Paper-Blog: Der Pranger lebt weiter in unserer Zeit

«Der Pranger, Schandpfahl oder Kaak war ein Strafwerkzeug in Form einer Säule, eines Holzpfostens oder einer Plattform, an denen ein Bestrafter gefesselt und öffentlich vorgeführt wurde. Zunächst Folter-Werkzeug und Stätte der Prügelstrafe (Stäupen), erlangten Pranger ab dem 13. Jahrhundert weite Verbreitung zur Vollstreckung von Ehrenstrafen. Der Pranger diente den Städten auch als äusseres Zeichen der Gerichtsbarkeit.

Einer der letzten Fälle dürfte im Jahr 1853 in Berlin zu verzeichnen sein: Auf dem Höhepunkt der Reaktion in Preussen wurde auf dem Hausvogteiplatz noch eine Frau wegen Meineids an den Pranger gestellt.» (Quelle Wikipedia Internet)


Obengenannte Info erhält man, wenn man im Internet nach dem Wort «Pranger» sucht. Wann es den letzten Fall in der Schweiz gab, ist bei der Suche im Internet nicht gleich sichtbar, da tauchen auf den ersten Seiten nur Fälle mit dem erweiterten Begriff Internet-Pranger auf.


Warum in Deutschand der letzte Fall 1853 verzeichnet wurde, ist nicht nachvollziehbar, vielleicht weil sich das Medium Zeitung immer mehr verbreitete? Wer weiss.


Sicher ist, dass in unserer Zeit der Pranger weiterlebt. Er ist aber vielfältiger geworden und ist nicht mehr auf einen bestimmten Platz fixiert. Durch die Entwicklung der Medienwelt hat sich der Pranger über die Printmedien, Funk und Fernsehen auf das Internet erweitert.


Schnell ist eine Meinung gebildet, welche vielfach auf dem ersten Eindruck basiert. Frei nach dem Motto: «Sie bekommen niemals eine zweite Chance für den ersten Eindruck».


Die letzten paar Wochen zeigten wieder einmal, dass Personen relativ einfach durch die Berichterstattung in den Medien demontiert werden können. Es taucht ein Hinweis, ob Wahr oder Falsch ist irrelevant, auf und somit beginnt das Spiessrutenlaufen der Zielperson. Wenn er schweigt ist es ein Eingeständnis, sagt er was, wird es als Herausreden interpretiert. Bringt er eine Gegendarstellung, wird wieder eine Karte ins Spiel gebracht und so geht es weiter, bis eine Seite den «Bettel» hinschmeisst, weil er sich und der Familie dies nicht weiter zumuten will.


Nicht immer geht aus diesem Spiel der Ehrlichere als Sieger hervor.


Aber wie kommt es überhaupt dazu, dass solche Informationen an die Öffentlichkeit geraten? Man liest immer wieder «es liegen uns vertrauliche (manchmal gar geheime) Informationen vor»! Wenn sie doch vertraulich oder geheim sind, was haben diese in der Presse zu suchen?


Wie im Falle Hildebrand, weiss der sogenannte Whistleblower zum Zeitpunkt des «Datenklaus» vielleicht gar nicht, was er da anrichtet. Denn wenn er das wüsste, würde er es wohl nicht machen ausser er hat viel Geld und Macht und will es so!


Eines ist klar, das ganze ist einfach nur eine Schlammschlacht, die es eigentlich nicht Wert ist, die Presse tagelang damit zu füllen. Es gäbe sicherlich genügend Fälle, welche ähnlich abliefen, aber keiner zu Wissen kriegte.


Wir müssen solche Dinge nicht unbedingt akzeptieren, aber unser politisches und wirtschaftliche System funktioniert nun mal so. Unsere wohlhabende Schweiz wäre nie so weit gekommen, wenn unser System anders laufen würde.


Erich Bucher
Quelle-Fotos: Internet

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