Wenn streicheln und füttern zur Plage wird

An einem prächtigen Sommertag fuhren wir los: Ernst Müller liess 37 Kinder der Sonntagschule, vorwiegend aktive und einige Ehemalige, dazu vier Begleiterinnen, ins alte Postauto einsteigen. Der erfahrene Chauffeur aus Altikon erklärte den Kindern auf der Fahrt einiges aus der Gegend: Den Üetliberg mit seinem Turm, aber auch den Felssturz am Rossberg.

Trotz Hitze kein Gejammer

Die Frage, wie lange es noch dauern würde, hörte ich erstaunlich wenig. Dennoch waren wohl alle froh, dass sie im Tierpark in Goldau der Hitze des Busses entfliehen konnten.

Geschätzt wurden die vielen Bäume, aber ebenso die mächtigen Felsbrocken, an denen man sich vom Stillsitzen erholen konnte.

Schnappende Rehe

Das Gruppenbillett war schnell gelöst. Bis dann aber jedes der Kinder ein Säcklein Tierfutter gekauft hatte …! Und was geschah damit? Schon nach kurzer Zeit wurde es uns von vorwitzigen Rehen aus der Hand gerissen und war nicht mehr zu retten. Ein Reh streicheln zu können ist etwas Besonderes. Doch wenn die Tiere so aufdringlich werden, einem ständig nachlaufen, nicht mehr in Ruhe lassen und sogar zuschnappen, kann es auch einmal Tränen geben. Irgendwann wurden wir sie dann doch los und waren froh, dass die Ziegen in einem Gehege weideten. Der nahe Kontakt mit den Tieren erfolgte nun über eine Treppe auf freiwilliger Basis.

Anständige Mufflons

Bedeutend anständiger benahmen sich die Mufflons mit ihren wunderschönen Hörnern. Beeindruckt waren die Kinder auch von den Bären und Greifvögeln. Am Schluss entdeckten einige Mädchen im grossen Weiher ein eingeklemmtes Entlein. Dies liess ihnen keine Ruhe. Helfen konnten sie ihm nicht, weitergehen aber noch weniger. Ein Wärter war nicht zur Stelle. Das Mitleiden und Ausharren lohnte sich aber. Es war ihnen vergönnt, die Befreiung noch zu erleben, um dann zufrieden, aber etwas spät wieder ins Postauto steigen zu können.

Susann Morand

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