Editorial

Editorial der Dorfposcht Nr. 88 vom 28. Juli 2006

Liebe Leserinnen und Leser

In einem Fernsehwerbespot heisst es: «Zuhause ist, wo man willkommen ist».

[Das Titelbild der Dorfposcht Nr. 88 vom Juli 2006]Es gibt Menschen, die freiwillig oder gezwungenermassen, überall auf der Welt zuhause sein können oder müssen. Was ist zuhause? Der Ort, wo man geboren ist? Der Ort, wo man mit seinem Partner das Leben verbringen will? Da wo man seinen Beruf ausüben kann, um genug Geld zu verdienen? Es kann auch sein, dass wir nur vorübergehend irgendwo zuhause sind. Den Rest der Zeit müssen wir vielleicht an einem Ort verbringen, der uns nicht so gut gefällt.

Wo haben wir unsere Wurzeln? Vielleicht da wo wir unsere Kindheit verbracht haben? Wo wir zur Schule gegangen sind? Wo wir unsere erste Liebe kennen gelernt haben? Wo wir unsere Familie gegründet haben? Wo wir gute Freunde haben?

Die Nomadenvölker ziehen umher und bleiben da, wo sie im Moment zu essen und zu trinken haben. Sie sind nur kurze Zeit an einem Ort zuhause, aber vielleicht nicht immer willkommen. Sie müssen weiterziehen, um zu überleben.

In der Zeit der grossen Mobilität können wir schnell überall sein. Wir erreichen vermeintlich immer schönere, bessere Orte als unser Zuhause. Wo sind wir willkommen? Wenn wir genug Herz, Liebe, Ehrlichkeit, Offenheit und Verständnis in unserem Lebensgepäck haben, sind wir bestimmt fast überall willkommen. Dann finden wir auch Freunde. Aber am wichtigsten ist es doch, dass wir ein Zuhause haben. Wo es ist und wie es aussieht, das können die meisten Menschen in unseren Breitengraden zum Glück selbst bestimmen. Und ob wir da zufrieden sind, liegt auch wiederum an unserem Lebensgepäck.

Allen Lesern und Leserinnen eine wunderschöne Ferienzeit. Und dass alle wieder gesund und erholt in ihrem «Zuhause» ankommen.

pr

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