Paper-Blog: Eine Tankfüllung für 600 Franken?

Bis 2050 sollen die Preise für Benzin, Strom, Gas usw. massiv steigen. Der Bundesrat spricht im Moment von gegen fünf Franken für einen Liter Benzin und fünfzig Prozent höhere Stromkosten. Toni Gunzinger, ETH Professor und Elektroingenieur, redet von 12 Franken für einen Liter. In diesem Preis sind die gesamten Kosten für die Umwelt, Strassenbau, Unfallkosten etc. inbegriffen. So würde also eine Tankfüllung von fünfzig Liter irgendwo zwischen 250 bis 600 Franken kosten. Der Bund würde Teile der Einnahmen wieder als Vergünstigungen (Steuern; Krankenkasse etc.) an Private und Gewerbe zurückgeben. Wie aber der Verteiler aussehen würde, weiss wohl selbst der Bund heute noch nicht.

Würden alle den höheren Preis bezahlen müssen? Bauern, öffentliche Verkehrsmittel, Transportfirmen? Wie würde die Umwälzung der Kosten auf den Konsumenten aussehen?


Kostet dann die Milch fünf Franken pro Liter, wobei der Landwirt trotzdem nicht mehr davon erhielte als heute? Das Brot zehn Franken das Kilo? Eine Busfahrt, Kurzstrecke in der Stadt, zehn Franken? Wie viel davon erhalte ich denn vom Bund wieder zurück?


Ich bin kein Wissenschaftler, glaube aber nicht, dass sich das rechnet. Die Preise würden steigen, sei es nur, weil die Leute weniger konsumieren, dadurch die Firmen weniger produzieren und somit die Nachfrage auch den Preis bestimmt. Das heisst, je kleiner die produzierte Menge, desto exklusiver der Artikel und der Preis. Das ist eine einfache Rechnung. Fliegen würde unerschwinglich und der Transport von Produkten aus anderen Kontinenten würde wohl wieder mit Segelschiffen stattfinden, was ökologisch sinnvoll wäre, aber wollen wir das wirklich?


Es ist sicherlich klar, dass es mit dem Verbrauch so nicht weitergehen kann. Vielleicht sollte man ja auch mal bei den Geschäften anfangen, welche die ganze Nacht die Schaufenster beleuchten – ist nur einer von vielen Vorschlägen. Sollen Fahrzeuge mit erneuerbarer Energie gefördert werden, so sollte sich aber schleunigst etwas bewegen. Denn je mehr solche Fahrzeuge genutzt werden, je mehr Strom wird benötigt. Mit dem Abbau der Kernkraftwerke werden wir andere Stromerzeugungsarten finden und bauen müssen, um den in Zukunft, durch vermehrte Nutzung von strombetriebenen Fahrzeugen, erhöhten Strombedarf zu liefern.


Einiges wird heute immer noch blockiert und verhindert, weil der Landschaftsschutz höher gewertet wird. Wasser-, Wind- und Solarkraftwerke wären eine Lösung, aber da sind diejenigen, welche für diese Stromproduktion sind, sich selber im Weg.


In fast 40 Jahren ist einiges an Entwicklung möglich, dies hat schon die Zeit der Industrialisierung gezeigt, aber es hat sich auch gezeigt, dass die Schritte immer kleiner werden, um grössere Effekte zu erzielen. Schliesslich wird schon seit Jahrzehnten an besseren Stromspeichermedien gearbeitet, nur ein wirklich bahnbrechendes Ergebnis ist bisher nicht sichtbar.


Was mach ich mir überhaupt Gedanken darüber! 2050 bin ich neunzig Jahre alt, wenn ich noch lebe, sitze ich in einem Alters- oder Pflegeheim und werde mit Wasser und Brot am Leben erhalten, weil die Kosten für die Alterspflege und die Medikamente zu hoch sind, um mir einen schöneren Lebensabend zu ermöglichen. Also ehrlich gesagt, das will ich nun wirklich nicht erleben, da bevorzuge ich dann lieber den letzten Wohnsitz auf dem Friedhof.


ebu

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