Paperblog: Mögen Sie Pferdefleisch?

Mögen Sie Pferdefleisch? Vermutlich werden nun viele ja sagen. Mögen Sie Pferdefleisch in einer Lasagne oder einem Hamburger? Auch hier werden viele nicht verneinen. Nur was nicht geht, dass man einem Fertigprodukt etwas beimischt, was nicht deklariert ist. Da sind sich wohl alle einig.

Der Skandal ist inzwischen so grotesk geworden, dass eine Untersuchung einer Fleischpastete aus Island zum Ergebnis kam, dass kein Fleisch drin ist, obwohl der Hersteller von 30% Rindfleischanteil spricht. Der Hersteller kann sich das Testergebnis auch nicht erklären – Ach ja!


Das ganze Spiel um nicht deklarierte Zutaten oder anders gesagt «nicht korrekt deklarierte» oder «umschriebene» Zutaten ist kein neues Phänomen.


Sicher sind ihnen Begriffe wie «Analogkäse» oder «Klebefleisch» geläufig. Analogkäse wird seit den 1970er Jahren produziert und ersetzt z.B. den Käse auf Pizzas. Das Produkt besteht meist aus billigen pflanzlichen Ölen und Fetten (z.B. Palmöl), Sojabohnen, Aromastoffen, Geschmacksverstärker usw. Steht auf einer Verpackung «Pizza-Mix» drauf, so können Sie davon ausgehen, dass dieser Käse in 20 Minuten hergestellt wurde, statt wie normal mehrere Wochen gereift ist.


Klebefleisch, nur schon das Wort macht nicht wirklich Appetit, besteht aus maximal 50-65% aus Fleisch. Ach ja, das verwendete Fleisch besteht aus Fleischschnipsel, welche mit Hilfe von Binde-, Gelier- und Verdickungsmittel zu einer kompakten Masse verklebt wurden.


Ein weiteres Beispiel in der Reihe der Täuschungen trifft man bei den Garnelen an. Für die sogenannten «Surimi-Garnelen» wird das Muskelfleisch von nicht vermarktbaren Fischen mit Geschmacksverstärker, Hühnereiweiss, Aroma- und Farbstoffe zusammengepresst. Auf den ersten Blick sehen sie wirklich aus wie echte Garnelen.


Das Täuschmanöver geht weiter über viele Produkte. Joghurts enthalten vielfach nicht das was sie versprechen. Vanille-, Erdbeergeschmack usw. wird mehrheitlich künstlich hergestellt, damit der Konsument den Geschmack der echten Früchte erleben soll. Würde man echte Erdbeeren verwenden, könnte der Bedarf gar nicht gedeckt werden. Mit der gesamten Ernte weltweit würden gerade mal 5% des Erdbeergeschmack-Bedarfs in Amerika gedeckt.


Mit Wellness und Fitness wird dem Konsumenten mit verteuerten Produkten vorgegaukelt, dass der sich etwas Gutes tut. Weit gefehlt! In vielen Frühstücksflocken, welche mit dem Wort «Fitness» werben, ist viel Ungesundes drin. Z.B. bestehen sie aus bis zu einem Drittel aus Zucker. Weiter wird mit Frucht geworben, die nur in Bruchteilen vorhanden ist. Himbeeren sind auf der Verpackung dominant. Drin sind ein paar Himbeeren und der Rest sind gefärbte und aromatisierte Apfelstücke. Kirschen werden mit aromatisierten und billigeren Cranberrys vorgetäuscht.


Joghurt-Drinks sind klein und teuer. Man könnte meinen, dass die Mehrheit der Bevölkerung Blähungen hat, warum sonst kaufen viele das Joghurt in der grünen Verpackung? Ein Joghurt-Drink der das Immunsystem «aktiviert» und «wetterfest» macht? Jeder Joghurt «aktiviert» das Immunsystem ein bisschen, aber vier mal günstiger und mit halb so viel Zucker, als das beworbene Produkt.


Geschmacksverstärker – ein Wort, das man wegen des Glutamats plötzlich meidet. Früher hat man es tonnenweise verwendet – unser gelbes Wundergewürz ist ein Beispiel dafür – und auf die kalte Tomate passt es einfach. Nun schreiben viele Hersteller «ohne Geschmacksverstärker» auf ihr Produkt – Wunderbar!


Lesen Sie auf diesen Produkten die Zutaten und da wird unter Umständen «Hefeextrakt» oder «natürliches Aroma» stehen. Hefeextrakt ist ein natürliches Produkt und schmeckt ähnlich wie Bouillon. Im Hefeextrakt findet man ca. 5% natürliches Glutamat. Dieses natürliche Glutamat ist aber auch in vielen natürliche Produkten, wie z.B. Tomaten, Erbsen oder Pilzen zu finden. Das ist sicher gesünder, aber der natürliche Geschmack des gekauften Produktes wird damit überdeckt oder verstärkt.


Wir werden wohl kaum um Zusatzstoffe in Lebensmittel herumkommen, aber mit gezieltem Einkauf von frischen Lebensmittel und saisongerechtem Essverhalten können wir einigem Ausweichen und unserem Körper und der Umwelt etwas Gutes tun.


Trotzdem «en Guete»!


ebu


Quellen: www.geo.de «Geokompakt Nr. 30 – 03/12 – Gesunde Ernährung», www.foodwatch.de – Die Mogel-Liste, www.hefeextrakt.info

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.