Pilgern auf dem Jakobsweg

Jahr für Jahr sind Menschen unterwegs in den Urlaub, um Neues zu sehen, einmal richtig auszuspannen, fremden Menschen zu begegnen. Andere beteiligen sich an Studienreisen, um Städte, Kunst und Kultur der Heimat oder eines fremden Landes kennenzulernen. Wieder andere begeben sich aus religiösen oder anderen Gründen auf eine Pilgerreise. Schliesslich gibt es solche, welche die Stille eines Klosters aufsuchen, um sich zu besinnen, neu zu orientieren, Kraft zu schöpfen und sich selber zu finden. Allen gemeinsam ist, eine Sehnsucht nach Neuem, anderem, nach «Tapetenwechsel», nach äusseren Veränderungen oder inneren Verwandlungen, eine Sehnsucht nach dem, was mehr ist als Arbeit, verdienen, essen und trinken.

Menschen mit solcher Sehnsucht sind viele auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela unterwegs. Sie wollen die Klöster, Dörfer und Städte am Weg kennenlernen, sich freuen über Begegnungen mit anderen Menschen, über fremdes Brauchtum, Geschichte und Kirchen. Doch sie suchen mehr als das. Sie sind Sucher und Sucherinnen nach Deutung und Sinn des Jakobusweges, aber auch eines Weges für sich. Sie erahnen, dass der Pilgerweg ein Symbol für den Lebensweg ist, den jeder und jede finden und gehen muss mit Leib, Geist und Seele.

Im Wort «Weg» steckt auch «bewegen». Ständig körperlich in Bewegung, bewegt sich bei ihnen auch geistig viel. Im Wandern auf dem Jakobsweg lockern sich Verkrampfungen, werden Menschen aufmerksamer für sich, ihre Mit- und Umwelt und Gott. Sie beginnen, sich innerlich zu wandeln, zu erneuern. Befreiter und gelöster an Leib und Seele, reich an Erlebnissen treten sie nachher ihren Alltag wieder an.

Auf nach Santiago de Compostela!

Dies alles, oder noch mehr oder auch anderes, möchte ich Ihnen ermöglichen oder mit Ihnen zusammen erleben! Darum habe ich vor, ab Herbst 2000 fünf Jahre lang immer während der ersten Herbst-Schulferienwoche eine Pilgerwoche auf dem Jakobsweg anzubieten. Willkommen sind jüngere und ältere Menschen, Einzelpersonen oder Familien. Einzige Bedingung: Man muss etwa drei Stunden am Stück (mit normalen Pausen, nur das Wichtigste am Rücken) wandern können. Ein Bus wird unser Gepäck transportieren und uns begleiten, d.h. an abgemachten Stellen müde Pilgerinnen und Pilger aufnehmen.

Wir werden uns im französischen Le Puy-en-Velay auf den Weg machen und in fünf Wochenetappen über die Pyrenäen nach dem spanischen Santiago de Compostela pilgern. Im Herbst des Jahres 2004 werden wir am Ziel ankommen, am Atlantik, am Cap Finisterre, am «Ende der Welt».

Samstagspilgern durch die ganze Schweiz

Zudem möchte ich ein «Samstagspilgern» veranstalten, d.h. über längere Zeit hinweg an bestimmten Samstagen mit Pilger- und Wanderfreudigen den Schweizer-Pilgerweg von Konstanz nach Genf pilgern. Dazu wird zu gegebener Zeit ein separates Blatt publiziert werden.

Beachten Sie darum in nächster Zeit unsere Publikationen und Informationen, es lohnt sich. Ich freue mich auf das Pilgerjahr 2000 mit Ihnen zusammen!

Daniel Morand, Pfarrer

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