Gedankenflug: Feuer und Flamme

Kürzlich war ich im Technorama mit der vierzehnjährigen Fanny, die bei uns Ferien gemacht hat. Sie war Feuer und Flamme für die tollen Experimente, die sie machen konnte. Es war ein Spiel – was physikalisch dahinter steckt, hat sie nicht gross interessiert. Ich war erleichtert, denn ich hätte ihr dabei nicht helfen können, meine Physikstunden liegen weit zurück. Wir haben dann auch die aktuelle Ausstellung «Der atomare Zoo» angesehen, eine reichlich komplizierte Show rund um das Atom und alles, was die Menschen damit machen. Doch auch hier kann man die sinnliche Komponente der verschiedenen Exponate einfach auf sich wirken lassen und staunen.

Da ist – das Verrückteste in der ganzen Ausstellung! – eine Plasmakugel mit 1 Meter Durchmesser. Das sei eine Weltexklusivität, steht im Prospekt. Plasma ist eine besondere Gasform, könnte man salopp sagen – man erwarte nicht, dass ich das genau erkläre. Jedenfalls ist in der Mitte der Kugel eine Lichtquelle, die Blitze schleudert in alle Richtungen. Und wenn man die Kugel berührt, dann blitzt es wütend in Richtung der aufgelegten Hände. Ein faszinierendes Schauspiel!

Unter einer Glasplatte in einer «Nebelkammer» sieht man kleine Teilchen wie Striche oder Federn vorbeiziehen: kosmische Strahlung – also Strahlung die uns ständig unsichtbar umgibt. Ich habe hineingeschaut und nicht richtig gewusst, soll mir das Angst machen, weil wir offenbar alle dauernd von solcher Strahlung «beschossen» werden – oder soll ich staunen. Ich habe mich fürs Staunen entschieden.

Und dann kam ich zu einer Tafel, die vom «Neutrino» handelte. Das sei ein mit dem Elektron verwandtes Elementarteilchen. Die Idee fürs das «Neutrino» hatte 1930 ein Physiker, der an der ETH unterrichtet hat, Wolfgang Pauli. In Zürich gibt es sogar eine Wolfgang Pauli-Strasse, wie ich später entdeckt habe. Ich werde mich auch hier nicht hinreissen lassen, nähere Erklärungen zum Neutrino abzugeben. Auf der Tafel stand: In jeder Sekunde rasen zehn Trillionen Neutrinos durch unsern Kopf – nur eines pro Jahr stösst im Gehirn mit einem Atomkern zusammen. Und wir merken nichts davon. Also das gibt mir doch zu denken – was da so alles um mich und in meinem Kopf herum surrt und ich weiss nichts davon. Übrigens: 1 Trillion ist eine 1 mit 18 Nullen.

Ursy Trösch

Die Ausstellung «Der atomare Zoo» im Technorama Winterthur ist noch zu sehen bis zum 19. August.

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