Nachgedacht: «Heute ist heute, also trinken wir den Wein…»

Die Partys zum neuen Jahrtausend sind verklungen und verrauscht. Die guten Wünsche sollen weiter wirken.

Dass 1999 sich auf so dramatische Art, mit einem zerstörerischen Orkan verabschieden würde, hat wohl niemand geahnt. Wie klein, wie ausgeliefert sind wir diesen Kräften!

Auch sonstige Verunsicherungen gibt es mehr als genug: Zusammenschlüsse, Personalabbau, Umstrukturierungen am laufenden Band. Am laufenden Band auch die Paketsortierung … bald dürfen wir unsere Briefe und Pakete höher frankieren – wieder einmal. Die Post ist da – trara … Dafür sind Telefon, vor allem Handys günstig, günstig wie noch nie. Alle, alle sollen damit beglückt werden, als Benützer oder als unfreiwilliger Zuhörer von interessanten Gesprächen. Wahrscheinlich kann darum die Telefonkabine am Bahnhof getrost aufgehoben werden.

Eigentlich möchte ich lieber über Positives, Erfreuliches nachdenken, statt ein Lamento loszulassen. Wie sagt unser neuer Bundespräsident: «Freude herrscht!» Ja, wie sollte sie nicht herrschen, die Freude? Uns Alten geht es so gut wie noch nie! Steht in der Zeitung. Und es stimmt. Unsere AHV wird uns Monat für Monat pünktlich überwiesen. Ohne Millenniumspanne.

Wir können uns einiges leisten, wovon unsere Eltern (wenn sie nicht von Haus aus gut betucht waren) kaum zu denken wagten.

Hoffen wir, dass auch unsere Nachkommen noch in den Genuss der AHV kommen. Kürzlich las ich den Vers:
Heut ist eben heut,
also trinken wir den Wein
bis zur Neige aus:
ob das Morgen Sorgen bringt,
soll des Morgen Sorge sein!

Els Morf

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