Chorreise

Die Chorreise des Jahres 2003 war einmal etwas anderes. Statt einer weiten Reise ir­gend­wo zu einem attraktiven Ort, besann sich der Gemischte Chor Thalheim an die Schön­heit der engeren Heimat. Die Landschaft vor der Haustüre hat nämlich vieles zu bieten. So wurden dann Ross und Wagen angeheuert, und los gings durchs Weinland. Am Abend war man sich einig: Es war eine gute Idee.

Hermann Mettler hat den wunderschönen Tag organisiert und glänzte einmal mehr mit einer guten Vorbereitung. Ausgangspunkt war das Zentralschulhaus in Thalheim. Eine stattliche Zahl von 27 Reiselustigen versammelte sich am Morgen des 15. Juni 2003 um neun Uhr. Drei Pferdewagen standen bereit, und pünktlich startete die fröhliche Ge­sell­schaft. Damit der Verkehr nicht zu stark beeinträchtigt wurde, wählten die Fuhr­leute eine Route auf Nebenstrassen. Und genau da lag der Reiz des Ausfluges. Schon bald mussten die meisten Reiseteilnehmer gestehen, dass sie die nähere Umgebung gar nicht gut kennen.

Vom Schulhaus Thalheim ging die Reise an die Thur. Bei Gütighausen überquerte die Ge­sell­schaft den friedlich dahinfliessenden Fluss. In Ossingen gings dann Richtung Schloss Wyden, Hausen, vorbei an der Pferdewaid der Familie Oertli. Über die Ossinger Seen (Hausersee) liess sich die Sängerschar nach Trüllikon kutschieren. In der «Traube» Rudolfingen wurde ein Kaffeehalt eingeschaltet. Als Dank dafür, dass die Wirtsleute das Restaurant ausnahmsweise am Sonntagmorgen öffneten, stimmte der Chor das wunderschöne Lied «Bajazzo» an. Den Kaffee spendete freundlicher Weise Hermann Mettler. Ein herzliches Dankeschön von allen Teilnehmern war dem Spender gewiss. Frisch gestärkt machte sich der grösste Teil der Gruppe dann zu Fuss auf die Weiterreise. Durch den Rudolfinger Rebberg wanderten wir nach Wildensbuch. Ein Halt an schöner Stelle im Weinberg wurde genutzt, um Informationen über die schöne Weinlandgemeinde entgegenzunehmen. Der im Ort aufgewachsene Walter Müller verstand es, seine Heimatgemeinde ins beste Licht zu rücken. So staunte mancher, dass Rudolfingen die Gemeinde war, die das Weinländer Herbstfest ins Leben gerufen hat.

Von Wildensbuch gings weiter bis zum Restaurant Guggere. Hier mussten wieder einige eingestehen, diesen Ausflugsort nicht zu kennen, obschon er nur wenige Kilometer vor der Haustür liegt und eine herrliche Aussicht bietet. Nach dem Mittagessen – leider mussten einige sehr lange, warten bis das bestellte Menü endlich serviert wurde – unter den schattenspendenden Bäumen der gemütlichen Gartenwirtschaft, standen wieder die Pferdewagen bereit. Über Rudolfingen, Oerlingen ging die Reise weiter. Ein Halt am Schiiter­berg wurde wiederum genutzt, um die Aussicht über das schöne Weingebiet zu geniessen. Hier war denn auch die passende Stelle, um das «Wyland Lied» zu singen.

Nach interessanten Informationen von Hermann Mettler über den Weinbau am Schii­ter­berg wurde die letzte Etappe dieser tollen Reise in Angriff genommen. Nachdem in Andelfingen über die Holzbrücke wieder die Thur überquert wurde, lenkten die Fuhr­leute ihre Wagen der Thur entlang, dann über Dätwil und auf Feldwegen zurück nach Thalheim.

War man sich in den vergangenen Jahren gewohnt, Reisen an bekannte Orte fernab der Heimat zu unternehmen, so brachte dieser Ausflug eine ganz andere Note. Die Ge­müt­lich­keit per Ross und Wagen liess die Augen öffnen für die Schönheiten, welche die eigene Heimat zu bieten hat. Auf einmal sieht man, wie die Natur spriesst. Die Blumen, die zum Teil wieder in unsere Wiesen zurückgekehrt sind, sorgen für bunte Farbtupfen in der Landschaft. Das Auge nimmt wahr, wie das Korn zu reifen beginnt, wie die Früchte an den Obstbäumen angesetzt haben und bereits die ersten Kirschen gereift an den schwerbehangenen ÄÄsten strahlen. Das wohltuende Grün in den duftenden Wäldern, die auch ein angenehmes Klima produzieren. Diese Reise hat manchem wieder bewusst gemacht, in was für einer schönen Gegend wir wohnen.

jro

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