Kulinarium: Zurücklehnen und Geniessen

Stellen sie sich einen wunderschönen Sommerabend vor, an dem sie Lust haben für eine kurze Fahrt durchs Weinland und dabei nicht abgeneigt sind, sich in einem Gasthof etwas zu genehmigen.

Anfangs Juli erlebten wir einen dieser selten schönen warmen Tage und wir hatten noch genügend Unternehmungslust für eine kleine Ausfahrt mit dem Velo und pedalten gemächlich über Gütighausen, Oberneunforn, Waltalingen, Guntalingen nach Unterstammheim.

Mitten im Dorf, vor dem Anstieg zur Kirche, steht der Gasthof Adler. Hinter dem Haus, im Schatten eines mächtigen Kastanienbaumes suchten und fanden wir Platz in der Gartenwirtschaft. Wir sind willkommen und schon bald geniessen wir den gespritzten Weisswein. Die Speisekarte ist erstaunlich vielfältig, aber bald finden wir, was zu unserem sommerabendlichen «Gluscht» passt. Wir bestellen einen Vitality- und einen Summerzytteller. Während wir warten begrüsst uns der Senior-Chef des Hauses. Nicht ohne Stolz erzählt er uns, dass der Adler schon seit vier Generationen von der Familie Frei geführt werde. Und er erzählt freimütig über seine Arbeit als Gastwirt und man spürt, dass er auch heute noch mit Leib und Seele dabei ist, obwohl heute sein Sohn die Wirtschaft führt.

Ganz nebenbei erfahren wir, dass im Adler auch Gästezimmer angeboten werden, dass ein Stall für Reit- oder Kutschenpferde und ein Fahrradschuppen zur Verfügung steht, und dass die Unterkünfte auch von in und ausländischen Gästen schätzt werden.

Interessant waren auch die Bemerkungen zum kulinarischen Konzept. Im Adler werden ausschliesslich regionale Produkte verarbeitet. Wenn immer möglich, stammen die Salate, das Gemüse und das Fleisch aus dem Stammertal

Und wen wundert’s, –auch das Angebot der Weine entspricht dieser Philosophie.

Wie erwartet waren die vielfältigen Salate und auch das Fleisch frisch, schön angerichtet, geschmackvoll zubereitet, schlicht eine Gaumenfreude. Auch der dazu servierte leichte Rotwein und das Dessert hielten was sie versprachen. Als Fazit bleib Folgendes: Über diese Summerzyt-Teller hinaus trauen wir dieser Küche noch einiges mehr zu, als wir an diesem Abend kosten konnten.

In der «Adlerfeder» einem Publikationsorgan das Gasthofes (sie erscheint viermal jährlich) wird auf Angebote hingewiesen, die zu weiteren Besuchen in diesem gastlichen Haus verlocken. Die Palette der Angebote geht von traditionellen, saisonalen Gerichten, Fleischlosem mit Pfiff, bis zu gepflegten sechsgängigen Festmenues und auserlesenen Spezialitäten, darüber hinaus Desserts. Zum Beispiel eines der aussergewöhnlichsten: Spargelsalat mit Erdbeeren. Es war nicht nur eine Augenweide, sondern auch eine Gaumenfreude. Diese gewagte Kombination fand grossen Anklang. Zum Abschluss sei noch darauf hingewiesen, dass im Adler Unterstammheim das Kulinarische nicht selten zusammen mit Kulturellem «aufgetischt» wird, zum Beispiel mit heiteren Kurzgeschichten oder mit Gesang.

Zurück zur Gastrokritik. Der «Summerzytteller» und der «Vitalityteller» waren prima, ebenso der Wein und die freundliche Bedienung. Ausserordentlich war Gastfreundschaft, und die Ideenvielfalt welcher wir in diesem Garten begegneten. Ohne zu zaudern geben wir diesem Hause vier Sterne für das köstliche Angebot. darüber hinaus mindestens zwei weitere Sterne für die verlockende Ideenvielfalt.

Wer sich näher orientieren möchte, geht am besten selbst vorbei oder orientiert sich näher über e-mail: adler@stammertal.ch (E-Mail-Adresse nicht mehr gütig) oder über die Internet-Adresse: www.stammertal.ch/adler (Link nicht mehr gütig)

Für Leute die mit diesen «nöimöödigen» Angaben nichts anfangen können sei darauf hingewiesen, dass der Gasthof Adler jeweils am Mittwoch bis und mit Donnerstag 17 Uhr geschlossen ist und Telefonische Auskünfte bei Fam. Frei auch über die Telefonnummer 052 745 14 71 zu erhalten sind.

cjo/wjo

Bewertung: 4 Sterne