Chor-Reise: Nicht ganz unsportlich!

Dass auch ein Sängerverein nicht ganz unsportlich ist, zeigte sich an der diesÌjährigen Chor-Reise. Diesen Sommer wollten wir ein Wochenende in den Bündner Bergen verbringen. Hermann Mettler hatte sich anerboten, die Reisevorbereitungen und die Reiseleitung zu übernehmen.

Obwohl der Wetterbericht nicht gerade hervorragendes Wanderwetter ankündigte, ÿÿversammelten wir uns Morgens nach sieben Uhr gut gelaunt bei unserem Bahnhöfli, um mit der SBB Richtung Winterthur, Zürich-Landquart nach Klosters zu reisen. Unterwegs wurden uns im Zug Gipfeli und Kaffee serviert; und neu gestärkt genossen wir dann die abwechslungsreiche Bahnfahrt entlang dem Zürichsee und Walensee, dem schönen Prättigau entgegen. Bereits umÌ halb elf Uhr erreichten wir Klosters Platz. Dort bestiegen wir die Gondelbahn, die uns bequem auf den Gotschnagrat führte. Leider war die Aussicht nicht gerade optimal, dafür wurden wir im Restaurant Gotschnagrat vorzüglich bedient. Gelegentlich teilten sich die Wolken und liessen einen Blick ins Tal frei.

Wasserdicht verpackt

Nach dem feinen Mittagessen rüsteten wir uns für die Wanderung zur Mittelstation Parsenn. Regenjacken, Regenmützen, Pelerinen und Regenschirme wurden hervorgeholt, und als alle wasserdicht ausstaffiert waren, wurden erst einmal einige Erinnerungsfotos geknipst.

Da es nur ganz leicht regnete, wanderten wir frohgemut auf dem schönen Panoramaweg zur Parsennhütte. Zwar fehlte die Fernsicht, dafür konnten wir uns an einer herrlichen Alpenflora erfreuen. Tiefblaue Enziane leuchteten uns entgegen, viele bunte Polsterpflanzen grüssten uns und neben den Schneeflecken, die noch überall an den strengen Winter erinnerten, streckten die feinen Soldanellen ihre Köpfchen empor.

Als wir die Parsennhütte erreichten, entschlossen sich die weniger Wandertüchtigen, mit der Bahn aufs Weissfluhjoch zu fahren, um von dort mit der Parsennbahn hinunter nach Davos zu gelangen. Wir andern marschierten weiter Richtung Parsennbahn. Schon nach zwei Stunden war dieses Ziel erreicht. Weil das Wetter unterdessen gar nicht so schlecht war, entschlossen sich einige Marschtüchtige, weiter zu wandern zum Strelapass. Diese zusätzliche Höhenwanderung lohnte sich wirklich. Aber wir hatten natürlich mit einer Talfahrt per Sessellift gerechnet: Leider fuhren keine Sessel ins Tal und wir mussten wohl oder übel den Strelaberg hinunter steigen zur SchatÿÌzalp. Weil wir zudem befürchteten, die Schatzalpbahn auch noch zu verpassen, hasteten wir ziemlich eilig den Berg hinunter, um dann endlich mit müden Gliedern und schwachen Knien im Bähnchen zu landen.

Dafür stand unser Hotel in Davos gleich in nächster Nähe der Talstation. Und noch schöner; im Hotel gab es ein Hallenschwimmbad. Vor dem Essen reichte es noch, um ein paar RundenÌ zu schwimmen und damit einem bösen Muskelkater vorzubeugen. Das Hotel Schweizerhof war sehr fein und gediegen: ****. Wir bekamen sehr schöne Zimmer, im unsrigen hörten wir allerdings den Barpianisten spielen bis um Mitternacht. Nach dem Nachtessen genossen wir noch den milden Sommerabend bei einem Spaziergang durch Davos.

Murmeltiere und Nachteulen

Nach einer langen oder kurzen Nachtruhe (individuell ganz verschieden) trafen wir uns anderntags alle wieder beim reichhaltigen Zmorgenbüffet. Auch heute gab es verschiedene Möglichkeiten, den Sonntag zu verbringen. Der Alpengarten im Guggerbachtäh bei der Schatzalp bot eine Variante. Es habe dort noch eine lustige Rodelbahnfahrt gegeben, hörte man später erzählen.

Weil sich der Himmel am Morgen so klar und blau zeigte, wollten die Wanderlustigen mit der Seilbahn aufs Jakobshorn fahren und ins Sertig Dörfli wandern. Die 21/2stündige Wanderung führte wieder durch eine wunderscehöne, reichhaltige Alpenflora.

Im gemütlichen Restaurant in Sertig trafen wir uns alle zum Mittagessen. Wanderer und Postautobenützer erreichten den Treffpunkt fast zur selben Zeit.! Während des Essens begann es zu regnen und bald prasselte der Regen dermassen, dass hiemand das heimelige Wirtshaus verlassen wollte. Also stimmten wir ein Lied ums andere an und die anderen Gäste halfen wacker mit beim Singen. So vergnügten wir uns, bis es Zeit wurde, nach Davos zurück zu fahren.

Düüüdaadooo!

Die anschliessende Fahrt mit dem Postauto durch das Landwassertal hinunter über die Lenzerheide nach Chur war sehr kurvenreich. Nach der x-ten Kurve sehnten sich einige nach einer geraden, ruhigen Strecke.

Von Chur aus fuhren wir mit der SBB wieder heimzu. Damit wir nicht hungrig ins Thurtal zurückkehren mussten, wurde uns im Zugsabteil noch ein Imbiss verteilt; SBB und Hermann hatten an alles gedacht: Die ganze Reise hatte prima geklappt, sogar das Wetter war gar nicht so übel. Vielen Dank für die tadellose Organisation. Gewiss freuen sich schon alle auf die nächste Chor-Reise.

die Berichterstatterin Christine Schleuss

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