Seniorenferien in Gersau

Mit dem Luxuscar von Brandenberger fuhren wir in unsere Ferien. Weil wir genügend Zeit hatten, führte uns Luis durchs schöne Zürcher Oberland. Der Frühling zeigte sich von der allerschönsten Seite, überall blühten Tulpen und wunderschöne Ziersträucher. Ueber den Seedamm gings in die Innerschweiz wo die Kirschbäume in vollem Blust standen. Das war eine Augenweide! Wer trinkt wohl so viel Kirsch?

Ein bisschen eng war die Stras-se auf die Seebodenalp. Dort wurden wir mit einem guten Mittagessen und einer tollen Aussicht auf den Zugersee verwöhnt. Die Riginordseite zeigte sich noch mit Schnee, doch auf dem Weg nach Gersau freuten wir uns wieder über die Blütenpracht der Obstbäume. An der Riviera des Vierwaldstättersees glaubte man sich im Tessin, mit Palmen, blühenden Magnolien und Kamelien. Herrlich war es auch am See zu sitzen und das ruhige Wasser zu geniessen. Imposant die Aussicht auf die Klewenalp und den Oberbauenstock und dahinter guckte der Tödi mit seinem schneeweissen Mantel hervor, auch der Pilatus strotzte noch mit weissen Flecken heraus.


Am Dienstag befuhren wir mit einem Privatboot den Urnersee. Der kundige Kapitän der «Albatros» wusste uns auf interessante Weise Vergangenheit, Land und Leute näherzubringen. Otti als Hilfskapitän musste gut aufpassen, dass wir die schroffen Felswände gut passieren konnten. Nach der Rütliwiese und Bauen stärkten wir uns bei der Tellskapelle mit Kaffee und Kochen, während Friedi das Glockenspiel ertönen liess. Tief beeindruckt und den Kopf voller alten Geschichten landeten wir in Gersau.


Am Mittwoch zogen einige von uns auf die 1800 Meter hohe Rigi. Noch ohne Touristen und nur mit einigen weiteren Familien genossen wir eine herrliche Aussicht.


Am nächsten Tag erkundeten wir den See um den Bürgenstock herum Richtung Hergiswil, Stansstaad. Prächtig zeigte sich der mit Schneefeldern bedeckte Pilatus. Diese Fahrt genossen wir bei einem feinen Stück Kirschtorte.


Jeden Tag gab es genügend Zeit zu einem Spaziergang ins Dorf, oder hinauf zu den steilen Wiesen, die gerade gemäht wurden. Mit den hiesigen Bauern ergaben sich interessante Gespräche, da sie merkten, dass auch wir vom Land kamen.


Im Dorf war eine Seidenspinnerei in Betrieb. Verschiedene Düfte zogen uns zu einer Kaffeerösterei, oder zu einem Holzsägewerk mit seinem harzigen Duft. Interessant, was man in einem Dorf so erkunden kann.


Dann der Besuch von Pfarrer Morand. Am Abend zeigte er uns alte und neuere Konfirmandenfotos aus Thalheim und Altikon. Nicht für jeden interessant, wir hätten lieber eine Plauderstunde, oder eine Andacht gehabt. Wir sind ja alle Senioren und wie kurz ist unsere Zeit noch!


Täglich hielt uns Christine mit dem Gesundheitsturnen fit. Bei diesem Grossandrang platzte der Raum aus allen Nähten.


Am nächsten Tag steuerte unser Schiff nach Luzern mit einem speziellen Mittagessen: viele verschiedene Sandwich-Brötchen warteten auf hungrige Mäuler.– Sehr lecker!


Nach einem Blick auf Luzern gings auch schon wieder : «Vo Luzern gägä Wäggis zue!» Später genossen wir in unserem idyllischen Ferienort einen gemütlichen Sonnenuntergang.


Ja, auf dem Seelisberg waren wir auch, es war nur einen Katzensprung hinüber.


Den Sonntag läuteten für uns die Glocken der reformierten Kirche von Weggis ein.


Was meinte wohl der Pfarrer mit seiner Predigt: «Einmal stehen wir auf der Seite der Schriftgelehrten und einmal auf der Seite der Pharisäer! Und wo stehst du?» Diesen Gedanken nahmen wir mit nach Gersau, wo ein feines Mittagessen auf uns wartete.


Am Nachmittag besuchten wir die Tellswerkstatt, wo uns der Gersauer «Tell» uralte Handwerke und Werkzeuge zeigte, die für den Bau


einer alten Armbrust nötig sind. Köbi Benz als Meisterschütze traff voll ins Schwarze.


Am Montagmorgen standen bald sämtliche Koffer vor den Zimmern und nach dem Mittagessen verabschiedeten wir uns vom Hotel Riviera.


Luis fuhr uns mit dem Car via Brunnen, Schwyz dem Zugersee entlang mit Ziel Sins. Dort erwartete uns Julie Ehrensberger eine ehemalige Gütighauserin und ihre Tochter Silvia im Alterszentrum Aettenbühl zum Kaffee. Die Freude war gross beim Wiedersehen mit allen ihren Bekannten.


Doch dann musste Abschied genommen werden, damit wir rechzeitig nach Hause kamen. Wir freuten uns als wir unser geliebtes Thurtal erblickten.


Annemarie Häusler

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