«Club der lustigen Theaterpuppen»

Der «Club der lustigen Theaterpuppen» hat am Samstag, 15. September 2007 beim Schützenhaus Thalheim zum Dorlikoner-Jahrmarkt eingeladen.

Die Idee, diesen Club zu gründen, entstand letztes Jahr von einigen wenigen Kindern aus der Thalheimer Gemeinde. Sie trafen sich regelmässig und bastelten zusammen, unter der Anleitung von Monika Tschanen, die verschiedensten Puppen: Schattenspiel-, Stab- und Handpuppen. Die Umsetzung der Idee, damit ein Puppentheater zu organisieren, war leider zu kompliziert und vom Zeitaufwand her viel zu umfangreich. So entschied sich der Club kurzerhand für den Jahrmarkt. Dazu brauchte man aber mehr Mitglieder, die auch schnell gefunden wurden.


Ein Jahrmarkt wie er früher stattgefunden hat, soll es werden. Daher auch der Name «Dorlikon». Immer mehr Ideen entstanden und so machten sich die Kinder mit grosser Motivation und toller Kreativität an die Arbeit. Monika Tschanen organisierte kleinere Gruppen, die sich jeweils bei ihr trafen und denen sie mit Rat und Tat half. Nach einer einzigen Hauptprobe fieberte der «Club der lustigen Theaterpuppen» dem Dorlikoner-Jahrmarkt entgegen.


Es war ein sonniger, warmer Jahrmarkt-Nachmittag. Beim Kuchenbuffet konnte man ein Säckchen, gefüllt mit fünf orange gefärbten Steinen, kaufen. Diese Steine dienten als Zahlungsmittel für die Schiessstände. Sein Glück durfte man beim Monster-Büchsen Werfen, bei der Grosswildjagd und beim Drachenschiessen versuchen. Dazu brauchte man auch etwas Mut, denn die Büchsen sahen «monstermässig» aus und man schiesst ja auch nicht jeden Tag auf Tiger, Büffel und Löwe oder mitten durchs Herz eines Drachens. Hatte man Mut aber weniger Glück, so durfte man trotzdem einen kleinen süssen Trostpreis entgegennehmen. Ein richtiger «Hau den Lukas» lud Gross und Klein zum Kräftemessen ein.


Nun wurde eine Attraktion ausgerufen: die grösste Frau der Welt! Eine unglaublich grosse Frau betrat die Bühne. Ihr Kopf, ihre Hände, ihre Füsse waren riesig. Doch sie hatte ein sehr sympathisches Gesicht und auch gepflegte Finger- und Fussnägel. Sie winkte einem freundlich zu und man durfte ihr die Hand schütteln. Die Zuschauer staunten entzückt.


Nach einer kurzen Pause wurde eine weitere Attraktion ausgerufen: der stärkste Mann der Welt! Kaum stand er auf der Bühne, liess er seine Muskeln spielen. Eine Stahlkette, mit der er gefesselt und die zugeschlossen wurde, sprengte er kurzerhand. Danach stemmte er eine Hantel, die beinahe grösser war als er selber, mit grossem Kraftaufwand, aber mit Erfolg, in die Höhe. Die Zuschauer waren begeistert.


Wollte man etwas über seine Zukunft erfahren, schlich man sich ins Zelt des Wahrsagers. Die Antworten auf alle Fragen deutete dieser aus Teeblättern oder durch eine Zauberkugel. Dies erforderte jeweils volle Konzentration des Wahrsagers. Eine spannende Sache.


Unterdessen stieg einem der Duft von Zuckerwatte und gegrillten Würsten in die Nase. Roland Tschanen und seine Schwiegermutter sorgten zusammen mit einzelnen Kindern für das leibliche Wohl. Auch kleine, selbst gebastelte Artikel wurden zum Kauf angeboten.


Nun folgte eine andere Attraktion: der Flohzirkus! In der Mini-Manege zeigten mehrere Flöhe ihre Springkünste. Sie hörten dabei genau auf die Stimme ihres Dompteurs. Sie fürchteten sich auch nicht, als es hiess, durch einen brennenden Ring zu springen. Nur ein Floh landete nach einem Super-Saltosprung nicht professionell und musste daher auf einer Trage hinaustransportiert werden. Nichts desto trotz applaudierte das Publikum begeistert und verlangte prompt eine Zugabe.


Das Programm war noch nicht zu Ende. Der Drachenreiter wurde ausgerufen! Ein grüner Drachen, mit langem Schwanz und struppigen Haaren auf dem Kopf, sah trotz seinen spitzigen Zähnen eher drollig als bösartig aus. Auf seinem Rücken sass doch tatsächlich eine Reiterin, die ihn fest an den Zügeln hielt. So begab sich der Drache etwas schwerfällig auf die Bühne. Neugierig schaute er mit seinen Kulleraugen in die Runde. Langsam kamen auch die kleineren Kinder näher und wagten sich, den Drachen zu streicheln, was diesem offensichtlich sehr gefiel. Das Publikum kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.


Es ist fantastisch, was sich diese Kinder des «Club der lustigen Theaterpuppen» alles ausgedacht und auch umgesetzt haben. Mit viel Begeisterung und Ausdauer und mit Hilfe von Monika Tschanen haben sie einen Jahrmarkt ins Leben gerufen, von dem es keinen zweiten gibt und geben wird. Kinder von der erste Klasse bis zur Oberstufe waren an diesem Nachmittag bemüht, ein unglaublich vielfältiges, unterhaltsames und pannenfreies Programm zu bieten. Es ist ihnen gelungen, uns Erwachsenen, die leider immer mehr an der heutigen Jugend zweifelt, ins Staunen zu versetzen. Allen Anwesenden hat dieser Jahrmarkt so sehr gefallen, dass sie auf eine Fortsetzung dessen hoffen.


cm

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