Pädagogische Studenten im Praktikum

Einmal pro Schuljahr stelle ich mich mit meinen Klassen als Praktikumsort für Studenten der Pädagogischen Hochschule Zürich zur Verfügung. Diese Praktika entpuppen sich immer als sehr bereichernd für mich als erfahrene Lehrperson, bleibe ich so doch immer mit den aktuellen «Trends» in der Lehrerausbildung vertraut und bekomme selber viele neue Anstösse für meinen eigenen Unterricht. Auch die Kinder und das übrige Team erfahren die Praktika als interessante Abwechslung und als Möglichkeit neue, interessante Menschen kennen zu lernen.

Herr Douglas und Herr Jamin sind Studenten im Ausbildungsgang für Quereinsteiger. Sie sind also nicht typische, junge Studenten in der Erstausbildung, sondern haben schon viele Jahre Erfahrung im Berufsalltag ausserhalb des Schulbetriebs gesammelt.

Ich danke den beiden angehenden Kollegen herzlich für die tolle Zeit, die vielen intensiven und angeregten Gespräche und natürlich ihr grosses Engagement für die und zusammen mit den Thalheimer Kindern.

Nachfolgend einige Texte mit Gedanken zum Praktikum von den Praktikanten und einigen Zweit- und Drittklass-Kindern. Viel Vergnügen.

Martin Weidmann

Mirjam

Ich fand es cool, dass Herr Douglas mit uns das Grüffelo-Hörspiel geübt hatte. Mir haben die Reihen (Rechnen) nicht so gefallen. Bei Herrn Jamin habe ich die Experimente mit dem Feuer lustig gefunden.

Marco

Herr Douglas und Herr Jamin hatten immer eine Kamera bei sich. Damit sie am Abend sehen konnten, ob sie uns gut unterrichtet haben. Ich finde, sie waren sehr gute Lehrer. Ich hoffe für sie, dass sie gute Schüler haben werden.

Sophia

Ich fand das Hörspiel mit Herrn Douglas cool. Herr Jamin ist ein sehr sympathischer Mensch. Ich denke, sie haben ihr Praktikum bestanden.

Thomas Douglas / Praktikant

Dunkle Nacht. Die Fahrt aus der Stadt, über Autobahnen mit viel Verkehr, Abzweigung Winterthur, Ausfahrt Henggart, durch Wälder, über Wiesen, vorbei an Höfen, ein Sandkasten steht zum Verkauf, durch Nebelbänke und aus Wälder. Früh morgens um 7 Uhr leuchtet schon von weitem das Schulhaus von Thalheim über die Felder. Rein ins Warme. Ins ausgesprochen nette Lehrerzimmer. Herr Weidmann ist schon da. Letzte Vorbereitungen treffen. I N N E C H O schallt es über den Pausenhof. Und dann kommen sie: die grossartigen Schüler der Klassen 2 und 3 B. Guten Morgen! Guuuuten Moooorgen, Herr Douglas ! Guten Morgen!

Melina

Herr Douglas ist sehr nett. Mir haben die Malrechnungen gefallen, das Hörspiel vom Grüffelo und das Turnen. Herr Jamin ist auch sehr nett. Mir hat das Thema Kerzen gefallen und dass die zweite und dritte Klasse b gefilmt wurde.

Natascha

Herr Jamin und Herr Douglas haben uns zwei Wochen unterrichtet. In Mensch / Umwelt haben wir uns mit der Kerzenflamme beschäftigt. Wir haben coole Experimente gemacht. Zum Beispiel was es braucht um eine Kerze anzuzünden. Im Zeichnen hat Herr Douglas mit uns zusammen ein Bild mit Wassermalfarben gemacht. In Mathe hat Herr Jamin mit uns Kilogramm-Plakate gemacht. Sie sind nette und lustige Menschen.

Luca

Im Sport bei Herrn Douglas haben wir die Vorwärtsrolle und die Rückwärtsrolle gemacht.

Christian Jamin / Praktikant

Der Auftrag der Pädagogischen Hochschule Zürich war klar: für drei Wochen konnte ich mich gemeinsam mit einem Mit-Studenten im Unterrichten einer Klasse erproben.

Nach Thalheim wollten wir unbedingt, denn dort gab es die Möglichkeit in der Unterstufe Erfahrungen zu sammeln. Noch dazu ist es eine altersgemischte Gruppe, die eine zweite und eine dritte Klasse zusammenführt. Wie sollte das im Alltag funktionieren? Wir waren gespannt.

Nach angeregten und aufregenden Wochen kann ich sagen, es war die Mühe wert. Wir hatten von der PH die Vorgabe, besonderen Wert auf zeitgemässe Unterrichtsformen zu legen, d.h. die Schülerinnen und Schüler sollten viel Praktisches tun, selber entdecken und forschen. Man hat herausgefunden, dass diese Art des Lernens die Kinder am meisten weiterbringt. Ein selbst ausgesuchter Stein, den man auf die Küchenwaage legt und dessen Gewicht man in eine Tabelle einträgt hat für einen Schüler eine andere Bedeutung als einer, den der Lehrer abwiegt.

Einer der Höhepunkte war die Kerzenwippe, ein Experiment das am Ende einer Mensch und Umwelt-Einheit vorgeführt wurde. Dabei werden zwei Kerzen an ihrem Fussende zusammengeklebt, waagrecht aufgebaut und entzündet. Die Faszination, die in den Augen der Kinder durch diese einfache Vorführung geweckt war, sprach Bände.

In einer Welt, die durch zunehmende Virtualisierung geprägt ist, muss gerade die Primarschule Lernen mit allen Sinnen vorleben, um den Kindern dort Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Das macht auch für mich Sinn und daher sehe ich mich als zukünftiger Primar-Lehrer an der richtigen Stelle.

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