Vom Münster zum Kaiserdom

Eine Exkursion dem Rhein entlang, von Freiburg über Colmar, Strasbourg nach Speyer und Heidelberg zu Höhepunkten der romanischen und gotischen Kirchenbaukunst.

Unter diesem Thema haben wir uns, 25 Personen, unter der Leitung von Daniel Morand mit unserem Chauffeur Ernst Müller vom 16. bis 20. Juli auf die Reise begeben.


Es waren ausgefüllte Tage, soviel haben wir gesehen, gehört, geschmeckt, gestaunt auch, dass von allem hier nur ein «Brösmeli» Platz findet.


Der filigran durchbrochene Steinhelm des Freiburger Münsters ist unübersehbar. Draussen auf dem grossen Platz der bunte Markt. Obst, Gemüse, Blumen in Fülle, Esswaren, Krimskrams, was du willst.


Drinnen die Höhe und Weite dieser Kirche, die dazu einlädt, die Unruhe des Alltags draussen zu lassen, still zu werden. Beeindruckend ist, zu erfahren, dass bei dem verheerenden Luftangriff im November 1944 die Altstadt weitgehend zerstört wurde, das Münster aber und wenige historische Gebäude verschont blieben. Das Spezielle in Freiburg sind die, durch die ganze Innenstadt fliessenden, sauberen Bächlein.


Das Museum Unterlinden, ein ehemaliges Kloster, ist eines unserer Ziele in Colmar. In diesem Museum befindet sich auch der berühmte Isenheimer Altar. Beim steten Kommen und Gehen der vielen Besucher ist aber eine ruhige Betrachtung ziemlich schwierig.


Während wir vom Parkplatz gegen das Strassburger Münster gehen, bittet uns Daniel Morand, vorerst den Blick auf unsere Füsse zu senken und erst bei «Augen auf!» auf das Münster zu sehen. Dieser Anblick ist überwältigend! Dem Himmel zustrebend die spitzen Bogen, der eine Turm. In Stein gehauene Geschichten. Am Seitenportal die sogenannten klugen und törichten Jungfrauen.


Auf zwei andere Frauengestalten macht uns Daniel Morand auf der Südseite aufmerksam: Die streng blickende «Kirche» (Ecclesia) und die traurige «Synagoge» … – es ist unmöglich, hier ins Einzelne zu gehen, aber die Bilder sind da und wirken nach.


Die nächste Station ist Speyer. Bald 1000 Jahre sind vergangen, seitdem Kaiser Konrad II. den Grundstein zum Kaiserdom gelegt hat. Der erste Eindruck: ein Bollwerk, eine Burg – eine schützende, feste Burg? Die grösste romanische Kathedrale Europas. 1689 wurde sie schwer geschädigt und geplündert, aber sie steht noch, ist ein Zeugnis romanischer Baukunst. Menschen kommen und gehen, vier Kaiser liegen hier begraben, ihre Reiche – wo sind sie? Die Restaurationen des Doms werden ungefähr 42 Millionen Mark betragen.


Natürlich haben wir auf unserer Reise auch die Städte besichtigt, wir haben gegessen und getrunken, die Spezialitäten der Region genossen.


In Colmar haben wir die vielen Fachwerkhäuser, den überquellenden Blumenschmuck in Klein Venedig bewundert. Wir sind mit Booten auf der Lauch gefahren. Wir haben echt elsässischen Baeckeoffe gegessen, ein Gericht, das von den Hausfrauen am Vorabend des Waschtags vorbereitet und in einer Terrine zum Bäcker gebracht wurde, damit am Waschtag trotzdem ein gutes Essen auf dem Tisch stand.


In Strasbourg führte uns unser Chauffeur durch das Viertel Kleinfrankreich in eine Taverne, in welcher elsässische Mehlknepfe, Ripple oder Pfifferlinge im Nudelnest gegessen werden konnten.


Die Stadtführerin machte uns bei einem Haus auf den Zwischenraum zwischen einer Säule und der Hausmauer, den «Bauchmesser», aufmerksam.


Die «Braupfanne» und das Pfälzer Leibgericht: Bratwurst, Leberknödel und Saumagen (entpuppte sich als ein Stück gebratenen Schwartenmagen) mit Weinsauerkraut und Bauernbrot im Domhof zu Speyer werden uns in Erinnerung bleiben! Ganz sicher auch das Hotel Domhof mit den Efeu umwachsenen Mauern und dem wunderschönen Innenhof.


Die Heimfahrt durch die Weinberge im Durchbachtal, die Vesperplatte im «Rebstock». Das geräucherte Forellenfilet war nach der deftigen Pfälzerkost ein Leckerbissen.


Unseren Reiseleitern und Fotoreportern Daniel und Susann Morand, unserem Chauffeur Ernst Müller und Rosmarie, die uns zu den Parkplätzen lotste: Wir danken Euch! Sicher werden bei verschiedenen Gelegenheiten Erinnerungen wach, wird uns die als Gruppe erlebte Gemeinschaft gegenwärtig.


Els Morf-Bachmann, Thalheim

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