Nebel

(In der Dorfposcht mussten wir aus Platzgründen eine gekürzte Fassung dieses Artikels wiedergeben. In Dorfposcht online finden Sie den vollständigen Text.)

Ist es Ihnen nicht auch schon passiert, dass Ihnen beim Erwähnen Ihres Wohnortes ein Mitleidiges «Oh, Sie wohnen im Nebelloch.» geschenkt wurde? Oder haben Sie sich nicht auch schon dabei ertappt, wie Sie die Schuld einer schlechte Stimmung auf das depressive Einwirken des Nebels und nicht auf die kalte Dusche und den lauwarmen Kaffee geschoben haben? Also mir ist beides schon passiert, wobei ich mich bei der ersten Situation immer höflich gegen das «Loch» wehre. Schliesslich ist die Gegend in und um Thalheim/Gütighausen doch eine der schönsten im Kanton, oder nicht? Aber bevor ich ins Schwärmen gerate zurück zum Ausgangspunkt.

Herkunft und Vorkommen des Nebels (Literarisch-geographisch)

Laut dem Herkunftswörterbuch ist «Nebel» ursprünglich ein deutsches und niederländisches Wort, das erstmals im 15. Jahrhundert (neblig) und im 17. Jahrhundert (nebelhaft) im Sprachgebrauch erscheint.

Nachfolgend einige Beispiele für «ausländischen» Nebel: italienisch: nebbia; niederländisch: nevel, mist (erwähnenswert hier die Nebelbank: mistbank); norwegisch: take, skodde; portugiesisch: nevoeiro, névoa; serbokroatisch: magla; spanisch: niebla; ungarisch: köd. (Bei hier beschriebenen Nebel handelt es sich um jenen auf der Erde und nicht den astronomischen.)

Wissenschaflicher Nebel

In der Meteorologie wird der Nebel wie folgt beschrieben: Bezeichnung für kondensierten Wasserdampf in bodennahen Luftschichten, wenn die Sicht unter einen Kilometer zurückgeht. Nebel entsteht wie bei einer Wolke durch Kondensation überschüssigen Wasserdampfs an Kondensationskernen, und zwar durch:

  1. Abkühlung feuchter Luft bis zum Tau- oder Reifepunkt (Abkühlungs-Nebel);
  2. Mischung aus feuchtwarmer und kalter Luft (Mischungs-Nebel);
  3. Zunahme des Wasserdampfgehaltes der Luft infolge Verdunstung (Verdunstungs-Nebel oder Dampfnebel). Unter den Abkühlungs-Nebeln ist der Strahlungs-Nebel am häufigsten. Er tritt vor allem im Herbst bei windschwachen oder windstillen Hochdruckwetterlagen auf, wenn sich der Erdboden und die darüber liegenden Luftschichten infolge ungehinderter nächtlicher Ausstrahlung bis unter den Taupunkt abgekühlt haben.

Ich erspare Ihnen die Ausführungen zum Strahlungs-, Hoch-, Boden-, Tal-, Advektions-, Meeres-, Küsten-, Mischungs-, Front- und Niederschlagsnebel. Ausser einem geschulten Meteorologen wird uns das sowieso nichts sagen. Jedenfalls ist es also der Abkühlungs-Nebel schuld daran, dass ich morgens den Weg ins Büro fast nicht finden (halb so schlimm) und abends den selben Weg nach Hause (schlimm!).

Persönlicher Nebel

  • Gerhard, Schriftsteller, 1903-1974
  • Otto, Pseudonym von Martin Mauerer, Schriftsteller, 1892-1973
  • Rudolf, Raketenpionier, 1894-1978

Zusammengesetzer Nebel

Mit Nebel werden folgende Wörter gebildet: Nebelbilder, Nebel(regen)bogen, Nebelhaufen, Nebelhöhle, Nebelhorn (Schallsignal und Berg in den Allgäuer Alpen), Nebelkrähe, Nebelmittel, Nebelparder (Kleinkatze) Nebelscheinwerfer, Nebelspalter, Nebelung, Nebelmonat, Nebelwald, Nebelwüste.

Ich hoffe, Sie haben jetzt den Durchblick in Sachen Nebel.

Literatur aus diversen Sprachbüchern und der Brockhaus-Enzyklopädie.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.