. Ende der Sommerferien, Schule
Sa 15. Altpapiersammlung, Turnveren
Mo 17. Beginn des Schuljahres 2009/10, Schule
Sa 15. Vereinsreise; Dorfverein
Sa 22. Weinlandturntag, 22. bis 23. August 2009
Di 25. Kleider und Schuhsammlung (SoliTex)
Fr 28. Leichtathletik Dreikampf-Meisterschaft, 17 bis 22 Uhr, Deutweg, Winterthur

September 2009

Di 01. Blutdruckmessen (Spitex), 14 bis 15 Uhr im Chileträff, im Soussol des Gemeindehauses Thalheim
Sa 05. Begrüssung der Neuzuzüger, Apéro und Dorfrundgang; Gemeinde
Sa 05. Jugendwettkampf, Deutweg, Winterthur; Jugi / Meitliriege
So 06. Spiel- und Stafettentag, Deutweg, Winterthur; Turnverein
So 06. Sängertag in Oberneunforn; Gemischter Chor
Mi 09. Redaktionsschluss, Dorfposcht Nr. 106
Sa 12. Turnfahrt, 12. und 13. September; Männerriege
So 13. Schlussturnen, Turnhalle Thalheim – Einzelwettkämpfe, Run & Bike – Festwirtschaft; Jugi / Meitliriege
Mi 16. Fiire mit de Chliine, um 16 Uhr in der Kirche Thalheim
Fr 18. Turnfahrt, 18. bis 20. September, Turnverein
So 20. Bettag: Gospel-Gottesdienst, 10 Uhr in der Kirche Altikon, Kirchgemeinde
So 20. Bettag: Abendbesinnung mit Mahlfeier, um 20 Uhr in der Kirche Thalheim, Kirchgemeinde
Fr 25. Mittagstisch, im Altersheim Stammertal, Anmeldung bis 21. September bei B. Wettstein 052 338 10 20
Fr 25. Dorfposcht Nr. 106, Erscheinungsdatum
So 27. Kantonale Abstimmung

Poesie: Des Menschen Brot

Die Unesco hat den 21. März als Tag der Poesie ausgerufen. Anlässlich dieses Tages hat uns Herr Max Hauser aus Gütighausen fünf Gedichte zugesandt, welche aus seiner Dichterstube stammen. In jeder Ausgabe dieses Jahres werden wir eines seiner Gedichte veröffentlichen.

Des Menschen Brot

Es grünen die Weiden vom Schöpfer besonnt
Es blühen die Bäume von Früchten belohnt
Es wogen die Aähren des Abends im Wind
Vom Frühling zum Sommer die Zeit sie zerrinnt

Gestärkt sei die Hand die das Wachstum gepflegt
die emsig die Hacke im Erdreich bewegt
Das Auge das prüfend zu sehen vermag
Ob lohnend der Segen ob gross noch die Plag

Die Zeit wird noch Sonne und Wolken bestimmen
und Mühsal und Plage im Schweisse zerrinnen
Zur späten Stunde das Tagwerk beschliessen
Dann müde doch glücklich die Augen sich schliessen

Was lehrt uns die Zeit die so eilig uns schwindet
nach Blühet und Wachturn den Herbst uns schon kündet
Sie zeigt uns im Geiste ob Früchte ob Not
Die Hoffnung der Segen das tägliche Brot.

Startschuss fürs Seifenkisten-Bauen

In nicht ganz drei Monaten ist es wieder soweit: Auf unserer beliebten Rennstrecke, vom Reservoir am Welsiker Bahnhöfli vorbei bis zur Sagi, soll nächste Seifenkistenrennen gestartet werden. Organisiert wird es von der FMG-Dinhard (Freie Missionsgemeinde), zusammen mit der Jungschar «Punto».

Die Vorbereitungen für das Rennen sind im Hintergrund längst angelaufen.

Das wichtigste für ein solches Rennen sind aber die Fahrer, also du! Wenn du mindestens sieben Jahre alt bist (ab der ersten Klasse) kannst du dich anmelden. Sprich doch mal mit deinen Eltern. Vielleicht hat sogar der Papa oder die Mama selber «dä Plausch» zum mitfahren. Der Tag soll ja für alle Spass machen! Du hast keine eigene Kiste? Wer erst mal Rennluft schnuppern will, kann am Renntag eine Seifenkiste mieten.

Du kannst aber auch selber eine Kiste bauen. Am besten geht das in einem Team, zum Beispiel zwei bis drei Mädchen oder Buben zusammen mit einem Erwachsenen als Helfer. Das hauptsächlichste Baumaterial ist Holz, wie der Name Seifenkiste schon verrät. Bodenplatte, Räder, Bremsen, Lenkung kannst Du über uns oder direkt beim SSK (www.schweizer-seifenkisten.ch) beziehen. Beim Aufbau der Konstruktion sind gewisse minimale Regeln (siehe Reglemente SSK) einzuhalten. Bei der Karosserie kannst Du deiner Fantasie freien Lauf lassen. Der Zeitaufwand ist nicht zu unterschätzen!

Es ist auch möglich, eine absolute Fun-Kiste zu bauen! Zwei Bedingungen sind jedoch zwingend. Die Fussbremsen müssen auf die Räder wirken (also keine Reibklötze oder Hebel am Boden) und die Lenkung muss über ein Steuerrad oder Steuerhorn über einen Seilzug erfolgen. Fusslenkung ist zu gefährlich und darum verboten!

Wenn Du oder Deine Eltern Fragen zum Bau einer Kiste oder zum Rennen haben melde Dich einfach bei Andreas Graber, 052 336 24 18, andreas.graber@fmg-dinhard.ch.

Auf unserer Homepage www.fmg-dinhard.ch unter dem Link: Aktuelles, Seifenkistenrennen 2009 findest Du das Anmeldeformular und mit der Zeit auch genauere Infos zum Renntag. Falls Du keinen Internetzugang hast, kannst Du bei der unten stehenden Adresse ein Anmeldeformular bestellen. Die Teilnehmerzahl ist beschränkt, Anmeldeschluss am 5.9.09.

Anmeldung senden an yvonne.schneiter@fmg-dinhard.ch oder schriftlich an: Y  Schneiter, Welsikerstrasse 27, 8474 Dinhard, 052 336 19 58.

Wir freuen uns schon jetzt auf dich und hoffen auf gutes Wetter und einen unfallfreien Rennanlass!

Andreas Graber, Rennkoordinator

Interesse an der Genossenschaft Wohnen und Leben

Mitglieder sind herzlich willkommen!

Mitte Juni sind an einem lauen Sommerabend gut fünfzig Personen in die Aula geströmt an den Informationsanlass der Genossenschaft WOLE (Wohnen und Leben Thalheim). Sie hatten sich vom schönen Wetter nicht zu einem gemütlichen Grillabend im Freien verführen lassen. Und das lässt darauf schliessen, dass die Pläne der Genossenschaft auf reges Interesse stossen.

Die Präsidentin Ingrid Lüthi erzählte, wie es zur Gründung der Genossenschaft gekommen war und was für Ideen dahinter stecken: Im Dorfzentrum sollen in zwei Häusern vor allem kleinere und ein paar mittelgrosse Mietwohnungen entstehen. Älteren Menschen im Dorf, denen ihr Eigenheim zu arbeitsaufwendig geworden ist, bieten sie eine schöne Alternative. Aber auch junge Thalheimerinnen und Thalheimer, die eine eigene Wohnung wollen, können davon profitieren.

Architekt Werner Fritschi vom Architekturbüro Herter, Fritschi, Ruosch in Hettlingen stellte die Pläne des Projekts vor, damit das Publikum sich schon ein Bild machen konnte von den Gebäuden und den Grundrissen der Wohnungen. Geplant sind rollstuhlgängige Häuser im Minergie-Standard. Es wird jedoch noch viele weitere Gespräche und Änderungen der gezeigten Pläne brauchen. So ist das Aussehen der Häuser noch längst nicht ganz klar. Wichtig ist, dass sie in den Dorfkern passen zu den schönen Riegelbauten, diese jedoch weder imitieren noch konkurrenzieren.

Was kostet das – und wie sehen die Häuser aus?

Conrad Schneider, einer der sieben Gründer der Genossenschaft, gab am Informationsabend einen Überblick über die Kosten und die Finanzierung des Projekts. Er vermittelte auch grundsätzliche Informationen dazu, was eine Genossenschaft ist: Im Vordergrund steht die wirtschaftliche Selbsthilfe, um mit bescheidenem Eigenkapital günstigen Wohnraum anzubieten. Die Genossenschaft ist nicht gewinnorientiert. Sie will zudem Bauten der Spekulation entziehen und beim konkreten Projekt in Thalheim dafür sorgen, dass der Dorfkern intakt bleibt.

Als Standort für die beiden Häuser strebt die Genossenschaft WOLE das nicht mehr benötigte Gebäude (Kartoffellager) der Landi Dägerlen und Umgebung an. Es wurden bereits Vorgespräche mit der Landi geführt. Ihr Präsident Edwin Müller, der zusammen mit zwei weiteren Vertretern der Landi am Informationsabend der Genossenschaft WOLE teilgenommen hat, erklärte dem Publikum: Der Vorstand der neuen fusionierten Landi steht klar hinter der Absichtserklärung, die bereits früher gegenüber WOLE gemacht wurde, dass sie zum Verkauf der Parzelle bereit ist. Doch die Generalversammlung der Landi muss dann als Entscheidungsorgan darüber abstimmen.

Wie geht es nun weiter?

Nun kommt der wichtige Schritt der Finanzierung. Die Genossenschaftsgründerinnen und -gründer haben die einleitenden Schritte gemacht. Sie haben sich mit diesen ersten Vorprojekten auch schon in Unkosten gestürzt, damit sich die Leute von Thalheim ein Bild machen können. Nun gilt es, durch die Zeichnung von möglichst vielen Anteilscheinen an der Genossenschaft das Projekt weiter voran zu bringen. Wie die Versammlung gehört hat, bekommt eine Genossenschaft wohl günstige und grosszügige Darlehen. Doch ein gewisses Eigenkapital braucht es. Und das zusammen zu tragen, das ist die nächste grosse Hürde. Von den seriös berechneten rund fünf Millionen Franken, Anlagekosten müssen fünf Prozent, also rund 250’000 Franken von den Genossenschafter/innen aufgebracht werden.

Genossenschafter/innen müssen nicht dort wohnen, dürfen aber

Alle Thalheimerinnen und Thalheimer werden jetzt ermuntert, Anteilscheine der Genossenschaft WOLE zu je 500 Franken zu zeichnen. Wer in einem der Häuser wohnen will, muss Genossenschafter werden. Anderseits: Wer der Genossenschaft beitritt, muss nicht in einem der Häuser wohnen wollen.

Es geht vor allem auch

  • um Solidarität im Dorf
  • darum, unsern Dorfkern zu verschönern
  • nebst den laufend entstehenden Eigentumswohnungen und Eigenheimen zahlbare und ökologisch sinnvolle Wohnungen zu erstellen
  • die Parzelle im Dorfkern der Spekulation zu entziehen

Dieser Bau wäre nicht nur ein Gewinn fürs Dorf und die Menschen hier, sondern auch für die Handwerker von Thalheim, die sich um Aufträge bemühen können.

Wer weitere Auskünfte wünscht, oder wer sich als Genossenschafter/in eintragen will, kann sich an die Präsidentin der Genossenschaft «Wohnen und Leben Thalheim» wenden: Ingrid Lüthi Hasani, Im Husammann 11, Thalheim, 052 338 13 44.

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Engesandt: Sportliche Schüler

Turnen machte ihr schon immer riesen Spass. Dass Charlotte Schneider sehr gut turnt, entging natürlich auch den damaligen Leiterinnen der Mädchenriege Thalheim nicht. Durch sie erfuhr Charlotte von dem Verein Rhythmische Gymnastik Winterthur-Weinland (RGWW). Seit knapp vier Jahren ist die 13-jährige Thalheimerin nun aktives Mitglied des Vereins. Jeden Samstag wird Charlotte von ihren Eltern zum dreistündigen Training nach Dinhard gefahren. Für das seriöse Aufwärmen und Dehnen wird eine Stunde benötigt. Danach wird unter anderem Körpertechnik, Beweglichkeit und Ballett geübt.

Die rhythmische Gymnastik, kurz RG ist eine wettkampfbetonte und leistungsorientierte Weiterentwicklung der Gymnastik mit stark künstlerischer Prägung. Die Gymnastinnen turnen Einzel oder in Fünfergruppen auf einem Teppich von 13 auf 13 Meter zu Musik. Dabei beziehen sie jeweils eines der fünf Handgeräte geschickt in ihre Bewegungen ein: Seil, Reif, Ball, Band oder Keulen.

In der rhythmischen Gymnastik gibt es sechs verschiedene Teststufen, die man zu bestehen hat. Diese Tests dienen zur Vorqualifikation für die Nationalen Wettkämpfe, die zwischen März und Juni in der ganzen Schweiz stattfinden. Für jeden Test gibt es vorgeschriebene Körper- und Handgeräteelemente. Vor allem das saubere Turnen und Gelingen der vorgegebenen Elemente entscheidet, ob eine Gymnastin den Test besteht oder nicht. Dabei werden hohe Anforderungen an die Eleganz, den Ausdruck, die Beweglichkeit, die Handgerätetechnik, die Körper- und Bewegungsbeherrschung und Musikalität einer Gymnastin gestellt. Charlotte hat wenige Wochen vor den Schulsommerferien den Test drei bestanden. Vorturnen vor Publikum macht Charlotte grossen Spass. Nervös ist sie vor den Wettkämpfen und Tests nie. Erst nachdem sie die Kür, welche etwa neunzig Sekunden dauert, beendet hat, wird sie sehr nervös. Dann hat sie nämlich das Gefühl, dass jene Akrobatik, diese Welle, jener Sprung usw. besser hätte sein können. Vor allem die Pirouetten liebt die angehende Gymnasiastin nicht besonders. Dafür hat sie die Handgeräte Keulen und Reif am liebsten. Nun ist sie zum Test vier aufgestiegen und wird dafür vorbereitet. Die Trainerinnen stellen eine Kür passend zur Musik zusammen. Die Musik wird von den Trainerinnen zum Teil selber gemixt. Von Techno über Hip-Hop bis hin zur Klassik darf alles verwendet werden. Auch die Bekleidung sollte zur ausgesuchten Kür passen. Neben allen Farben sind auch Strass und Pailletten erlaubt. Diese werden in Genf eingekauft. So auch die speziellen Schuhe, «Spitzli» genannt.

Dann gibt es da noch die Schweizer Meisterschaften, welche während zwei Tagen (Samstag/Sonntag) stattfinden. Leider konnte Charlotte noch nie dabei sein, da genau an einem solchen Samstag der Schulbesuchstag war. Doch der nächste Höhepunkt ist nicht mehr weit: Das einwöchige Trainingslager in den Sommerferien.

Übrigens ist die RG für Charlotte nicht genug. Sie macht auch noch am Mittwoch in der Mädchenriege und am Freitag im Jugendturnen von Thalheim mit. Nur mit den Übungen in der Leichtathletik muss sie zurzeit pausieren, ihren Bändern zu Liebe.

Ich wünsche dir, liebe Charlotte, weiterhin viel Erfolg mit deiner bewundernswerten Beweglichkeit und dass du an der nächsten Schweizer Meisterschaft dabei sein kannst/darfst. Danke, dass du bereit warst, mir deine Informationen für diesen Artikel zu geben.

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Eingesandt: Jägertag

Zwei Jagdhörner schmettern ein fröhliches Jägerlied, während über sechzig Kinder und Erwachsene erwartungsvoll zuhören. Mit diesem Gruss heissen uns Hans Enderli von der Jagdgesellschaft Thalheim, sowie vier weitere Jäger und Doris Morf, die Primarschulpräsidentin, beim Schützenhaus herzlich willkommen.

Nach den ersten Erklärungen kann es endlich losgehen. In vier Gruppen marschieren wir zu den verschiedenen Posten, die die Jäger informativ und spannend zusammengestellt haben.

«Ich sehe einen Bären!» ruft ein Kind aufgeregt. Tatsächlich sieht man nahe des Feldes im hohen Gras etwas Grosses mit einem grau-braunen Pelz. Wir bleiben auf dem Waldweg stehen und Patrick Enderli fragt die Kinder: «Gibt es denn tatsächlich Bären bei uns?» Die einen sind unsicher, die anderen verneinen lachend. Nach einigen Fragen steht fest, dass dieses «Etwas» ein Wildschwein sein muss. Gespannt bahnen wir uns einen kleinen Pfad durchs Dickicht und stehen wenig später am riesigen ausgestopften Tier. Der Jäger erzählt den kleinen und grossen Besuchern viel Wissenwertes. So erfahren wir zum Beispiel, dass ein Wildschwein acht Zitzen hat und deshalb auch maximal acht Frischlinge aufziehen kann, auch wenn sie mehr gebärt. Mit ihrer langen Nase gräbt sie den Boden bis zu dreissig Zentimeter Tiefe um, was der Bodenverdichtung im Wald entgegen kommt. So können auch anspruchsvollere Pflanzen im Wald gedeihen, was den Förster freut. Gräbt aber ein Wildschwein einen Acker um, freuts den Bauern weniger …

Nachdem auch die ausgestopften Frischlinge gestreichelt wurden, geht es an versteckt liegenden Weihern zum Posten mit den Waffen. Die Kinder rennen schon weit voraus und bewundern die verschiedenen Gewehre, die auf dem Tisch liegen. Die Jagdhündin Lexa liegt brav zu Füssen von Hans Enderli. So erfährt man hier, dass die Ausbildung eines Hundes zu einem Jagdhund eine lange Sache ist und viel Geduld braucht. Wenn ein Tier verletzt ist, sondert es von den Hufen einen bestimmten Geruch ab, den der Hund erkennen muss. Dieser Spur muss er folgen und falls das Tier noch lebt, mit einem gezielten Kehlbiss töten. Soweit ist aber seine Lexa noch nicht, deshalb hat er auch einen Revolver dabei, mit dem er das Tier aus naher Distanz erlösen kann.

Nahm man bisher an, dass Jäger Menschen sind, die gerne schiessen, wurde man hier eines Besseren belehrt. Hans Enderlin spricht mit grossem Respekt von den Tieren und man merkt aus seinen Erzählungen, dass die Jagd mehr mit Schutz, Beobachten und Sorgen als mit Töten zu tun hat. So erzählt er uns von einer Begebenheit, die er in der vergangen Woche erlebt hat:

Ein Weizenfeld wurde von einer Horde Wildschweine verwüstet. Er konnte sich bis auf dreissig Meter heranschleichen und hörte dann, wie sie miteinander «schwatzten». Die Laute liessen ihn erkennen, dass auch Frischlinge dabei waren. Und da er nicht ausmachen konnte, zu welcher Sau die Jungen gehörten, schoss er nicht.

Man erfährt auch, dass der Jäger gut schätzen muss, denn ein Wildschwein darf nur geschossen werden, wenn es um die fünfzig Kilogramm wiegt, also noch sehr jung ist.

Das Halten eines Gewehres mit Blick durch das Zielfernrohr auf eine dreissig Meter weit entfernt stehende Rehgeiss aus Holz lässt die Bubenherzen höher schlagen.

Ein Stück zurück geht es weiter zum «Wild-Wald-Wissen»-Wagen, einem Anhänger mit ausgestopften Tieren, Gebissen, Tierstimmen-Imitatoren, und vielem mehr. Endlich können wir den Rotmilan, der immer über unsere Köpfe kreist, mal genauer betrachten, oder den Biber, den wir schon oft vergeblich versucht hatten, zu Gesicht zu bekommen. Wir erfahren etwas über den Schutz der Tiere und über die Vielfalt, die in unseren Wäldern lebt (und man nie zu Gesicht bekommt). Während die Kinder den Biber und den Luchs streicheln, Tierstimmen erraten und Fährten lesen, erfahren die Erwachsenen, dass der Milan geschützt ist und somit nicht geschossen werden darf. Für andere Tierarten kann sich das fatal auswirken, wenn noch andere Faktoren dazukommen. So ist die Feldhasenpopulation in den letzten Jahren stark zurückgegangen, weil es viel mehr Milane und Füchse gibt.

Plötzlich ertönt ein lauter, voller Klang, ähnlich dem Jagdhorn, bei dem der ganze Körper mitschwingt. Es ist eine zwei Handteller grosse Schneckenmuschel, deren oberes Ende angesägt worden ist.

Geblasen wird dieses «Horn» wie eine Trompete und ist weit zu hören. Damit geben sich die Jäger Signale, wenn sie ein Tier gesichtet oder geschossen haben. Je mehr Töne hintereinander, desto grösser das Tier.

Unser Gruppenführer mahnt zum Weitermarsch, sonst hätten wir alle noch lnage an diesem Posten verweilt. Aber wir wollen auch noch den letzten Posten sehen, wo es um Dachse und Füchse geht.

Wir steigen einen Hügel hoch und sehen dabei immer wieder Löcher. Ob der ganze Hügel unterhöhlt und mit Gängen durchzogen ist? Der Postenchef bestätigt unsere Hypothese. Es gibt hier etwa fünfzig Röhren und viele Dachse. Diese sind übrigens sehr saubere Tiere und haben in ihrem Bau sogar eine WC-und Abfallgrube. Der Fuchs dagegen, der sich gerne die gegrabenen Baue der Dachsen stiehlt, hat es nicht so mit der Reinlichkeit.

Nach diesen zwei äusserst interessanten Stunden knurrt der Magen nun doch allmählich. Schliesslich ist es auch zwölf Uhr. Zurück beim Schützenhaus werden wir mit Hörnligratin und Salaten (zubereitet und geliefert vom Restaurant Brückenwaage) und köstlichen Wild-Hamburgern und Wildschwein-Steaks, gespendet vom Jägerverein, verwöhnt. Auch der Durst und der süsse «Gluscht» kommen nicht zu kurz. Während die Kinder einen «Rutschbahnstau» machen und das Spielgerät einem Härtebelastungstest unterziehen, geniessen die Erwachsenen einen Schwatz mit anderen Dorfbewohnern, denen man im Alltag vielleicht weniger begegnet. Nach dieser ausgiebigen Stärkung löst sich die Runde gegen zwei Uhr langsam auf.

Zu danken bleibt Hans Enderli und seinen Jagdgesellen für den tollen, spannenden Vormittag und das feine Essen, sowie Doris Morf und Christine Jordi (Präsidentin Dorfverein) für die Mitorganisation.

Text: Tanja Riegel; Fotos: Barbara Flacher

Seniorenferien: Reise an die Lenk

Nachdem Susanne Brandenberger alle Feriengäste eingeladen hatte, steuerte sie uns mit ihrem bequemen Car dem Berneroberland zu. In Spiez kehrten wir zum Mittagessen ein. Etliche von unsern Senioren fühlten sich dort sofort heimisch, denn sie verbrachten dort vor ein paar Jahren ihre Ferien. Wir hatten auch noch genügend Zeit, uns an dem milden Tunerseestrand zu verweilen. Die angebundenen Schifflein schaukelten als das stattliche Tunerseeschiff den Hafen verliess. Gerne hätte man eine Seefahrt genossen, aber unsere Fahrt ging weiter. Ruhig schlängelte sich unser Car durch das wunderschöne Simmental. Goldgelb blühten die Wiesen, bespickt mit den bunten Simmentalerkühen. Schmucke Chalets zieren die Hügel. Im Hotel Krone in der Lenk begrüsste uns freundlich Herr und Frau Messerli. Wir durften uns um gar nichts kümmern, es wurde alles gemacht. Beim Begrüssungstrunk wurde uns die Lenk und das Hotel vorgestellt, und somit sind auch schon unsere Koffer auf die gemütlichen Zimmer gebracht worden. Juhui! wir sind in den Ferien!

Der Betelberg gehörte uns ganz alleine, die Wintergäste sind heimgegangen und die Sommerausflügler waren noch nicht da. Von den gelb blühenden Löwenzahnwiesen fuhren wir hinauf, plötzlich sind die Wiesen voll von Schlüsselblumen, Storchenschnabel und einigen Ankebälleli. Zuoberst sind Krokusse und Annemonen zu sehen, der Schnee war erst seit kurzem weg. Das Bergrestaurant öffnete für uns die Gaststube und buk extra für uns feine Nussgipfel auf. In der Hochsaison bewirteten sie über 800 Gäste an einem Tag. Heute waren wir nur 32 Senioren, doch wir wurden freundlich bewirtet.

Das Lenkerseeli war ein beliebter und angenehmer Spaziergang. Es war erholsam sich auf ein Bänklein zu setzen und das wunderbare Bergpanorama des Wildstrubels zu geniessen. Es lag noch viel Schnee. Kurzweilig war es den Taucherli und den vielen zahmen Entlein zuzuschauen. Ansonst liegt die Lenk im Tiefschlaf, überall waren die Fensterläden zu, keine Bergbahn bewegte sich, es war sehr ruhig.

Ganz nobel, mit einem Vier-Rad-Velo wurde unser Herr Pfarrer Morand von der Bahn abgeholt. Unsere Leiterinnen traten kräftig in die Pedalen, das war ein Überraschung. Daniel Morand besuchte uns einen Tag und begleitete uns auf der Fahrt nach Montreux. Das war der Höhepunkt von den Ferien, die Fahrt im Panoramawagen, wo unsere Plätze schon vorbestellt waren. Die blühenden Wiesen, überall Kühe auf der Weide, Gstaad brüstete sich mit seinem Palace Hotel. Unser Zug fuhr um viele Ränke, Tunnels und durch eine bezaubernde Gegend, und dann ein lauter Ausruf: «Schau her die Narzissen!» Die Wiesen waren übersäht mit den zauberhaften Blumen. Das hatte ich wirklich noch nie gesehen. Ein langer Tunnel und dann ein Rank und schon winkte uns die Familie Décurey zu, die dort daheim sind. Dann das Staunen auf den Genfersee und Montreux.

Nach dem Mittagessen das schon hergerichtet war für uns, blieb noch genügend Zeit die wunderschöne südliche Promenade mit den Palmen am Genfersee zu geniessen. Unsere Leiterinnen waren sehr besorgt, dass es allen gut geht und sie ihre Schäfchen wider beisammen hatten zur Heimfahrt. Daniel Morand überraschte uns am Abend mit einem Film aus den 50er Jahren, eben aus unserer Jugendzeit. Manch einem kam die harte Handarbeit in Haus und Feld wieder hoch. Der Film wurde auf dem Hof von Willi Peter gedreht. Wie waren wir da noch jung, wo blieb auch unsere Zeit? Da sahen wir noch wie gepflügt und gesäht wurde mit den Pferden. Mit Gabel und Rechen die Bäuerin.

Gar herrlich waren die «Puppenfelder» anzusehen. Früher wurde der Weizen geschnitten, zu Garben gebunden und diese dann zum austrocknen zu «Puppen» zusammengestellt. Wir hatten die Bilder sehr genossen und gingen mit vielen Erinnerungen ins Bett. Wir danken Daniel Morand für den schönen Filmabend.

Wenn man in der Lenk in den Ferien ist, darf doch der Besuch der Simmenfälle nicht fehlen. Wild sprudelte das klare Gletscherwasser über die Felsschlucht herunter. Der Aufstieg war nicht zu empfehlen, da erst noch Regen fiel, war es glitschig. So vergnügten wir uns im Restaurant bei Kaffee und Coupe. Einige nahmen den Heimweg zu Fuss auf, denn das Wetter war maximal zum Wandern.

Am Samstag war das Schwingfest in der Lenk angesagt. 220 Schwinger aus der ganzen Schweiz massen ihre Kräfte im Sägemehl. «Gwunderige» erhaschten einige Blicke auf den Schwingplatz und bekamen etwas mit von der Atmosphäre. Doch Otti verfolgte das ganze Schwingfest von der Tribüne aus. 2500 Fans waren zum Schwingfest angereist, das gab Betrieb für die Lenker.

So viele schöne Erlebnisse und Momente durften wir alle aus unseren gut organisierten Seniorenferien nach Hause nehmen. Unseren Leiterinnen, Friedi Mathis, Christine Jordi, Myrta Rohner und Brigitte Wettstein möchten wir ein Kränzlein winden und viel mal danken für ihr Bemühen.

Wir alle konnten wohl behütet die Heimfahrt mit Susanne Brandenberger geniessen, die uns wieder abholte und uns durch das schöne Emmental in unsere heimatlichen Gefilde, das Weinland, brachte. Diese Ferien bleiben uns in guter Erinnerung und wir werden noch lange davon zehren.

Annemarie Häusler, Schneit Altikon

Muki-Turnen: Spass für alle

Schon wieder ist ein Muki-Turn-Jahr (Muki = Mutter-Kind-Turnen für Kinder von drei bis fünf Jahren) vorbei und es hat allen, den Kindern, Mamis, Papis und Grosseltern, wieder viel Spass gemacht. Aber nicht nur Spass sollte es sein, sondern Bewegung mit allen Sinnen. Anita Spengler, Mukileiterin Stufe 2 aus Truttikon, lernte den Kindern sich vielseitig zu bewegen. Rennen, hüpfen, laufen, springen, über Turngeräte zu balancieren oder zu klettern. Abwechslungsreiche Parcours, Stafetten und manchmal sogar eine Märchenstunde, während der fleissig mitgespielt und geturnt wurde. Eltern und Kinder gewinnen durch das Turnen eine positive Einstellung zum eigenen Körper, und das gegenseitige Vertrauen wird gestärkt.

Auf diesem Weg möchten wir Anita für die gut vorbereiteten Lektionen herzlich danken und freuen uns schon heute auf den neuen Kursbeginn nach den Herbstferien. Der Mukiturnkurs wird voraussichtlich wieder am Montagmorgen stattfinden. Auskunft und Anmeldung bei Anita Spengler 052 317 32 28.

Barbara Edelmann