Matinee mit Konrad Basler

Am letzten Januartag führte die Bibliothekskommission eine Matinee mit dem wohl profundesten historischen Kenner des Dorfes Thalheim durch.

Konrad Basler erzählte den ca. 100 Anwesenden, darunter auch aus dem Kanton Aargau angereiste, von seinen Recherchen zu seinem neuen Buch «Dorlikon an der Grenze des Wachstums», aus dem er anschliessend auch einige Passagen vorlas.

Von Schlägern und Zechprellern

Konrad Basler wusste von Schlägereien und Zechprellerei zu berichten. In Dorlikon um das Jahr 1660 war einiges los. Durch Baslers detaillierte, jedoch stets verständliche Erzählweise gewann man schnell ein Bild der damaligen Zeit, die reich an Entbehrungen war. Anhand der Schlägerei zwischen Adam Hasenfratz und Hans Jogg Frei zeigte Basler auf, wie mit (vermeintlichen) Verbrechern umgegangen wurde. Die Zuhörer bekamen dadurch einen Einblick in das Rechtssystem der früheren Zeit. Immer wieder fügte er interessante Details an, etwa dass es zur damaligen Zeit keine Fenster (sprich aus Glas) sondern nur Läden gab, die man zuziehen konnte. Immer wieder verwies Basler auf die mitgebrachte Karte von Dorlikon. Wusste er doch genau, wo wer gewohnt hatte und wer heute in diesen Gebäuden wohnt. Meistens führten seine Ausführungen unter den alteingesessenen Thalheimern zu Aha-Erlebnissen. Ich als Neuzuzüger muss gestehen, dass wohl ein ausgiebiger Spaziergang in Thalheim Not tut.

«Steueramt» im Kloster Töss

Nach diesen ersten Ausführungen war es nun am Publikum Fragen zu stellen. Der Landvogt war dabei ein Thema und auch der «Zehnten». Interessant daran: Der «Zehnten» wurde nicht etwa nach Andelfingen gebracht, sondern ins Kloster Töss. Mit den Auto heute eine Fahrt von 20 Minuten, aber im 17. Jahrhundert mit Ochsen als Zugtiere eine nicht zu unterschätzende Strecke.

Nach dem Vortrag nutzten viele Zuhörer die Gelegenheit, die stimmige Dekoration der Bibliothekskommission mit alten Bildern aus Thalheim zu betrachten. Konrad Basler, der übrigens den Vortrag ohne Honorarforderung hielt, signierte sein neues Buch «Dorlikon an der Grenze des Wachstums», dass er den Thalheimern gratis zur Verfügung stellte. Anschliessend gab es noch die Gelegenheit sich am reichhaltigen Buffet zu verpflegen und das Gespräch mit bekannten oder neuen Gesichtern zu suchen.

rnz

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