Schulsilvester

Der Silvester wurde ursprünglich mit viel Lärm und Eifer am 31. Dezember gefeiert und zählte zu den Zürcher Altjahrsbräuchen und den einst weit verbreiteten Lärmbräuchen zwischen Weihnachten und Dreikönigstag. Da es sich bei diesem Brauch um ein Fest vorwiegend für Kinder und Jugendliche handelt, wurde er später auf den letzten Schultag des Jahres verlegt, und so bürgerte sich der Name Schulsilvester ein. Am frühen Morgen schwärmte man lärmend auf den Strassen herum. Wer an diesem Tag zuletzt aufstand oder als letzter in die Schule kam, wurde von den andern ausgelacht und Silvester genannt. Doch kaum jemand kennt heute noch den ursprünglichen Sinn des Schulsilvesters.

Ich wollte wissen, was für Thalheimer Schüler und Schülerinnen der Schulsilvester bedeutet. Bevor der Schulsilvester 2005 stattfand, organisierte ich eine kleine Diskussionsrunde.

Für die meisten der anwesenden Schüler und Schülerinnen war klar, dass verursachter Lärm mit Pfannendeckel oder sonstigen Geräten nicht cool ist. «Am Schulsilvester darf man Streiche und Unfug machen», meinten einige spontan. Doch waren sich alle einig, dass es dabei keinen Sachschaden geben darf. «Die Bewohner sollen nicht immer alles wegschliessen und die Türglocken nicht abstellen», ist der Wunsch der Schüler. Einzelne organisieren eine Freinacht, andere werden kurz nach 5 Uhr auf der Strasse sein und wenige werden nicht früher als nötig aus dem warmen Bett schlüpfen. Für einige sind dann die frischgebackenen Brötchen und heisser Punsch, die eine Mutter in der Früh herausgibt, eine erfreuliche Abwechslung. Die von einigen Dorfbewohnern bereitgelegten Süssigkeiten sind ebenfalls sehr beliebt. Auch das kann Schulsilvester sein …

Was bietet nun die Schule den Schülern und Schülerinnen am Schulsilvester für ein Programm? Anscheinend schon seit etlichen Jahren dasselbe. Um 7 Uhr treffen sich alle Schüler und Lehrer in der Aula zum gemeinsamen Frühstück. Dazu bringen die Schüler einen Tag im Voraus die benötigten Lebensmittel in die Schule mit. Den Rest organisiert die Lehrerschaft. Nach dem Frühstück schauen sich alle Schüler, vom Kindergarten bis zur 6. Klasse, einen Film zusammen an. Währenddem die jüngeren Schüler und Schülerinnen diesen meistens ganz lustig finden, schimpfen die etwas älteren über die Langeweile. Um 9 Uhr werden die Kinder nach Hause entlassen. Auf dem Nachhauseweg hat man dann noch einmal Gelegenheit, seine restlichen Knaller loszulassen, denn auf dem Schulareal ist das nicht erlaubt.

Die Schüler und Schülerinnen, mit denen ich diskutierte, könnten sich nach dem gemeinsamen Frühstück schon ein etwas spannenderes Programm vorstellen. An Vorschlägen hat es dann auch nicht gefehlt: diverse Spiele organisieren, Witze vorführen, Geisterbahn aufstellen oder dass sogar die Lehrer ein kleines Theater vorführen würden. Aber vielleicht hat die Lehrerschaft auch noch Ideen. Das hat man in der Schule noch gar nie miteinander besprochen.

Ich bedanke mich noch einmal herzliche bei den anwesend gewesenen Schülern und Schülerinnen für diese Diskussion. Dies waren: Lena, Sina, Charlotte, Melanie, Sheila M., Nicola, Jan V. und Joachim.

cm

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