Sepp wird es schon richten

Nach vier Wochen Fussball tritt die Normalität langsam wieder ein. Die Fussballverrückten können sich langsam wieder erholen und diejenigen, welche mit dem Kampf um die Lederkugel gar nichts anfangen können, dürfen wieder ihre gewohnten Abendserien schauen.

Deutschland ist, mehr oder weniger verdient, zum vierten Mal Weltmeister geworden. Die Mannschaft ist an den letzten WM-Turnieren immer vorne dabei gewesen und hat an dieser WM Portugal und Brasilien klar und deutlich geschlagen.

Auch wenn sie gegen vermeintlich schwächere Gegner Mühe hatten, setzten sie sich durch. Argentinien hat in keinem ihrer Spiele wirklich geglänzt. Es erinnerte ein wenig an die Italiener, welche jeweils an den Turnieren mit mässiger Leistung sehr weit kamen. Nur wenn man die richtigen Spieler hat, kann man ein Team um eine einzige Person aufbauen. Es zeigt sich, dass Portugal, Brasilien und Argentinien Schwächen aufweisen, wenn ihre Stars nicht in Form sind.

Über denn Sinn und Unsinn einer solch riesigen Veranstaltung – neben der Sommer- und Winterolympiade wohl mit die Grösste – kann man sich streiten. Klar ist, dass sich irgendwann kein Land diese Kosten alleine leisten kann.

Es werden Milliarden für Stadien und Infrastruktur ausgegeben, welche sich niemals rentieren können. Stadien werden in Gebieten gebaut, in denen maximal Drittligaspiele stattfinden. Alles nur um jeder Region gerecht zu werden.

Die WM 2010 in Südafrika hat laut Regierungsangaben vier Milliarden Euro gekostet. Das Etat für die WM 2014 in Brasilien bezifferte die Regierung auf knapp 9 Milliarden Euro. Die WM 2018 in Russland soll 7,3 Milliarden Euro kosten, bereits ist aber klar, dass diese Summe nicht reichen wird. Man spricht bereits von 13 Milliarden Euro. Das wundert nicht, wenn für das Stadion in St. Petersburg 200 Millionen geplant waren und die Kosten jetzt schon etwa eine Milliarde betragen. Laut Aussagen der Planer, soll die Fifa immer wieder Extras fordern. Berichte im Fernsehen haben aber gezeigt, dass man davon ausgeht, dass rund 200 Millionen an Bestechungsgelder ausgegeben wurden.

Aber was sind schon 13 Milliarden im Vergleich zu den Kosten für die Winterolympiade in Sotschi – 37’000’000’000 Euro – in Worten Siebenunddreissig Milliarden!

Die Fussball-WM 2022 in Katar wird sich sicher auch in diesen Dimensionen bewegen, wenn sie denn auch wirklich stattfindet. Sepp wird’s schon richten, auch wenn er dann wohl nicht mehr im Amt sein wird.

Klar in all den Beträgen sind auch die Infrastruktur-Kosten eingerechnet. Wird diese Infrastruktur denn nachher auch wirklich sinnvoll und nachhaltig genutzt? Wohl nicht in jedem Fall.

Ich bin gespannt auf die Berichte in ein paar Jahren, wenn die leeren Stadien gezeigt werden, wie sie langsam verfallen.

ebu

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