Paperblog: Das Licht am Ende des Tunnels ist noch schwach

Am Ende des Jahres 2011 wurden die niedrigsten Verschuldungsquoten (öffentlicher Schuldenstand im Verhältnis zum BIP) in Estland (6,0%), Bulgarien (16,3%), Luxemburg (18,2%), Rumänien (33,3%), Schweden (38,4%), Litauen (38,5%), der Tschechischen Republik (41,2%), Lettland (42,6%), der Slowakei (43,3%) und Dänemark (46,5%) verzeichnet.


Vierzehn Mitgliedstaaten wiesen im Jahr 2011 eine Verschuldungsquote von mehr als 60% des BIP auf: Griechenland (165,3%), Italien (120,1%), Irland (108,2%), Portugal (107,8%), Belgien (98,0%), Frankreich (85,8%), das Vereinigte Königreich (85,7%), Deutschland (81,2%), Ungarn (80,6%), Österreich (72,2%), Malta (72,0%), Zypern (71,6%), Spanien (68,5%) und die Niederlande (65,2%).


Quelle: staatsverschuldung.de


Schweiz: Ende 2010 ca. 38%



Können Sie sich noch erinnern, als sie vor über zehn Jahren Ihren Urlaub im nahen Ausland verbracht haben? Zur Planung gehörte jeweils der Gang zur Bank um sich für das Zielland die entsprechende Währung zu besorgen. Je nach Tageskurs der D-Mark, des Francs oder z.B. Schilling bekam man etwas mehr oder weniger.


Aus den Ferien zurück ging der selbe Weg wieder zur Bank um das übriggebliebene Geld mit Verlust zurück zu tauschen. Wer das nicht wollte, hatte mehrere Portemonnaies im Haus – für jede Währung eines.


Wie erlösend war das vor zehn Jahren, als der Euro eingeführt wurde. Man konnte mit ein und derselben Währung rund um die Schweiz verreisen und konnte die Preise in den Ländern ohne Dreisatzrechnung vergleichen.


Der Euro hat sicher nicht nur Vorteile mit sich gebracht. Einerseits sind exportorientierte Firmen nicht glücklich, wenn der Kurs zum Schweizer Franken zu tief ist, andererseits ist der Tourist nicht so reisefreudig, wenn der Kurs hochschnellt.


Im Moment überwiegen für den Konsumenten eher die Vorteile des tiefen Kurses. D.h. Importware kann günstiger eingekauft werden und dies sollte dazu führen, dass z.B. die Grossverteiler ihre Preise senken. Auch der Einkauf im nahen Grenzgebiet floriert und die süddeutschen Geschafte profitieren sehr stark davon, auch wenn sie wegen der Mehrarbeit durch das Ausfüllen der Zollbescheinigungen mehr Aufwand haben.


Doch auch diese Seite der Medaille hat eine dunkle Seite. Durch die tieferen Preise wird weniger Umsatz und Gewinn gemacht und durch den Einkaufstourismus gehen ebenfalls Gelder aus dem Land. Die Konsequenz kann ein Stellenabbau sein oder tiefere Löhne.


Hier muss sich jeder selber entscheiden, was ihm mehr Wert ist.


Schaut man sich in den Ländern um, welche den Euro als Währung übernommen haben, so sieht man von aussen kaum glückliche Gesichter. Beim Wechsel von der alten zur neuen Währung, wurden die Preise vielerorts nicht einfach, zum damals definierten Kurs, umgerechnet, nein, man nutzte den Moment um die Preise zu erhöhen. Nur – die Löhne blieben gleich. In den «ärmeren» Länder wurde investiert und subventioniert was das Zeug hielt, doch Geld war eigentlich nicht wirklich da. Das Fehlverhalten wird nun langsam sichtbar. Die sogenannten «Reichen» sollen nun den anderen unter die Arme greifen und das nicht zu knapp. Als Gegenleistung wird ein radikaler Sparkurs verlangt, der wiederum heftigen Widerstand hervorruft.


Warum lässt man die Sünder nicht einfach Bankrott gehen? Sie können ja weiter im Kreise des Euro mitmachen. Die sollen einfach bei Null beginnen, was manche Firma ja auch so gemacht hat. Ja, da würden viele ihr investiertes Geld verlieren, aber wenn man ihnen Kredite gibt, um nicht gleich Bankrott zu gehen, so ist dies sowieso nur ein kleiner Aufschub und am Schluss verlieren die Kreditgeber auch noch das investierte Geld. Denn beim jetzigen Sparwillen ist das Licht am Ende des Tunnels noch sehr schwach.


Das Problem ist aber nicht erst seit zehn Jahren vorhanden, also der Euro ist nicht der Schuldige am Schlammassel, sondern die Länder waren schon vorher stark verschuldet und haben ihren Haushalt nicht im Griff gehabt. Durch Beschönigung der Rechnung und viel Augezudrücken, wurde man in den erlauchten Kreis aufgenommen. Auch die vorgegebenen Auflagen, wie maximale Verschuldung, konnte man überbrücken, indem man einfach versprach sich zu bessern.


Ach ja, die sogenannten «Reichen» haben eigentlich auch ein riesiges Haushaltsdefizit, können aber mit ihrer Macht dies «unsichtbar» machen. Denn es gilt halt immer noch: Wer Geld hat, hat Macht!


ebu

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