Thalheimer Gmües-Abo

Ursprung des Gmües Abos ist Christine und Walter Jordis grosser Hausgarten. Was zur Selbstversorgung gedacht war, entwickelte sich dank Tobias Jordis Ideen, welche wiederum von Genf inspiriert waren, zu einem Garten für viele.

«Weshalb nicht andere Leute mit Gemüse versorgen, statt nur Selbstversorgung zu machen?» war die zündende Idee hinter dem Projekt. Nach Tobias pilgern immer wieder Thalheimer nach Genf, um sich den «Jardin de Cocagne», welcher auf Deutsch sinnigerweise Schlaraffenland-Garten heisst, anzusehen. Dieser Kontakt wird in der Anfangszeit für das Projekt immer wichtiger.


Am ersten Mai 2008 verteilt Tobias Jordi erste Flyer für ein Gemüseabo, welches wöchentlich eine Gemüselieferung beinhaltet. So nimmt ein Experiment seinen Lauf: Abostart mit 15 Bekannten und Freunden, alle aus der Region Thalheim und Winterthur. Alles ist noch sehr einfach gehalten.


Am Sommerfest reift die Idee des Projektes weiter. Allerdings ist bei den Beteiligten auch eine Angst vor der Grösse und Verantwortung da. So ergibt sich ein «Gesucht» Plakat am Sommerfest in Thalheim. «Wer hat Lust, ein Gemüseaboprojekt aufzubauen?» Nadin Bill meldet sich darauf. Als Brotaufstrich-Produzentin und Studentin der Lehrgangs Hortikultur in Wädenswil (ZHAW) sucht sie eine neue Herausforderung. Zunächst sind es nur einige Tage pro Woche, die sie in Thalheim verbringt, dann verliebt sie sich definitiv in dieses noch kleine Projekt in Thalheim.


Als Hauptverantwortliche für den Aufbau der Abos zählt Nadin (Bill) Ende Saison 40 Abos. Danach findet eine jährliche Verdoppelung der Abonnentenzahl statt.


Mitarbeiterin Sara Meier, welche am Strickhof eine landwirtschaftliche Lehre ins Auge gefasst hat, wird ins Boot geholt.


Gefunden werden während dieser drei Jahre viele Leute, einige als hauptverantwortliche GärtnerInnen, viele Freiwillige und Abonnenten, die mitarbeiten. Die Quintessenz aus diesem Projekt: ohne diese Vielzahl an Menschen würde das Gemüseabo nicht existieren. Ein Netzwerk hat sich gebildet, welches die Idee Vertragslandwirtschaft gut findet: kleine Strukturen, lokale Produktion, biologisches Gemüse.


Konsumenten wollen wissen, woher ihr Gemüse stammt. Sogar auf dem Wochenmarkt wird bei weitem nicht mehr alles Gemüse selber angebaut …


Mitarbeiterinnen wie Karin Soltermann und Kerstin Te Heesen mit Nadin Bill bildeten in der Saison 2012 ein starkes Frauenteam, welches jedoch in der kommenden Saison eine starke Veränderung erfahren wird: die Frauen bleiben alle mit der Landwirtschaft verbunden, wollen sich aber an anderen Orten weiterentwickeln.


Im Moment wird der Laden von Karin, Lucas und David geschmissen.


Am Samstag 3. März fand wieder ein Aktionstag statt. Da werden Abonnenten aufgerufen mitzuhelfen im Garten. Leider konnte ich nicht auf dem Feld helfen, es reichte mir erst zur Feedbackrunde. Lukas erzählt mir, dass 10 Abonnenten beim Kompost verteilen auf dem Feld und beim pflanzen von Obstbäumen, Kiwis und Heidelbeeren geholfen haben.


Es wird auch sonst schon fleis-sig angesät, im Anzuchtwagen warten seit etwa 4 Wochen Salat, Lauch, Zwiebel, Fenchel und Krautstiel darauf, ins Freie gepflanzt zu werden. Die Beete werden mit der Egge bearbeitet, gefräst und ausgeebnet, damit in ca. 2 Wochen mit dem Pflanzen begonnen werden kann. Ich freue mich jetzt schon auf die erste Gemüselieferung.


Nach getaner Arbeit treffen sich alle zu einer Feedbackrunde, da werden Erfahrungen ausgetauscht. Abonnenten können ihre Anliegen und Wünsche anbringen. Auch über die personelle und finanzielle Zukunft wird gesprochen. Neue Ideen werden besprochen.


Bei Kaffee und Kuchen erfuhr ich viele Interessante Dinge und konnte einige anwesende Abonnenten neu kennenlernen. Ich werde bestimmt am nächsten Aktionstag wieder dabei sein.


Ich bedanke mich bei David und Karin, dass sie sich Zeit genommen haben für meine Fragen. Vorallem aber danke ich Lukas, der einen grossen Teil des Berichtes verfasst hat.


pr

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