Paper-Blog: Wir könnten mit Ehrlichkeit viel erreichen

Geld hat viele Einfluss auf unser Leben. Es macht uns reich, arm, glücklich, unglücklich, abhängig, unabhängig und es scheint je länger je mehr, dass es uns auch vergesslich macht.

Es macht auch den Eindruck, dass je mehr Geld man hat, desto vergesslicher macht es.

Wie kann es sein, dass man vergisst Geld beim Steueramt anzugeben? Ja, wir alle «vergessen» vielleicht ab und zu etwas anzugeben. Grundsätzlich macht man sich da ja auch strafbar, aber wenn es um ein paar läppische hundert Franken geht, ist das schon fast ein Kavaliersdelikt. Klar fehlt das Geld dann der Gemeinde und dem Staat und es muss dann gespart werden.

Wenn die nicht angegebene Summe sich aber im Millionenbereich bewegt, dann fehlt mir jegliches Verständnis für das Tun oder besser gesagt Nichttun!

Ein Geständnis ist angebracht, aber warum lässt man nicht gleich die Hosen runter und steht wirklich hinter allem? Nein, man fängt mal mit 2,3 Millionen an und wenn niemand nachfragt ist ja alles paletti. Wird von der andere Seite tiefer gebohrt und recherchiert, so kommen halt plötzlich knapp 18 Millionen ins Gespräch.

Na gut, immerhin haben wir 18 Millionen raus geholt, aber war es das wirklich? Ups – ach da sind ja noch ein paar Milliönchen zu finden – und wir sind schon auf 28 Millionen.

Soll nun noch weiter gegraben werden – ach nein, lassen wir doch den armen Kerl – er ist doch schon genug gestraft. Immerhin geht er freiwillig für 3½ Jahre ins Gefängnis, wo er bei guter Führung nach knapp der Hälfte wieder auf freiem Fuss ist und nachher als der Geheilte allen raten kann: «macht das ja nie!».

Im Hintergrund wird weiter gesucht und es melden sich immer weitere Personen, welche noch mehr Insider-Wissen haben.

Mittlerweile sollen auf dem Konto mehr als 400 Millionen liegen oder mindestens mal gelegen haben. Wenn man nun den Prozentsatz nimmt, den Schweiz und Deutschland in ihrem Steuerabkommen, welches ja (noch) nicht zustande gekommen ist, und die ausstehenden Steuern für Deutschland berechnet, kommt man doch auf eine recht grosse Summe. Geht es doch um einen Steuersatz von 21 bis 41 Prozent.

Ich möchte irgendwann nichts mehr darüber lesen, da ich selber nicht mehr in der Lage bin zu entscheiden, was ist wahr und was ist es nicht.

Statt des Steuerabkommens werden vermutlich weiterhin CDs mit Bankdaten ausgetauscht. Diese Taktik ist wohl auch eher an der Grenze der Legalität. Werden doch persönliche Bankdaten ohne Erlaubnis der Betroffenen übergeben.

Betrüblich an der ganzen Sache ist doch, dass in all den Fällen unsere Schweiz mit verdient und ihr Ruf als verlässlicher Partner immer mehr angekratzt wird.

Immer noch wehren sich viele gegen die Aufhebung des Bankgeheimnisses. Wer nichts zu verstecken hat, benötigt solche Geheimnisse nicht! Luxemburg und Österreich haben der EU bereits nachgegeben, es wird nur noch eine Frage der Zeit und wohl auch der Ehre sein, dass die Schweiz endlich auch mitmacht, sich von ihren Altlasten befreit und nicht mehr überall als sich einigelnder, geldgieriger Staat gesehen wird.

Wir können mit unserem Reichtum – im Gegensatz zu vielen Ländern und Menschen geht es uns sehr gut – in der Welt viel erreichen, wenn wir uns als Land offen und ehrlich geben.

ebu

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.