Kunsthandwerk: Stickbilder

Das auf der Titelseite abgebildete Stickbild von Marlies Oberholzer passt gut zu Ostern. Es stellt einen Lebensbaum bzw. Kreuzbaum dar. Er zeigt auf der einen Seite menschliches Leiden; unser Schicksal «das Kreuz auf uns zu nehmen». Aber der Kreuzbaum steht im Wasser des Lebens, er trägt vielfältige Blätter und in seinem Zentrum brennt die Lebensflamme als Symbol, für die sich immer wieder erneuernde Lebenskraft (Auferstehung).

Die untere Partie symbolisiert die Welt mit Sonne und Mond, die Partie oberhalb des Querbalkens stellt den Kosmos mit seinen vielen Gebilden dar. Als Elemente sind vertreten Wasser, Luft, Feuer, Erde (im äusseren Kreis) und Holz. Damit ist die Aussage verbunden, dass nur mit einer ganzheitlichen Sicht die Quellen der Lebenskraft erhalten werden können.


Marlies Oberholzer hat die Technik der Ausdrucksstickerei bei Annemarie Goldschmied und Barbara Wälchli erlernt, wobei sie stets nach eigenen Entwürfen arbeitete. Die Gestaltungsmöglichkeiten mit Fäden und Farben sind riesig und der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Es können auch viele verschiedene Materialien miteinbezogen werden, z.B. Stoff, Spiegelchen, Knöpfe, Steine.


Sticken ist eine Tätigkeit, die Ausdauer erfordert. Das wiedergegebene Stickbild hat einen Durchmesser von 120 cm. Bis ein Bild von dieser Grösse und Reichhaltigkeit vollendet ist, müssen viele Stunden investiert werden. Das Bild ist mit Seiden-, Baumwoll- und Wollfäden auf Baumwolle gestickt. Rund ein Dutzend verschiedene Stickstiche wurden angewendet.


Marlies Oberholzer stickt vor allem für sich selber. Nur selten verkauft sie eines ihrer Bilder. Hingegen hat sie schon Bilder verschenkt. Von ihr ist auch das Stickbild in der Kirche Thalheim.


Oberholzer


Falls sich jemand noch näher informieren will, kann das Buch «Freies Sticken» von Barbara Wälchli sehr empfohlen werden. Es ist in der Bibliothek Thalheim zu finden.


Marlies Oberholzer wünschen wir für ihr kreatives Arbeiten viele Ideen, Zeit und Musse sie auch auszuführen. Wir bedanken uns für den Einblick in ihr künstlerisch-handwerkliches Schaffen.

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