Reisebericht von der Chorreise

Unsere Chorreise fand dieses Jahr am 28. August statt und führte uns in den Aargau. Bei kräftigem Regen trafen wir uns kurz vor 7 Uhr am Bahnhof in Seuzach. Da waren wir noch die einzige Gesellschaft, die zu so früher Stunde und bei so garstigem Wetter unterwegs war. Doch nichts vermochte unsere gute Laune und die Reiselust zu trüben. Verschiedene Teilnehmer hatten schon früh mehrere Wetterberichte gehört, welche für den Nachmittag Aufhellungen versprachen. Unsere Präsidentin und gleichzeitig Organisatorin dieser Reise erwartete uns bereits mit den Billettes am Treffpunkt.

Um 7.08 Uhr verliess unser Zug den Bahnhof Seuzach und wir konnten bis Dietikon sitzen bleiben. Nachdem Lilli und Thomas zu uns ge-stossen waren, zählte die Reisegruppe 24 Personen. In Dietikon stiegen wir um auf die DWB, die Dietikon- Wohlen Bahn, welche uns über den Mutschellen brachte. Bereits sichteten ein paar aufmerksame Himmelsbeobachter die ersten Sonnenstrahlen.

In Wohlen angekommen, freuten sich alle auf Kaffee und Gipfeli. Diese genossen wir nach einem kurzen Spaziergang im Restaurant Ibarus.

Um 10 Uhr ging es dann weiter im Programm mit dem Besuch des Freiämter Strohmuseums. Bei einer Führung erfuhren wir viel Interessantes über die Strohindustrie im Freiamt. Zuerst wurden in Heimarbeit Hüte hergestellt, welche den Taunern (damals Hausierer) als Bezahlung angeboten wurden von den armen Bauern. Diese nahmen die Hüte und verkauften sie weiter auf ihren Reisen. Mit der Gründung einer Fabrik im 17. Jahrhundert wurde Stroh Grundlage eines blühenden Industriezweigs im aargauischen Freiamt. Wir staunten, dass aus Stroh, später auch mit Hilfe anderer Materialien, nicht nur Geflechte, sondern auch Gewebe, Spitzen und Garnituren von filigraner Schönheit hergestellt wurden, welche während zwei Jahrhunderten in der Hutindustrie weltweiten Absatz fanden.

Nach diesem bezaubernden Museumsbesuch konnten wir im Hotel Sternen das Mittagessen genies-sen. Dies ist speziell zu erwähnen, weil die Wirtsleute an einem Ruhetag extra für uns geöffnet hatten. Die Bedienung war sehr freundlich, das Essen gut und reichlich.

Frisch gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg zum Bahnhof. Wir hatten genügend Zeit und machten einen kleinen Umweg durch den Park der Villa Isler. In diesem Park fanden wir wunderschöne exotische Bäume. Besonderes Interesse weckten ein grosser Ginko und ein unbekannter Baum. Von diesen beiden Bäumen wollte ein Teilnehmer seiner Frau Blätter mit nach Hause bringen. Aber auf dem Weg zum Busbahnhof bemerkte er, dass er das Blatt des unbekannten Baums verloren hatte. Er machte sich auf den Weg, um es zu suchen, musste aber bis zum Park zurück gehen, um ein neues Blatt zu besorgen. Ja, und obwohl die Reiseleiterin genügend Zeit eingeplant hatte, hätte er es beinahe geschafft, den Bus zu verpassen. Dank der Hilfe seiner Sängerkollegen konnten wir dann aber doch pünktlich weiterfahren.

Mit dem Bus fuhren wir nun weiter nach Meisterschwanden an den Hallwylersee. Unterdessen schien sogar die Sonne, und so konnten wir die Rundfahrt auf dem See richtig geniessen. Auch auf dem Schiff wurde mit einem feinen Zvieri für unser leibliches Wohl gesorgt.

In Seengen ging die Schifffahrt nach 1½ Stunden zu Ende und wir spazierten auf dem Uferweg gemütlich zum Schloss Hallwyl. Allerdings war der Weg stellenweise überflutet nach den Regengüssen der letzten Tage und in der Wiese, die einem Weiher glich, tummelten sich die Enten.

Unterwegs legten wir eine kurze Pause ein und hörten einen kurzen Vortrag über die Burgen und Schlösser der Gegend. Wir besichtigten noch das Schloss, welches anscheinend sehr beliebt ist für Hochzeitsfeiern.

Den ganzen Tag über haben uns Sonne und Wolken begleitet, aber erst beim Warten auf den Bus nach Lenzburg mussten wir unsere Schirme aufspannen, weil es leicht zu regnen anfing.

In Lenzburg bestiegen wir den Zug, der uns pünktlich und vollzählig wieder nach Seuzach brachte.

Es war eine schöne, interessante und gemütliche Reise. Ich hoffe, er wird auch der Reiseleiterin als spezieller Geburtstag in guter Erinnerung bleiben.

Maja Müller

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