Paper-Blog: Elektronik ist etwas Hilfreiches

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Elektronik ist etwas Hilfreiches – aber nur wenn sie auch funktioniert!

Mittlerweile gibt es in vielen Bereichen des Lebens elektronische Hilfen und Geräte, welche einem das Leben erleichtern.

Doch was ist, wenn die Elektronik versagt? Sind wir dann noch fähig die Arbeit, welche durch die Helferlein unterstützt oder gar ersetzt werden, zu erledigen?

Nur bedingt. Zwei Beispiele, welche deutlich aufzeigen, welche Folgen es haben kann.

Man kann heute bequem sein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel vom Handy aus buchen und bezahlen. Eine wunderbare Sache, wenn da nicht ein kleiner Haken wäre. Was mache ich, wenn die Batterie leer wird oder das Gerät einfach seinen Geist aufgibt? Die Handies haben bei tieferen Temperaturen so ihre Probleme. Das iPhone z.B. schaltet trotz Batterieanzeige von mehr als 20 oder 30% einfach aus und meint, es möchte doch an das Ladegerät angehängt werden. Da hast du ein gültiges Ticket auf dem Handy, kannst es aber bei einer Kontrolle nicht vorzeigen. Bist du noch nicht eingestiegen, kannst du wenigstens das nötige Ticket nachlösen, das bedeutet aber auch Mehrkosten, welche dir weder das Transportunternehmen noch der Handyhersteller wieder zurück vergüten. Da gibt es wohl noch einiges nachzubessern, wenn das Bezahlen mit dem Handy für die öffentlichen Verkehrsmittel die Zukunft sein soll.

Ein weiteres Beispiel sind elektronische Türöffner. In Hotels heute weit verbreitet erhält man als Türschlüssel eine Karte, welche dann meistens auch für die Nutzung des Stroms innerhalb des Zimmers verwendet wird.

Sind sie schon einmal nachts um 23:30 vor der Zimmertür gestanden und sie kriegen keinen Einlass ins Zimmer, weil das elektronische Schloss die Karte nicht akzeptiert? Was heisst nicht akzeptiert – keine Reaktion am Schloss. Keine rote oder grüne Lampe leuchtet – einfach nichts!

Bereits am zweiten Abend liess mich die Karte schon im Stich. Das heisst, die Reception hatte die Karte nur für eine Nacht programmiert. Nun gut, kann mal passieren – an der Reception neu programmiert und ab ins Bett.

Zwei Abende später ist alles noch schlimmer. Es geht nichts mehr! Wieder mal, schön müde, runter zur Reception. Die nette Dame bemüht sich, programmiert die Karte neu – zweiter Versuch – immer noch nichts! Zwei weitere Versuche, mit der Masterkarte der Rezeption zeigen ebenso resignierend dasselbe Ergebnis. Ich versuche, trotz der Müdigkeit, ruhig zu bleiben. Mein nächster Termin – Startzeit an einem Golfturnier um 9:30 – ist wohl ausser Reichweite. Zu aller Müdigkeit kommt noch die Umstellung auf die Sommerzeit dazu – mir fehlt also nochmals eine ganze Stunde schlaf – ja die Laune wird dadurch nicht wirklich besser.

Die Receptionistin gibt mir nach telefonischer Rückfrage mit einem ihrer Kollegen ein anderes Zimmer – was wäre wohl passiert, wenn das Hotel ausgebucht gewesen wäre? Sie muss aber erneut anrufen, da sie das Masterpasswort für die Vergabe einer neuen Karten nicht kennt!! Nun gut, ab ins neue Bett.

Am nächsten Morgen versucht die neue Receptionistin mit einem Messgerät das Türschloss auszulesen, erhält aber nur Fehlermeldungen. Mein Turnierstart ist nun endgültig nicht mehr realistisch, da ich ja alle meine benötigten Kleider in meinem Zimmer habe, welches immer noch nicht zugänglich ist. Mein Kollege kann froh sein, dass ich wenigstens den Autoschlüssel bei mir hatte, da er sonst auch nicht an seine Golfutensilien, welche in meinem Wagen lagen, gekommen wäre.

Nun wird der Hotelmanager noch aufgeboten. Dieser kommt dann kurz vor neun Uhr um die Batterien im Türschloss, zu wechseln – und siehe da, ich kann wieder in mein Zimmer.

Das Beste kommt eigentlich erst noch, nach dem Betreten des Zimmers. Das Zimmer ist nicht aufgeräumt, das Bett nicht gemacht und das Bad auch nicht!? Nein, das kann nicht wirklich sein! Der Zimmerservice am Vortag muss den Defekt des Türschlosses schon bemerkt haben und hat es nicht gemeldet oder jemand anderes hat es vergessen weiter zu geben! Dass die Elektronik mal versagen kann ist eines, dass dann aber das menschliche Versagen, die ganze Angelegenheit zum Alptraum eines Gastes werden lässt, ist in diesem Moment schlicht und ergreifend unfassbar.

Ich werde nun wohl in nächster Zeit bei jedem elektronischen Türschloss mit einem leichten Zweifel die Karte einführen und mit leicht erhöhtem Puls auf das befreiende Zeichen der Türöffnung hoffen.

ebu

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