Bardill: Ein Traum und zwölf Lieder

Wer am Samstag, 9. Oktober eine vollbesetzte Turnhalle, einen Künstler im Scheinwerferlicht, umgeben von Lautsprechern und technischen Hilfsmitteln erwartete, täuschte sich gewaltig. Der Bündner Liedermacher Linard Bardill zeigte auf eindrückliche Art und Weise, dass es auch heute noch anders geht. Nach dem Motto «Ein Stuhl, eine Gitarre, ein Bardill» beeindruckte er schon in der Nachmittagsvorstellung die vielen anwesenden Kinder mit seinen Liedern aus dem Album «Luege, was der Mond so macht». Mit seiner einfachen, humorvollen und sehr spontanen Art verstand er es auf Anhieb, die Kinder und auch die anwesenden Eltern sofort in die Welt seiner Lieder zu entführen. Der Dialog mit den Kindern und die kindgerechte Gestaltung des Programms waren dabei viel massgebender als seine Person selber. Umrahmt wurden die melodischen Stücke mit spannenden Erzählungen vom «Blauen Wunderland» oder ausgeschmückten Anekdoten über die besungene «Frau Petrell». Dank einfachen Melodien war es für Gross und Klein ein Kinderspiel bei verschiedenen Gelegenheiten selber mitzusingen. Mit den knisternden Tönen des leeren Plastikbechers durften die Kinder den Künstler rhythmisch begleiten. Die Begeisterung spiegelte sich in den leuchtenden Kinderaugen. Man durfte auf das Abendprogramm gespannt sein.

In der Turnhalle fand sich Linard Bardill auch am Abend wieder im Kreis des Publikums ein. Rote Ballone und brennende Kerzen stimmten auf sein Repertoire der Liebeslieder ein. Der Künstler führte mit viel Witz und Fein-gefühl durch sein neues Programm «Ein Traum und 12 Lieder». Es handelte sich immerhin um eine Vorpremiere seines Auftritts im Theater am Hecht­platz am 13. Oktober. An­gesichts die­ser Tatsache war der Publikumskreis zwar klein, doch dies schien Linard Bardill nicht zu stören. Sofort gelang es ihm, wohl auch durch die Nähe zum Publikum und als

Mensch ohne Starallüren, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen. Man fühlte sich bald einmal in einer ganz anderen Sphäre. Der Liedermacher besang in gekonnt ausgewählten Texten eine Welt der Gefühle und überraschte immer wieder mit passenden Pointen. Begleitet von seiner Gitarre sang er zeitweise in romanischer Sprache, dann wieder in reinem Bündnerialekt. Seine starke und melodische Stimme verwandelte das kalte und grosse Lokal der Turnhalle in eine warmherzige Atmosphäre. Einen Abend lang nur Liebeslieder zu singen, sei schon immer sein Traum gewesen. Diesen Traum hat der sympatische Bündner gekonnt verwirklicht.

Dass der Künstler auf dem Boden der Wirklichkeit geblieben ist, zeigte auch sein Dankeschön an die Organisatoren des Dorfvereins Thalheim-Gütighausen. Er wies darauf hin, dass im Vorfeld dieses Anlasses viel Arbeit geleistet wurde und vergass es nicht, dem Publikum auch einen Applaus für die Organisation zu entlocken.

msz

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