Genossenschaft Wohnen und Leben

Aufgewachsen bin ich in einer Mietwohnung in der Stadt. Schon als Kind träumte ich davon, in einem Haus mit Garten zu wohnen.


Heute habe ich, bevor ich mich an den Computer setzte, die Rosen geschnitten, das Gurkenbeet gejätet, die Tomaten und die Beeren gepflückt, die Geranien geputzt, die neu gepflanzten Erdbeeren begossen – und als Krönung den ganzen Hausplatz gewischt. Dann habe ich noch all die Büsche und Bäume kritisch gemustert, die im Herbst wieder geschnitten sein müssen, damit wir nicht wie einst Dornröschen von Ranken eingeschlossen sind. Und jetzt bin ich ziemlich erledigt. Wie lange kann ich das wohl noch machen? Wann kommt der Moment, da mir der Traum, das Haus mit Garten, zu viel wird? Dann wäre eine Mietwohnung wieder geeignet. Sie ist kleiner, man muss sich nicht um den Garten oder die Heizung kümmern.


Menschen, denen mit dem Älterwerden ihr eigenes Haus zur Belastung wird – genau solche Menschen in unserm Dorf sind unter anderen angesprochen von der Genossenschaft Wohnen und Leben Thalheim. Oder dann auch Junge, welche aus dem Elternhaus ausziehen, eine eigene Bleibe haben, aber das Dorf nicht verlassen wollen – auch für sie sind die Mietwohnungen geeignet, welche die Genossenschaft plant.


Wir haben in der Dorfposcht schon mehrmals über das Projekt geschrieben. Geplant sind zwei rollstuhlgängige Häuser im Minergie-Standard im Dorfzentrum. Darin sollen vor allem kleinere und ein paar mittelgrosse Mietwohnungen entstehen. Als Standort für die beiden Häuser strebt die Genossenschaft Wohnen und Leben das nicht mehr benötigte Gebäude (Kartoffellager) der Landi Dägerlen und Umgebung an. Es wurden bereits Vorgespräche mit der Landi geführt.


Mit diesem Projekt, das sich – ohne die prächtigen Riegelhäuser zu konkurrenzieren – gut ins Dorfbild einfügen wird, kann dieser zentrale Ort im Dorf auch der Spekulation entzogen werden.


Die Genossenschaft ist zur Zeit in der wichtigen Phase, da sie möglichst viele Menschen als Genossenschafter gewinnen will, um die Basis für das Projekt zu legen. Wer Genossenschafter wird und Anteilscheine zeichnet, kann mitreden bei der Entwicklung des Projekts und bei der Nutzung – wird auch wissen, wer dann in die Wohnungen einzieht. Die Gründerinnen und Gründer der Genossenschaft zählen auf die Unterstützung der Menschen in Thalheim.


Im Juni hat die Genossenschaft einen gut besuchten Informationsabend veranstaltet. Im Anschluss daran haben bereits einige Thalheimerinnen und Thalheimer ihren Beitritt erklärt. Manche haben auch schon klar ihr Interesse an einer Wohnung deponiert. Genossenschafter und Genossenschafterin kann werden, wer selbst dort wohnen will – und wer ganz einfach in unserm Dorf eine gute Sache solidarisch mittragen will, ohne dann selbst eine der Wohnungen zu mieten.


Die GenossenschafterInnen und auch alle, die sich für das Projekt interessieren, sind eingeladen zu einem einfachen Apéro und zu weiteren Informationen am Sonntag, 25. Oktober, 16 Uhr in der Winkelstube.


Für allfällige Fragen kann man sich an die Präsidentin wenden: Ingrid Lüthi Hasani, Im Husammann 11, Thalheim, 052 338 13 44


Ursy Trösch

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